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Präventive Friedensarbeit in Niger

29.07.2019 - Artikel

Der Norden von Niger leidet aufgrund terroristischer Gruppierungen und anhaltender Flüchtlingsströme unter erhöhter Instabilität. Das Auswärtige Amt engagiert sich  vor Ort, um langfristig Konfliktpotenzial abzubauen.

Präventive Friedensarbeit in einem der ärmsten Länder der Welt

Integration ehemaliger Kämpfer ist eine große Herausforderung
Integration ehemaliger Kämpfer ist eine große Herausforderung© HED-TAMAT

Niger zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Gelegen in einer Region Westafrikas, die seit Jahren von bewaffneten Konflikten, hoher Instabilität und Armut geprägt ist, wird das Land – wie auch andere Teile der Sahelzone – zunehmend zu einem Rückzugsgebiet für terroristische Gruppierungen und organisierte Kriminalität. Insbesondere der von internationaler Hilfe abgeschnittene Norden des Landes sowie die Flüchtlingsströme aus Mali und der Zentralafrikanischen Republik stellen Niger vor große Herausforderungen.

Deswegen betreibt das Auswärtige Amt gemeinsam mit Care Deutschland und lokalen Partnern präventive Friedensarbeit in Niger. Besonders Kinder und Jugendliche sowie ehemalige Kämpfer sollen damit angesprochen werden. Friedensforen und Friedenskarawane fördern Dialog und friedliche Streitbeilegung; Berufsbildungsprogramme bieten langfristige Perspektiven. Der Einsatz lohnt sich: Beim Friedensforum im Frühjahr 2019 legte eine Rebellengruppe die Waffen nieder.

Langfristige Arbeit mit erfahrenen Partnern vor Ort
Friedensforen bauen langfristig Konfliktpotenzial ab
Friedensforen bauen langfristig Konfliktpotenzial ab© HED-TAMAT

Gemeinsam mit der Organisation Care Deutschland und der nigrischen Nichtregierungsorganisation HED-Tamat (« Homme Environnement Développement ») arbeitet das Auswärtige Amt bereits seit 2012 erfolgreich daran, Frieden zu fördern bzw. eine Verschlimmerung der Krise in Niger zu verhindern. Das Projekt befindet sich mittlerweile in der vierten Phase und trägt nachweislich dazu bei, den fragilen Frieden zu konsolidieren und dem islamistischen Fundamentalismus vorzubeugen. Die Friedensarbeit setzt dabei vor allem auf kulturelle Werte der betroffenen Gemeinschaften und die Mobilisierung von Frauen und Jugendlichen. Durch Diskussionsforen, kulturelle Veranstaltungen und Bildungsangebote wird bestehendes Konfliktpotential abgebaut. So haben Gemeinden etwa die Möglichkeit, 20 junge Männer und Frauen für eine kurze Berufsausbildung auszuwählen. Besonders hervorzuheben sind außerdem die von HED-Tamat veranstalteten Friedensforen, die in den meisten Teilen der Region Agadez im Norden Nigers stattfinden. Dort tauschen sich Bürger nicht nur untereinander über präventive Friedensarbeit aus, sondern führend auch den Dialog mit Vertretern der Regierung. Zuletzt konnte im Rahmen eines solchen Friedensforums im Frühjahr 2019 eine Rebellengruppe dazu bewegt werden, ihre Waffen niederzulegen.

Die Arbeit von Deutschland und HED-Tamat baut dabei auf den vorhergehenden Phasen des Projekts auf. Hierbei standen unter anderem die Friedensarbeit mit Ex-Kämpfern und Rückkehrern und die Prävention von Bandenbildung im Norden der Republik Niger im Fokus. Spätere Phasen behandelten auch das Verhältnis zwischen Bürgern und Staat.

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Länderinformationen Republik Niger

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