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Über 17 Millionen Einzelschicksale aus der NS-Zeit dokumentiert

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Der Internationale Suchdienst hat zu Jahresbeginn eine historische Neustrukturierung erfahren. Neben seinen bisherigen Aufgaben wird er zum Forschungs- und Dokumentationszentrum ausgebaut. Außenminister Westerwelle begrüßte den neuen Internationalen Ausschuss des ISD in Berlin.

Der Internationale Suchdienst (ISD) hat zu Jahresbeginn eine historische Neustrukturierung erfahren. Neben seinen bisherigen Aufgaben wird er unter neuer Leitung zum Forschungs- und Dokumentationszentrum ausgebaut. Außenminister Westerwelle begrüßte die Teilnehmer des neuen Internationalen Ausschusses bei ihrer konstituierenden Sitzung in Berlin.

Internationaler Ausschuss des ISD in Berlin
Internationaler Ausschuss des ISD in Berlin © Thomas Imo/Photothek

Seit 1955 ist der Internationale Suchdienst in Bad Arolsen mit rund 30 Millionen Originaldokumenten eine der zentralen Einrichtungen für die Aufklärung des Schicksals von Opfern des Nationalsozialismus. Immer noch wenden sich jeden Monat rund eintausend Menschen mit Suchanfragen an das Archiv.

Aus dem Archiv wird ein Zentrum für Forschung und Dokumentation

Mit der Unterzeichnung einer Partnerschaftsvereinbarung mit dem Bundesarchiv und eines neuen Internationaler Suchdienst-Übereinkommen mit den elf Mitgliedsstaaten wurde der Suchdienst am 1. Januar in ein neues Vertragsregime überführt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz zog sich zum Jahreswechsel aus der Leitung zurück und das Bundesarchiv wurde neuer institutioneller Partner. Professor Rebecca Boehling, die neue Leiterin des ISD, hat auch die Aufgabe, den Archivbestand in ein Zentrum für Forschung, Information und Dokumentation umzuwandeln.

Die Dokumente erzählen menschliche Schicksale

Archivdokumente
Archivdokumente © International Tracing Service (ITS) Bad Arolsen

Seit seiner Gründung hat der ISD über zwölf Millionen Auskünfte erteilt, Schicksale aufgeklärt und Familien wieder zusammengeführt. Gerade die Tatsache, dass hinter jedem Datensatz eine menschliche Geschichte stehe, habe ihn besonders berührt, so Außenminister Westerwelle bei der Begrüßung des neuen Internationalen Ausschusses des ISD im Auswärtigen Amt in Berlin.

Schutz gegen das Vergessen

Außenminister Westerwelle mit dem Internationalen Ausschuss des ISD
Außenminister Westerwelle mit dem Internationalen Ausschuss des ISD © Thomas Imo/Photothek

Der Außenminister dankte den Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und den Mitgliedsländern im Internationalen Ausschuss für Ihr Engagement. Die Neustrukturierung des Suchdienstes sei auch ein Vertrauensbeweis in den Umgang Deutschlands mit den dunklen Seiten seiner Vergangenheit, so Außenminister Westerwelle. Deutschland sei sich der Bedeutung der Sammlung bewusst und nehme die historische Verpflichtung ernst. Weil immer weniger Zeitzeugen persönlich über die Gräuel der NS-Zeit berichten könnten, sei der Archivbestand in Bad Arolsen auch "Schutz gegen das Vergessen".

Rede Außenminister Westerwelles bei der konstituierenden Sitzung des Internationalen Ausschusses

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