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Humanitäre Hilfe für die Menschen in Aleppo

18.08.2016 - Artikel

Die Bewohner Aleppos leiden unter Gewalt und Belagerung. Deutschland als größter Geber ermöglicht dort lebensrettende Hilfsmaßnahmen. Aber die Versorgung wird immer schwieriger.

In Aleppo leiden die Menschen unter den katastrophalen Folgen der Gewalt. Noch können humanitäre Hilfskonvois des Welternährungsprogramms (WFP) zumindest im Westen der Stadt das Leid etwas mildern – auch dank der Unterstützung Deutschlands als größtem Geber. Im Osten ist die Lage weiterhin dramatisch. Bereits am Wochenende hatte Außenminister Steinmeier dringend eine mindestens 48-stündige Waffenruhe und humanitären Zugang unter Aufsicht der Vereinten Nationen gefordert.

Der Hilfskonvoi vor der Abfahrt in Richtung Aleppo
Der Hilfskonvoi vor der Abfahrt in Richtung Aleppo© WFP

Unermessliches Leid

Umzingelt von Kämpfen, bedroht von Bombenangriffen, abgeschnitten von grundlegender Versorgung: Das Leiden der 300.000 Menschen in Aleppo und Umgebung ist unermesslich. Viele Bewohner aus dem besonders betroffenen Osten sind in den Westen der Stadt geflohen, der für Hilfslieferungen derzeit noch erreichbar ist. Gerade sind 30 Lastwagen mit Reis, Bulgur, Bohnen, Linsen, Mehl, Zucker, Pflanzenöl dank des mutigen Einsatzes der UN-Hilfsorganisation WFP dort eingetroffen.

Deutschland als größter Geber

Ermöglicht wurde die Hilfslieferung auch durch die finanzielle Unterstützung Deutschlands für das Welternährungsprogramm. Als mittlerweile größter Geber hat die Bundesregierung bislang mehr als zwei Milliarden Euro für humanitäre Hilfe in Syrien bereitgestellt. Diese Hilfe in höchster Not rettet Leben, gleichzeitig laufen die Bemühungen um eine nachhaltige Verhandlungslösung weiter: „Wir brauchen eine Lösung für ganz Syrien. Die Waffen müssen schweigen, für die Menschen in Syrien, aber auch, damit wir eine bessere Ausgangssituation für eine neue Verhandlungsrunde in Genf schaffen“, sagte Außenminister Steinmeier dazu am Wochenende.

Dramatische Lage im Osten

Geladen waren insbesondere Grundnahrungsmittel
Geladen waren insbesondere Grundnahrungsmittel© WFP

Im Osten von Aleppo sind die Menschen weiterhin von den Gefechten eingekesselt. Auch dort leistet Deutschland Unterstützung durch medizinisches Hilfspersonal, sogenannte White Helmets, und für das unterirdische Al-Quds-Krankenhaus. Aber aufgrund der Bombardements und Belagerung durch das Regime wird die Versorgungslage dort immer schlimmer. Neue Hilfsgüter wie Nahrung und Medikamente können die Menschen derzeit nicht erreichen.

Waffenruhe und humanitärer Zugang

Außenminister Steinmeier hat daher immer wieder eine mindestens 48-stündige Waffenruhe gefordert sowie die Einrichtung von humanitären Zugängen für alle Stadtteile von Aleppo. Eine solche Waffenruhe wurde nun von Russland für kommende Woche angekündigt und wäre ein entscheidender Schritt, um die Menschen vor Ort mit der dringend benötigten medizinischen Hilfe und sauberem Wasser versorgen zu können. Dabei ist es wichtig, dass auch die Unterstützer der bewaffneten Opposition die Waffenruhe mittragen. Außerdem dürfen die Kampfhandlungen bis dahin nicht weiter eskalieren, so dass noch mehr unschuldige Menschen in Aleppo ihr Leben verlieren. Als Unterstützer des Regimes trägt Russland hier eine ganz besondere Verantwortung.

Zum Weiterlesen

Außenminister Steinmeier zur Lage in Syrien

Deutsches Engagement in der Syrienkrise

Deutsche Humanitäre Hilfe

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