Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Humanitäre Krisen: "Vergessen ist keine Option!"

26.01.2016 - Artikel

Das Auswärtige Amt macht mit einer Kampagne auf die vergessenen humanitären Krisen der Welt aufmerksam. Der Auftakt fand am 22.01. in Münster statt.

Vor der dramatischen humanitären Lage in Syrien kann niemand die Augen verschließen. Doch gleichzeitig gibt es viele weitere humanitäre Krisen auf der Welt - abseits der öffentlichen Wahrnehmung. Auf diese "vergessenen humanitären Krisen" macht das Auswärtige Amt nun mit einer neuer Veranstaltungsreihe aufmerksam.

Studenten der FH Münster stellen Logo vor

Das Logo der Kampagne, entworfen von Münsteraner Studierenden
Das Logo der Kampagne, entworfen von Münsteraner Studierenden© Auswärtiges Amt

Der Auftakt der Kampagne fand am 22.01. in Münster statt. Gemeinsam mit der Stadt Münster und der dortigen Fachhochschule ist es gelungen, ein großes und junges Publikum für die Thematik zu interessieren. Oberbürgermeister Lewe wies in seinem Grußwort im historischen Rathaus darauf hin, dass die aktuelle Flüchtlingssituation beweise, wie schnell eine humanitäre Krise vor unserer Haustür spürbar werden könne.

Studierende der FH Münster im Fachbereich Design stellten zu diesem Anlass das exklusiv für die Veranstaltungsreihe entworfene Logo vor. In einem mehrmonatigen Prozess hatte eine Gruppe Studierender im Dialog mit dem Auswärtigen Amt eine eindringliche und verständliche Visualisierung des Themas erschaffen.

Kein Land und kein Thema vernachlässigen

Die Veranstalter mit Oberbürgermeister Markus Lewe (2.v.r.)
Die Veranstalter mit Oberbürgermeister Markus Lewe (2.v.r.)© Auswärtiges Amt

In der anschließenden Podiumsdiskussion im Rathaussaal mit Vertretern aus Medien, Hilfsorganisationen und Wissenschaft erläuterte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Christoph Strässer, dass sich Deutschland in besonderem Maße für die vergessenen Krisen engagiere: Diesen Auftrag an die deutsche humanitäre Hilfe könne man bereits dem aktuellen Koalitionsvertrag entnehmen. Deutschland setze sich dafür ein, dass weder einzelne Länder, noch einzelne Themen oder Sektoren der humitären Hilfe vernachlässigt werden. Unerlässlich dafür sei, dass die internationale humanitäre Gesellschaft noch mehr in Partnerschaften arbeite, Verantwortung teile und lokale Akteure stärke. Es sei wichtig, innovative Ansätze in der humanitären Hilfe gerade auch in vergessenen Krisen anzuwenden. Schließlich sei umfangreiche Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit nötig, um das zivilgesellschaftliche Engagement für diese Krisen weiter zu stärken.

Drei Fragen zur Kampagne

Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe
Der Beauftragte der Bundesregierung für Humanitäre Hilfe© Photothek

Zu Beginn der Kampagne beantwortete Christoph Strässer die wichtigsten Fragen zum Thema:

Warum ist es wichtig sich für vergessene humanitäre Krisen zu engagieren?

Humanitäre Hilfe zu leisten ist eine moralische Verpflichtung, gerade in vergessenen Krisen – diese leiden in besonderem Maße an Unterfinanzierung, mangelndem politischen Interesse zur Beseitigung der zugrundeliegenden Konflikte und oft auch ganz praktisch an Zugang von Hilfsorganisationen zu den Bedürftigen.

Welche Rolle spielt das Auswärtige Amt bei dem Thema?

Das Auswärtige Amt koordiniert die deutsche humanitäre Hilfe. Es setzt sich im Dialog mit seinen Partnern auf nationaler und internationaler Ebene für Innovationen in der humanitären Hilfe und deren Weiterentwicklung ein. Ich denke dabei z.B. an neue Finanzierungsmöglichkeiten für die humanitäre Hilfe wie mehrjährige Projektfinanzierung oder Pooled Funds für einzelne Länder; Deutschland leitet zusammen mit Schweden und Großbritannien eine Arbeitsgruppe hierzu bei den Vereinten Nationen. Wir wollen unsere neuen Ansätze beim ersten humanitären Weltgipfel im Mai 2016 in Istanbul einbringen.

Wie geht es mit der Kampagne zu den Vergessenen humanitären Krisen weiter?

Das Podiumsgespräch in Münster war erst der Auftakt einer ganzen Veranstaltungsreihe. Wir planen mit unseren Partnern weitere Initiativen mit unterschiedlichen Ansätzen. Denn wir wollen nicht nur das Fachpublikum erreichen – sondern ein möglichst breites Interesse an der Beschäftigung mit vergessenen Krisen wecken. Wir dürfen die Menschen in vergessenen Krisen nicht ihrem Schicksal überlassen. Denn Vergessen ist keine Option!

Verwandte Inhalte

Schlagworte