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"Innovation Accelerator" des Welternährungsprogramms: Neue Ideen gegen Hunger

11.07.2016 - Artikel

Das Innovationszentrum soll kreative Werkzeuge im Kampf gegen Hunger identifizieren und fördern. Das Auswärtige Amt fördert das Projekt mit zwei Millionen Euro.

Noch immer haben 795 Millionen Menschen weltweit nicht genug zu essen. Das sind 200 Millionen weniger als noch in den 1990er Jahren. Aber es bleibt viel zu tun, um den Hunger bis zum Jahr 2030 zu beseitigen, wie es die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen vorsehen. Der "Innovation Accelerator", den das Welternährungsprogramm (WEP) am Montag (11.07.) in München eröffnet hat, soll innovative Lösungsansätze auf diesem Weg identifzieren und fördern.

Außenminister Steinmeier bei der Eröffnung des Innovation Accelerators
Außenminister Steinmeier bei der Eröffnung des Innovation Accelerators© Photothek / Imo

"Es wird neue Wege brauchen"

"Angesichts der größten globalen Flüchtlingskrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist der Bedarf an humanitärer Hilfe größer denn je", sagte Außenminister Steinmeier bei der Eröffnung des Innovation Accelerators. Deutschland steht dem WEP im Jahr 2016 mit 570 Millionen Euro als zweitgrößter Geber weltweit zur Seite. "Aber Nothilfe allein reicht nicht aus. Es wird weiter neue Wege brauchen, wenn wir erreichen wollen, dass auf unserem Planeten niemand mehr Hunger leiden muss", so Steinmeier weiter.

Instrument aus der Start-Up-Szene

Der "Innovation Accelerator" ist ein Instrument aus der Start-Up-Szene, das die Entwicklung dieser neuen Ideen befördern soll. In diesem Innovationszentrum in München werden Experten aus der Wissenschaft mit Praktikern aus Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenkommen, um vielversprechende Ideen auszuwählen, zu verfeinern, Prototypen zu entwickeln und ihren Einsatz im Feld zu ermöglichen. Die Vorschläge können sowohl von den humanitären Helfern des WEP als von externen Ideengebern kommen. Von einem eindrücklichen Beispiel berichtete Steinmeier nach seinem Rundgang im Zentrum:

In der syrischen Stadt Homs versorgt das Welternährungsprogram 2.000 Mütter und ihre Kinder mit Nahrungsmitteln. Die Gelder für diese Hilfe wurden in nur vier Monaten von privaten Spendern eingeworben: und zwar in Kleinstbeträgen von 40 Cent über die Smartphone App „Share the Meal“. Ich habe sie mir gerade zeigen lassen: Mit einem Klick wählt man den Betrag, den man spenden möchte und erfährt gleichzeitig, wohin das Geld geht! Das ist ein gutes Beispiel für eine innovative Finanzierungs-Idee – und zugleich für die Einbindung neuer, auch nicht-staatlicher Partner.

"Big Data" als mögliche Stoßrichtung

Außenminister Steinmeier, Staatsminister Brunner, Exekutivsekretärin Cousin und Entwicklungsminister Müller (2.v.l. bis 2.v.r)
Außenminister Steinmeier, Staatsminister Brunner, Exekutivsekretärin Cousin und Entwicklungsminister Müller (2.v.l. bis 2.v.r)© Photothek / Imo

"Wir brauchen eine engere Verzahnung zwischen Humanitärer Hilfe, Wirtschaft und Forschung. Das Innovationszentrum wird dazu beitragen, neue Technologien oder Geschäftsmodelle zum Wohle von Menschen in Not zu entwickeln", sagte Steinmeier bei der Eröffnung. Die WEP-Exekutivsekretärin Ertharin Cousin nannte etwa die Analyse großer Datenmengen ("Big Data") als eine mögliche Stoßrichtung der Innovation. "So können wir die Art und Geschwindigkeit unserer Hilfe verändern", sagte Cousin.

Der Innovation Accelerator wird vom Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung unterstützt. Allein mit dem finanziellen Beitrag des Auswärtigen Amts für 2016 in Höhe von 2 Millionen Euro wird die Entwicklung von bis zu 20 Innovationsprojekten im Bereich Informationstechnologie und Logistik ermöglicht.

Zum Weiterlesen

Rede von Außenminister Steinmeier zur Eröffnung des Innovation Accelerators

Deutsche Humanitäre Hilfe

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