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Paris-Abkommen: Ein Wendepunkt im Klimaschutz

14.12.2015 - Artikel

195 Staaten haben sich in Paris auf ein Abkommen geeinigt, das alle Länder völkerrechtlich zum Schutz des Klimas verpflichtet.

195 Staaten haben sich in Paris bei der 21. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention UNFCC (COP 21) am 12.12. auf ein Abkommen geeinigt, das alle Länder völkerrechtlich zum Schutz des Klimas verpflichtet. Um die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten, haben sich die Staaten verbindlich erklärt, in der zweiten Hälfte dieses Jahrunderts de facto klimaneutral zu wirtschaften.

Ein runder Erfolg für den gesamten Erdball

COP21: Heute haben wir Geschichte geschrieben
COP21: „Heute haben wir Geschichte geschrieben“© UN-Klima

Milliarden Menschen haben lange auf ein solches Zeichen gewartet, manche hatten es für unmöglich gehalten. Doch in Paris hat die Weltgemeinschaft bewiesen, dass sie – auch in Krisenzeiten – handlungsfähig und solidarisch ist. Mit diesem historischen Wendepunkt ist der Rahmen gelegt für eine globale Transformation von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Damit alle von dieser Transformation profitieren können, sieht das Abkommen vor, Entwicklungsländer und besonders verwundbare Staaten bei diesem anspruchsvollen Vorhaben zu unterstützen. Diese Unterstützung betrifft gleichermaßen die Minderung von Emissionen (z.B. durch Technologietransfer oder Kapazitätsaufbau) und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel (z.B. durch Klimarisikoversicherungen oder eine bessere Schadensvorsorge).

Aus Erfahrung gelernt

Abschluss der COP21: Das gemeinsame Klimaabkommen ist geschafft
Abschluss der COP21: Das gemeinsame Klimaabkommen ist geschafft© picture-alliance/abaca

Was war anders bei der COP 21? Zunächst war es der frühe Einstieg in die Verhandlungen. Bereits im Vorfeld der Konferenz hatten 187 Staaten nationale Klimaschutzpläne mit Selbstverpflichtungen vorgelegt. Um die Lücke bis zur 2-Grad-Obergrenze zu schließen, wurde in Paris ein „Ambitionsmechanismus“ verabschiedet: Alle fünf Jahre müssen die Staaten von nun an neue – und immer ehrgeizigere – Klimaschutzpläne vorlegen. Damit die Pläne auch umgesetzt werden, muss jedes Land nun erstmalig über die tatsächlichen Fortschritte Rechenschaft ablegen.

Anders als bei vorausgegangenen Klimaverhandlungen wurde bei der COP 21 die starre Unterteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern überwunden. Hierzu trug die neue „High Ambition Coalition“ wesentlich bei. Eine Gruppe aus Nord und Süd, Entwicklungs- und Industrieländern zog gemeinsam an einem Strang. Als Mitglieder der „High Ambition Coalition“ waren Deutschland und die EU treibende Kräfte der Einigung. Deutschlands führende Rolle in der Klimapolitik – 2015 auch während unserer G7-Präsidentschaft praktiziert – hat sich auch auf dieser COP bestätigt.

Umsetzung und nächste Schritte

Der deutsche Stand auf der COP21
Der deutsche Stand auf der COP21© Deutsche Botschaft Paris

Es geht um eine klimafreundliche Transformation der Weltwirtschaft. Sie wird Politik, Wirtschaft und Gesellschaften weltweit aber auch vor große Herausforderungen stellen. Aber auch in der Umsetzung können wir auf Erfahrung zurückgreifen – nicht zuletzt aus der deutschen Energiewende.

Gleichzeitig müssen die Lösungen, die wir im Klimaschutz anbieten und entwickeln können, Beitrag auch zur nachhaltigen Entwicklung, zur Armutsbekämpfung und zur nachhaltigen Energieversorgung sein. Diese Zusammenhänge gibt das Abkommen klar vor. Damit leistet es auch einen wichtigen Beitrag zur Krisenprävention, zur Bekämpfung von Fluchtursachen und zum Erhalt von Frieden und Stabilität.

Am 22. April 2016 soll der Vertrag in einer hochrangigen Zeremonie von den Staaten unterzeichnet werden. Der neue Vertrag soll 2020 als Nachfolgeregime für das Kyoto-Protokoll in Kraft treten. Bis dahin müssen mindestens 55 Vertragsparteien, die zusammen mindestens 55 Prozent der globalen Emissionen ausmachen, den Vertrag ratifizieren.

Zum Weiterlesen

Klimaschützer schreiben Geschichte

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