Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Humanitäre Hilfe für Südsudan

Wasserpumpe in einer Siedlung im Südsudan

Wasserpumpe in einer Siedlung im Südsudan, © picture alliance/dpa

26.06.2017 - Artikel

Seit Jahren zählen Südsudan und Sudan zu den Schwerpunkten der humanitären Hilfe der Bundesregierung. In Südsudan besteht eine der schwersten humanitären Krisen weltweit.


Hintergründe

Südsudan ist seit dem 9. Juli 2011 ein unabhängiger Staat und nicht mehr Teil der Republik Sudan. Das Land ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Dezember 2013 kam es zum offenen Ausbruch eines bereits länger schwelenden Machtkonflikts zwischen dem südsudanesischen Präsidenten und seinen Kritikern. Der Konflikt dauert an, dehnt sich immer weiter entlang ethnischer Linien aus und hat sich zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen entwickelt - mit dramatischen Folgen für Südsudan und seine Zivilbevölkerung.

Humanitäre Situation

Die humanitäre Lage in Südsudan ist katastrophal. Mehr als 6 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen; 5,5 Millionen Menschen benötigen akute Nahrungsmittelhilfe.

Die Erkrankungsraten sind hoch; die Mütter- und Kindersterblichkeitsraten gehören zu den höchsten der Welt. Dringender humanitärer Bedarf besteht in den Bereichen medizinische Versorgung, Nahrung, Lebensgrundlagen, Notunterkünfte, Wasser und Sanitärversorgung/Hygiene. Höchste humanitäre Priorität haben der Schutz der Zivilbevölkerung und der humanitäre Zugang zu den hilfsbedürftigen Menschen, der durch Kampfhandlungen stark eingeschränkt ist.

Komplexe Ursachen für kritische Lage im Land

Schon seit der Unabhängigkeit des Landes war die humanitäre Lage kritisch und hat sich seitdem kontinuierlich verschlechtert. Die Ursachen hierfür sind komplex: Der jahrelange Bürgerkrieg, anhaltende Spannungen und Grenzstreitigkeiten mit Sudan, gewalttätige interethnische und interkommunale Auseinandersetzungen sowie Streitigkeiten zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Gruppen haben zur Verschlechterung der humanitären Lage beigetragen. Gleichermaßen gilt dies für Überfälle bewaffneter Gruppen, die entsprechend fragile Sicherheitslage, gewaltbedingte Vertreibungen innerhalb des Landes, das Eintreffen weiterer Flüchtlinge aus Nachbarländern, die schlechte Wirtschafts- und Versorgungslage, das hohe Preisniveau und saisonale Überflutungen, die zur Regenzeit 60% der Straßen des Landes unpassierbar machen.

Darüber hinaus steht das Land vor enormen strukturellen Herausforderungen wie einer desolaten (Transport-)Infrastruktur, die auch die humanitäre Hilfe einschränkt, einem sehr niedrigen Bildungsniveau, kaum vorhandenen staatlichen Institutionen und mangelnder Grundversorgung (Wasser, Sanitär, Gesundheit).

Flüchtlingssituation

Flüchtlinge im Südsudan
Flüchtlinge im Südsudan© picture alliance/dpa

Seit Dezember 2013 wurden mindestens 2 Millionen Menschen innerhalb des Südsudans vertrieben, über 1,8 Millionen Menschen flohen in die Nachbarländer. Die Zustände für die Vertriebenen sind schwierig; viele von ihnen haben keinen oder nur beschränkten Zugang zu Notunterkünften und Nahrungsmitteln.

Südsudan beherbergt selbst bereits seit Jahren viele Flüchtlinge aus den Nachbarländern: Aktuell sind dies über 266.000 aus Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, der Zentralafrikanischen Republik und Uganda.

Unsichere Nahrungsmittelversorgung

Der in der Vergangenheit praktizierte Ölförderboykott des Südsudans hatte finanzielle Engpässe im Staatshaushalt zur Folge, so dass viele staatliche Hilfsmaßnahmen eingestellt werden mussten und Gehälter nur unregelmäßig oder gar nicht bezahlt werden konnten. Dadurch hat sich die Not vieler Menschen vergrößert.

Die aktuellen Kämpfe gefährden landesweit die Wirtschaftstätigkeit und verstärken die insbesondere in einigen Bundesstaaten kritische Nahrungsmittelunsicherheit. Die schlechte Infrastruktur und die unzureichende Marktentwicklung verhindern den Transport von Nahrung in besonders bedürftige Regionen. Saisonale Überflutungen führen zudem zu weiteren Notlagen und dem Ausbruch von Krankheiten wie Hepatitis und Malaria.

Unterstützung durch das Auswärtige Amt

Im Nordosten des Landes kommt es immer wieder zu Dürreperioden
Im Nordosten des Landes kommt es immer wieder zu Dürreperioden© picture alliance/dpa

Das Auswärtigen Amt fördert aus seinen Mitteln in Südsudan Nothilfeprojekte deutscher und internationaler Nichtregierungsorganisationen, sowie die Arbeit von humanitären Organisationen der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK). Im Jahr 2016 stellte das Auswärtige Amt insgesamt 58,6 Millionen Euro für Maßnahmen der humanitären Hilfe in Südsudan bereit. Schwerpunkte der Projekte sind Nahrungsmittelhilfe, Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen, medizinische Versorgung, Notunterkünfte, Schutzmaßnahmen, Verbesserung der Lebensbedingungen und Katastrophenvorsorge. Zudem wurde wegen der schlechten Straßen der für die Hilfslogistik besonders wichtige humanitäre Flugdienst der Vereinten Nationen (UNHAS) finanziell unterstützt.

Angesichts der dramatischen Entwicklung gehen die Vereinten Nationen für das Jahr 2017 von einem humanitären Bedarf von 1,6 Milliarden US-Dollar in Südsudan aus. Die Bundesregierung setzt ihr humanitäres Engagement 2017 entsprechend bedarfsorientiert fort und hat Mittel in Höhe von knapp 90 Millionen Euro für humanitäre Projektunterstützung vorgesehen.

Weitere Informationen zu Südsudan

Verwandte Inhalte

nach oben