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Steinmeier eröffnet Weltkongress der Deutschen Auslandsschulen

05.06.2014 - Artikel

Außenminister Steinmeier hat am 04.06. den Weltkongress der Deutschen Auslandsschulen eröffnet. An dem Kongress nehmen noch bis Samstag Vertreter von rund 140 Schulen aus über 70 Ländern teil.

Außenminister Steinmeier hat am Mittwochabend (04.06.) den Weltkongress der Deutschen Auslandsschulen eröffnet. Der Kongress, an dem noch bis zum Samstag Vertreter von rund 140 Schulen aus über 70 Ländern teilnehmen, steht in diesem Jahr unter dem Motto „Bildung weltweit. Chancen weltweit.“ Steinmeier bezeichnete die Arbeit der deutschen Auslandsschulen als „elementaren Bestandteil der deutschen Außenpolitik“.

Das Orchester der Deutschen Schule Pretoria
Das Orchester der Deutschen Schule Pretoria© photothek/Gottschalk

Zahlreiche Sprachen schallten am Mittwochabend durch den prall gefüllten Weltsaal, ehe das Orchester der Deutschen Schule Pretoria den Festakt eröffnete: Neben rund 450 Vorständen, Schul- und Verwaltungsleitern der über 140 deutschen Auslandsschulen nehmen in diesem Jahr erstmals auch Vertreter der rund 1.100 Schulen mit Deutschen Sprachdiplom am Weltkongress der Deutschen Auslandsschulen teil. Sie alle eint, trotz unterschiedlicher Muttersprachen, die Begeisterung für die deutsche Sprache und Kultur.

Lob für das Auslandsschulgesetz

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte die Präsidentin der Kulturministerkonferenz, Sylvia Löhrmann, die anwesenden Gäste. Ein besonderer Dank Löhrmanns galt der ehemaligen Kulturstaatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, die sich während ihrer Amtszeit maßgeblich für die Verabschiedung des Auslandsschulgesetzes eingesetzt hatte. Das Gesetz, das am 1. Januar 2014 in Kraft getreten ist, gewährt deutschen Auslandsschulen einen Rechtsanspruch auf Finanzierung.

Steinmeier eröffnet den Weltkongress der Deutschen Auslandsschulen
Steinmeier eröffnet den Weltkongress der Deutschen Auslandsschulen© photothek/Gottschalk

Außenminister Frank-Walter Steinmeier verwies in seiner Rede darauf, dass sich die Welt nach dem Ende der Blockkonfrontation verändert habe und nicht mehr allein „um die westliche Sonne“ drehe. Dies solle aber kein Grund zur Resignation sein, sondern im Gegenteil ein Ansporn dazu, „der Welt das Beste (...) zu geben, was wir zu bieten haben: Das Erbe der europäischen Aufklärung.“

Auslandsschulen als elementarer Bestandteil der Außenpolitik

Genau das tue das deutsche Auslandsschulwesen, so Steinmeier - jeden Tag, auf fünf Kontinenten, in 141 Auslandsschulen und über 1.800 Partnerschulen. Der Außenminister fügte hinzu:

Aus meiner Sicht und der des Auswärtigen Amtes ist das, was Sie tun, nicht nur Schmuck und Beiwerk, sondern elementarer Bestandteil deutscher Außenpolitik. Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist seit Willy Brandts Zeiten die „dritte Säule“ der Außenpolitik – und diese Säule würde ich gerne wieder stärken!


Lernen für die Welt, Lernen von der Welt

Eine aktuelle Studie des McKinsey Global Institute zeige, dass Deutschland das global am meisten vernetzte Land sei - nicht nur durch seine Exportwirtschaft, sondern auch mit Blick auf digitale Datenströme und die Migration von Menschen. Diese Vernetzung verändere die Welt, aber sie verändere auch das eigene Land, so Steinmeier: „Und deshalb heißt Auswärtige Bildungspolitik für mich: Lernen für die Welt genauso wie Lernen von der Welt.“

Man könne jedoch nicht erwarten, dass scharenweise junge Menschen zum Studium nach Deutschland kämen, die vorher noch nie mit der deutschen Sprache in Berührung gekommen seien: Schon Mark Twain habe die „Schrecken der deutschen Sprache“ beschrieben - nur durch früh vermittelte Deutschkenntnisse könnten die Abbrecherquoten unter ausländischen Studierenden weiter gesenkt werden.

Die vollständige Rede von Außenminister Steinmeier lesen Sie hier.

Vorbereitung auf das Studium in Deutschland

Der Außenminister mit Schülern und Absolventen deutscher Auslandsschulen
Der Außenminister mit Schülern und Absolventen deutscher Auslandsschulen© photothek/Gottschalk

Im anschließenden Podiumsgespräch berichteten fünf junge Schüler und Absolventen deutscher Auslandsschulen von ihren Zukunftsplänen: Cristina Heroven aus Chile, Irina Avdeeva aus Russland und Johannes von Streit, der in Shanghai zur Schule gegangen ist, studieren bereits in Deutschland. Auch Wang Hongyi aus China und Julian Ingendaay aus Spanien, die beide noch zur Schule gehen, haben dies vor. Die Chinesin Wang Hongyi erzählte, dass ihr das Deutschlernen - ähnlich wie Mark Twain - anfangs große Schwierigkeiten bereitet habe. Die „Genauigkeit und Ernsthaftigkeit“ der deutschen Sprache fasziniere sie jedoch und habe ihre Denkweise geprägt.

Einig waren sich die fünf jungen Leute darin, dass ihre Ausbildung ihnen die deutsche Sprache und Kultur sehr nahe gebracht habe - unterschiedliche Ansichten bestanden lediglich in der Frage, ob Deutschland es in vier Wochen ins Finale der Fußballweltmeisterschaft schaffen werde.

Weitere Informationen

Rede von Außenminister Steinmeier zur Eröffnung des Weltkongresses der Deutschen Auslandsschulen (04.06.2014)

Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung zum Auslandsschulgesetz (06.12.2013)

Weitere Informationen über Deutsche Auslandsschulen

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