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Auswärtiges Amt unterstützt Reintegration von ehemaligen Al Shabaab-Kämpfern in Somalia

12.08.2016 - Artikel

Deutschland fördert die Rückkehr ehemaliger Shabaab-Kämpfer in das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben. 30 von ihnen haben 9. August ihre Berufsausbildung abgeschlossen.

Somalia ist seit vielen Jahren von bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und der Terrormiliz Al Shabaab gebeutelt. Um die Stabilisierung des Landes zu unterstützen, fördert Deutschland die Rückkehr ehemaliger Shabaab-Kämpfer in das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben. 30 von ihnen haben am 9. August das Abschlusszertifikat für ihre Berufsausbildung erhalten.

Feierliche Abschlusszeremonie in Baidoa
Feierliche Abschlusszeremonie in Baidoa© UNSOM

Armut durch Krieg, Krieg durch Armut

Der langwierige Bürgerkrieg hat Somalia zu einem der ärmsten Länder der Welt gemacht. Die am Boden liegende Wirtschaft macht es noch schwieriger, die Fragilität des Landes zu überwinden. Umso wichtiger ist es, ehemaligen Kämpfern eine Perspektive zu bieten, um sie wieder in das zivile Leben eingliedern zu können. In sogenannten „Transition Camps“ geschieht genau das: Die entwaffneten Kombattanten erhalten Unterkunft, Verpflegung und religiöse Beratung sowie eine Berufsausbildung.

Vom Kombattanten zum Ladenbesitzer

Das Auswärtige Amt unterstützt Aufbau und Betrieb der Transition Camps gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und den lokalen Behörden. Seit November 2014 hat die Bundesregierung knapp 2,9 Millionen Euro dafür bereitgestellt. 169 frühere Kämpfer haben die Camps bereits verlassen und wurden erfolgreich integriert. Nach ihrem Abschluss erhalten sie ein „start-up kit“, um beispielsweise einen eigenen Laden zu eröffnen. 150 weitere Teilnehmer befinden sich derzeit im Programm.

Hoffnung und Aufbruchstimmung

Georg Schmidt, Afrikabeauftragter im Auswärtigen Amt
Georg Schmidt, Afrikabeauftragter im Auswärtigen Amt© UNSOM

Der Jahrgang 2016 mit 30 Absolventen hat am 9. August in der somalischen Stadt Baidoa seinen Abschluss gefeiert. Der Afrika-Beauftragte im Auswärtigen Amt, Georg Schmidt, ist für die Zeremonie eigens aus Berlin nach Somalia gereist. Bei seinem Besuch spürte er unter den Teilnehmern Hoffnung und Aufbruchstimmung - in einem Land, aus dem die Welt in den letzten Jahrzehnten soviele schlechte Nachrichten hörte. Er äußerte seinen Respekt für die mutige Entscheidung der Teilnehmer, „nein zum Töten und ja zum Frieden zu sagen“.

Der Weg zur nachhaltigen Stabilisierung Somalias ist noch lang und steinig - aber es geht mit kleinen Schritten in die richtige Richtung.

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