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Grenzprogramm “From Barriers to Bridges”

29.07.2019 - Artikel

Das Auswärtige Amt unterstützt seit 2008 ein Projekt zur Grenzziehung und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Afrika. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur zivilen Krisenprävention in Afrika.

Das African Union Border Programme widmet sich der Klärung von Grenzfragen in Afrika.
Das African Union Border Programme widmet sich der Klärung von Grenzfragen in Afrika.© GIZ

“From Barriers to Bridges” – lautet das Ziel des Grenzprogramms der Afrikanischen Union (African Union Border Programme, AUBP), das sich der Klärung von Grenzfragen in Afrika widmet. Bereits 1964 haben sich die damaligen afrikanischen Staats- und Regierungschefs auf das Prinzip der Unantastbarkeit der Grenzen verständigt: Der von den ehemaligen Kolonialmächten ererbte territoriale Status Quo sollte beibehalten werden.

Dennoch kam es in den folgenden Jahrzehnten immer wieder zu Grenzkonflikten in Afrika, weil viele Grenzverläufe bislang nicht ausreichend delimitiert (rechtlich vereinbart) und demarkiert (physisch ausgewiesen) sind. Diesem Problem soll das im Jahr 2007 etablierte Grenzprogramm der Afrikanischen Union entgegenwirken: Die Grenzen sollen sich von Barrieren in Brücken verwandeln, die Menschen einander annähern und die Integration auf dem afrikanischen Kontinent voranbringen.

Grenzen in Brücken verwandeln

Grenzsteinsetzung an der nun komplett markierten Grenze zwischen Mali und Burkina Faso, Februar 2010
Grenzsteinsetzung an der nun komplett markierten Grenze zwischen Mali und Burkina Faso, Februar 2010© GIZ

Das Auswärtige Amt unterstützt das AUBP seit 2008 mit 49 Millionen Euro: Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hilft bei der Delimitation und Demarkation von Grenzen, beim Aufbau von Strukturen zur grenzüberschreitenden Kooperation und bei der Entwicklung von Kapazitäten auf kontinentaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene. Mehr als 3700 Kilometer afrikanischer Grenzverläufe konnten auf diese Weise final geklärt und markiert werden. So wurden zum Beipsiel Landgrenzen zwischen Burkina Faso und Mali, Malawi und Sambia sowie Mosambik und Sambia vollständig markiert. Die Komoren, Mosambik, die Seychellen und Tansania unterzeichneten 2011 und 2012 Verträge über ihre maritimen Grenzen.

Grenzüberschreitendes Gesundheitszentrum Mali/Burkina Faso

Übergabe von Materialien durch die GIZ in Ouarokuy, Burkina Faso.
Übergabe von Materialien durch die GIZ in Ouarokuy, Burkina Faso.© GIZ

Bereits 2012 wurde außerdem ein grenzüberschreitendes Gesundheitszentrum in Betrieb genommen - das erste seiner Art in Afrika. Das Zentrum wird von zwei Dörfern in Mali und Burkina Faso gemeinschaftlich betrieben und genutzt. Es hat die medizinische Versorgung verbessert und leistet darüber hinaus in einer Region, in der das Zusammenleben nicht immer friedlich war, Tag für Tag einen Beitrag zur regionalen Versöhnung. Ob burkinisch oder malisch: Hier erhält jeder gleichermaßen eine gesundheitliche Versorgung!

Über die Delimitation und die Demarkation hinaus sollen die am Programm teilnehmenden Staaten und die Afrikanische Union  auch darin unterstützt werden, Strukturen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aufzubauen. Hierzu werden die entsprechenden Kapazitäten sowohl der Mitgliedsstaaten selbst als auch ihrer Organisationen, Institutionen und Dienstleister ausgeweitet. Grenzangelegenheiten und Grenzarbeiten sollen im Konsens mit den Nachbarländern selbstständig ausgehandelt und durchgeführt werden können.

Derzeit beteiligen sich aktiv 25 afrikanische Länder am African Union Border Programme.

Dokumentarfilm über das African Union Border Programme

From Barriers to Bridges (Teil 1) (in englischer Sprache)

From Barriers to Bridges (Teil 2) (in englischer Sprache)

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