Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Humanitäre Hilfe für Jemen

Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch.

Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch., © DRK

09.04.2018 - Artikel

Jemen befindet sich in einer der dramatischsten humanitären Krisen weltweit. 22,2 Millionen Menschen sind direkt von den Folgen bewaffneter Auseinandersetzungen und Nahrungsmittelunsicherheit betroffen, oft fehlt Zugang zu elementarer Gesundheitsversorgung.

Katastrophale Lage

Lebensmittelverteilung im Rahmen eines DRK-Projekts für binnenvertriebene Familien in der Stadt Taiz (Jemen).
Lebensmittelverteilung im Rahmen eines DRK-Projekts für binnenvertriebene Familien in der Stadt Taiz (Jemen).© DRK

Von insgesamt 29,3 Millionen Einwohnern Jemens benötigt über die Hälfte humanitäre Hilfe. 22,2 Millionen Menschen, davon 11,3 Millionen Kinder, sind von Nahrungsmittelunsicherheit, fehlendem Zugang zu elementarer Gesundheitsversorgung sowie den direkten Folgen von bewaffneten Auseinandersetzungen betroffen.

Besonders kritisch sind die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit. Jemen weist weltweit die dritthöchste Rate von Unterernährung auf, was laut OCHA derzeit eine Mangelernährung bei 12 Prozent der Bevölkerung bedeutet. Durch fehlenden Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen werden die Folgen von Mangelernährung und damit die Anfälligkeit für Epidemien zusätzlich verschärft. Anfang 2018 sind bereits 22 von 23 Gouvernoraten vom Ausbruch der Cholera betroffen – die größte Choleraepidemie weltweit. Nach Berichten von UNICEF stirbt alle 10 Minuten ein Kind an vermeidbaren Krankheiten.

Es fehlt an grundlegender Versorgung

Die dringendsten Bedarfe liegen für die jemenitische Bevölkerung in der Ernährung, der Gesundheitsversorgung, sicherem Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen sowie in Schutzmaßnahmen. Insbesondere die rund zwei Millionen Binnenvertriebenen, die unter meist prekären Bedingungen leben, benötigen akute humanitäre Hilfsmaßnahmen, auch mit Blick auf die harschen Witterungsbedingungen.

Die erforderlichen humanitären Hilfsmaßnahmen werden jedoch durch Verletzungen des humanitären Völkerrechts erschwert. Zugangsbeschränkungen, Angriffe auf humanitäre Helfer und administrative Einschränkungen behindern die so dringend benötigten Hilfeleistungen. Ein weiterer humanitärer Schwerpunkt neben der Deckung der dringendsten Bedarfe besteht daher in den koordinierten Bemühungen der Vereinten Nationen zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts und zur Verhinderung weiterer Menschenrechtsverletzungen.

Was Deutschland leistet

Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.
Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.© ICRC/Mohammed Yaseen

Mit der Förderung von länder- und sektorübergreifenden Hilfsprojekten der Vereinten Nationen, der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und deutscher Nichtregierungsorganisationen leistet das Auswärtige Amt schon seit Beginn der akuten Krise humanitäre Hilfe im Jemen. Den Rahmen gibt dabei der durch die Vereinten Nationen koordinierte und priorisierte humanitäre Bedarfsplan vor. Das Auswärtige Amt hat 2017 die humanitäre Hilfe für Jemen deutlich erhöht und rund 165 Millionen Euro für humanitäre Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt – fünfmal so viel wie im Jahr zuvor.

Die strategischen Schwerpunkte der deutschen humanitären Hilfe im Jemen entsprechen hierbei dem Bedarfsprofil, insbesondere in den Bereich der Nahrungsmittelhilfe, Gesundheit sowie Wasser- und Sanitärversorgung. Die Hilfsmaßnahmen kommen vorrangig Gebieten mit besonders großem Hilfsbedarf zugute..

Humanitäre Hilfe für die Menschen im Jemen wird auch 2018 ein Schwerpunkt deutscher Auslandspolitik sein.

Schlagworte

nach oben