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Schutz der Ozeane verbessern

Atlantischer Lachs

Atlantischer Lachs, © blickwinkel

17.12.2019 - Artikel

Meere bedecken rund siebzig Prozent der Erdoberfläche. Sie spielen eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Weltklimas und tragen maßgeblich zur Ernährungs- und Einkommenssicherung der Weltbevölkerung bei.

Überfischung, Meeresverschmutzung und Klimaveränderung setzen diesen einzigartigen Lebensraum jedoch unter zunehmenden Druck. Von den Gebieten der hohen See, die rund zwei Drittel der Ozeane ausmachen und außerhalb der Zuständigkeit der Staaten liegen, unterfallen bisher nur ein Prozent besonderen Schutzmaßnahmen.

Deutschland für wirksames globales Übereinkommen

Deutschland und die EU setzen sich in den Vereinten Nationen seit Jahren für besonderen Schutz und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt auch im Bereich der hohen See und des Tiefseebodens ein (Biodiversity beyond national jurisdiction, BBNJ).  Ziel ist ein neues wirksames Übereinkommen im Rahmen der Seerechtskonvention der Vereinten Nationen (UNCLOS).  Nach jahrelangen Vorverhandlungen hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen hierzu eine Regierungskonferenz in New York eingesetzt. Sie soll einen rechtsverbindlichen Vertrag aushandeln und ihre Beratungen 2020 abschließen. In der dritten Verhandlungsrunde im August 2019 haben die Staaten hierzu erstmals einen Gesamttext beraten.

Biodiversität auf hoher See umfassend schützen und nachhaltig nutzen

Der Schutz der biologischen Vielfalt der Weltmeere wird bislang durch einzelne Maßnahmen einer Vielzahl von Akteuren wie der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) oder regionalen Fischereimanagementorganisationen umgesetzt, mit jeweils begrenzten Zuständigkeiten. Es fehlt ein weltweit verbindlicher Rahmen, um diese einzelnen Maßnahmen zu bündeln und einen sektorübergreifenden und weltweit verbindlichen Schutz zugunsten der biologischen Vielfalt der Meere und ihrer nachhaltigen Nutzung sicherzustellen. Dies gilt insbesondere angesichts der zunehmenden Nutzung der Meere auch jenseits der nationalen Hoheitsbereiche.

Im Vordergrund des neuen Übereinkommen stehen für Deutschland und die EU daher die Einrichtung sektorübergreifender und weltweit anerkannter Meeresschutzgebiete unter, Einbeziehung bestehender Organisationen sowie die Förderung von internationaler, regionaler und sektoraler Zusammenarbeit beim Meeresnaturschutz und bei der wissenschaftlicher Meeresforschung auf der Grundlage der VN-Seerechtskonvention.

Das Verhandlungspaket umfasst vielfältige und komplexe Bereiche wie gebietsbezogene Schutzmaßnahmen, Umweltverträglichkeitsprüfungen, die Nutzung mariner Genressourcen und die Förderung von Kapazitätsaufbau. Seit 2006 haben hierzu Vorverhandlungen unter dem Dach der Generalversammlung der Vereinten Nationen stattgefunden. In einem neuen BBNJ-Übereinkommen sind unterschiedliche Interessen innerhalb der Staatengemeinschaft etwa an wirksamem Schutz von Ökosystemen der hohen See und des Tiefseebodens, an Fischerei und anderen Nutzungen wie Schifffahrt und Unterseekabeln, an Zuständigkeiten und Maßnahmen der bereits bestehenden Instrumente und Organisationen, an weltweiter Teilhabe an Forschungsergebnissen zu marinen Genressourcen und an besonderer Kapazitätsförderung zugunsten von BBNJ berücksichtigen.

Weiterführende Informationen sind auch auf der Webseite der Vereinten Nationen verfügbar.

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