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Auslandsschulgesetz

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Zum 1. Januar 2014 ist das Auslandsschulgesetz (ASchulG) in Kraft getreten. Das Gesetz bringt eine Reihe von Neuerungen für die Förderung der Deutschen Auslandsschulen mit sich. Auf dieser Seite finden Sie Antworten zu den häufigsten hierzu gestellten Fragen.

Zum 1. Januar 2014 ist das Auslandsschulgesetz (ASchulG) in Kraft getreten. Das Gesetz bringt eine Reihe von Neuerungen für die Förderung der Deutschen Auslandsschulen mit sich. Auf dieser Seite finden Sie Antworten zu den häufigsten hierzu gestellten Fragen.

1. Was ändert sich durch das Auslandsschulgesetz für die Deutschen Auslandsschulen?

Mit dem ASchulG erhält die Förderung der Deutschen Auslandsschulen erstmals eine eigene gesetzliche Grundlage. Während diese Förderung bisher ausschließlich als freiwillige Förderung über Zuwendungen des Bundes erfolgte, schafft das Gesetz für Deutsche Auslandsschulen mit nachhaltig hohen Abschlusszahlen einen gesetzlichen Anspruch auf Förderung. Das AschulG setzt zudem das im Jahr 2011 zwischen Bund und Ländern beschlossene Reformkonzept für das Auslandsschulwesen um. Die zur Durchführung eines fachgerechten Unterrichts und zur Anerkennung von Abschlüssen an Deutschen Auslandsschulen zwischen Bund und Ländern vereinbarte erforderliche Anzahl von aus Deutschland vermittelten Auslandsdienstlehrkräften wird abgesenkt. Die Schulen erhalten im Gegenzug zukünftig eine erhöhte finanzielle Förderung und haben die Freiheit, diese Gelder entweder für die Vermittlung zusätzlicher Auslandslehrer aus Deutschland, für die Einstellung geeigneter Lehrkräfte vor Ort oder für andere Belange des regulären Schulbetriebs zu verwenden. Die finanzielle Förderung wird, anders als bisher, als Budget, also als Festbetrag unabhängig von den Eigenmitteln der Auslandsschulen, gewährt. Für die Auslandsschulen bedeutet dies ein neues Maß an Transparenz, Planbarkeit und Gestaltungsspielraum.

2. Betrifft das AschulG alle Deutschen Auslandsschulen?

Das ASchulG betrifft alle Auslandsschulen, denen der Status Deutsche Auslandsschule verliehen wird. Der Status wird zunächst allen Schulen verliehen werden, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des AschulG bereits als Deutsche Auslandsschule durch den Bund gefördert wurden. Ausgenommen hiervon sind die Auslandsschulen der Bundeswehr, die ihren bisherigen Status behalten.

3.Betrifft das Gesetz auch die von der ZfA geförderten Sprachdiplomschulen?

Das Gesetz würdigt die Rolle des DSD (Deutsches Sprachdiplom), als vorrangiges Instrument der schulischen Förderung der deutschen Sprache im Ausland auf hohem Niveau und sieht eine freiwillige Förderung der DSD-Schulen vor. An der Art der Förderung wird sich zunächst nichts ändern.

4. Welche Vorteile bringt das AschulG für die Deutschen Auslandsschulen?

Das AschulG bietet den Schulen mehr Planungssicherheit hinsichtlich ihrer Förderung durch den Bund. Außerdem werden ihre Planungsmöglichkeiten vergrößert, da sie sich dank des neuen Budgets flexibler über die Verwendung der Förderung und den Einsatz unterschiedlicher Arten von Lehrkräften entscheiden können. Zusätzlich soll die Transparenz des Fördersystems erhöht und der Verwaltungsaufwand reduziert werden.

5. Für welche Ausgaben können die Schulen ihr zukünftiges Budget einsetzen?

Die finanzielle Förderung nach ASchulG (Budget) kann für alle Ausgaben verwendet werden, die zur Finanzierung des regulären Schulbetriebs notwendig sind, also neben den ergänzenden Lehrkräften auch für Sachausgaben.

6. Wann erfahren die Schulen, wie hoch das für sie berechnete Budget sein wird?

Für die Berechnung des Budgets gelten weltweit dieselben Regeln. Das AschulG sieht vor, dass diese in einer Verwaltungsvorschrift festgelegt werden. Diese wurde am 4. Juni 2014 in Kraft gesetzt. Die Auslandsschulen werden von den zuständigen Regionalbeauftragten der ZfA über die Höhe der zukünftigen Förderung informiert und hierzu beraten. Die rückwirkende Auszahlung der Schulbeihilfe für das Schuljahr 2013/14 bzw. 2014 bleibt hiervon unberührt.

7. Was sind Ergänzungslehrkräfte und welchen Status haben sie?

Ergänzungslehrkräfte sind Lehrkräfte (Auslandsdienstlehrkräfte [ADLK] und in bestimmten Regionen Bundesprogrammlehrkräfte [BPLK]), die zusätzlich zu den Pflicht-ADLK von den Schulen bei der ZfA angefordert werden können. Die Vermittlung und Vorbereitung erfolgt ebenfalls über die ZfA. Abgesehen von der Finanzierung aus dem Budget der Schule entspricht der Status der Ergänzung-ADLK in vollem Umfang dem der Pflicht-ADLK. Der Status der Ergänzungs-BPLK entspricht dem der bisherigen BPLK.

8. Wie sicher ist die finanzielle Förderung (das Budget) nach ASchulG im Hinblick auf die Finanzierung weiterer Lehrkräfte?

Die finanzielle Förderung nach ASchulG soll grundsätzlich jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren festgelegt werden und vermittelt damit Planungssicherheit im Hinblick auf die Vermittlung weiterer Lehrkräfte.

9. Wird im Rahmen der Anpassung an die neue ADLK-Zahl in laufende Verträge eingegriffen?

In laufende Verträge wird nicht eingegriffen. Die Anpassung wird durch die Nichtnachbesetzung von Stellen bei auslaufenden Verträgen umgesetzt. Dies kann bereits nach dem ersten Dreijahresvertrag erfolgen. Pro Schuljahr wird die Anzahl der vermittelten Lehrkräfte pro Schule jedoch um nicht mehr als zwei vermindert (ADLK und BPLK zusammengenommen).

10. Wie sind die neuen Vorgaben für die Vertragsdauer bei Ergänzungs-ADLK?

Es gibt keine Änderung. Für die Pflicht-ADLK und die Ergänzungs-ADLK gelten die gleichen Regelungen.

11. Habe ich als Lehrkraft aufgrund des Gesetzes jetzt schlechtere Chancen durch die ZfA an eine Deutsche Auslandsschule vermittelt zu werden?

Nein. Eine erfolgreiche Vermittlung hängt auch nach Inkrafttreten des Gesetzes von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Lehrbefähigung und der Fächerkombination der Lehrkräfte. Den Schulen werden nach wie vor Pflicht-ADLK von der ZfA vermittelt. Es liegt nun in der Eigenverantwortung der Schulen, zu entscheiden, ob sie mit ihrem frei verfügbaren Budget weitere Lehrkräfte (Ergänzungslehrkräfte) von der ZfA anfordern oder ob sie Ortslehrkräfte anstellen. Auf Grund der hohen Wertschätzung, die der Arbeit vermittelter Lehrkräfte aus Deutschland im Auslandsschulwesen entgegengebracht wird, geht die ZfA davon aus, dass viele Schulen von der Möglichkeit, Ergänzungslehrkräfte anzufordern, Gebrauch machen werden.

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