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Welttag der humanitären Hilfe

19.08.2014 - Artikel

Die Vereinten Nationen gedenken am 19. August der humanitären Helfer, die im Einsatz ihr Leben verloren haben. Weltweit ist die Zahl der Menschen in humanitärer Notlage weiter gestiegen.

Die Vereinten Nationen würdigen am 19. August die Prinzipien der internationalen humanitären Hilfe und gedenken der Helfer, die im Rahmen ihrer Tätigkeit ihr Leben verloren haben. Weltweit ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Menschen in humanitärer Notlage weiter gestiegen: Der von den Vereinten Nationen ermittelte humanitäre Bedarf beläuft sich für 2014 auf einen historischen Spitzenwert von rund 13 Milliarden Euro. Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Christoph Strässer, nannte die Zahlen „erschütternd“.

Flüchtlinge in Erbil, Nordirak
Flüchtlinge in Erbil, Nordirak© Photothek/Imo

„Eine so große Anzahl von weltweiten Brandherden hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben“ - das erklärte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in einer Sondersitzung der EU-Außenminister am vergangenen Freitag (15.08.) in Brüssel. Die politischen Krisen in Irak, Syrien, Gaza, der Ukraine, Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik haben humanitäre Krisen zur Folge, unter denen weltweit Millionen Menschen leiden.

Der von den Vereinten Nationen (UNO) für 2014 ermittelte humanitäre Bedarf beläuft sich auf einen historischen Spitzenwert von rund 13 Milliarden Euro weltweit. Tragischerweise erreichte auch die Zahl der im Einsatz getöteten, entführten und verletzten humanitären Helfer im vergangenen Jahr einen traurigen Höchststand: Bei Angriffen gegen 460 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wurden weltweit 155 Helfer getötet.

Versorgung der Flüchtlinge in Nordirak

Registrierung von Flüchtlingen in Erbil, Nordirak
Registrierung von Flüchtlingen in Erbil, Nordirak© Photothek/Imo

Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Christoph Strässer, nannte die Zahlen „erschütternd“. Dahinter stünden zahlreiche humanitäre Geber, Hilfsorganisationen und vor allem Tausende Helfer, die versuchten, das Leid der betroffenen Menschen zu lindern. Er selbst sei am heutigen Welttag nach Nordirak gereist, um sich vor Ort ein Bild von der dramatischen humanitären Situation, der deutschen Hilfe und dem Einsatz der humanitären Helfer zu machen. Strässer erklärte weiter:

Die Gefahren für Leib und Leben werden im Bereich der humanitären Hilfe immer größer. Wir denken heute besonders auch an die getöteten humanitären Helfer, zuletzt vor wenigen Tagen im Südsudan. Mitmenschlichkeit und Solidarität sind in uns allen angelegt. Lassen Sie uns Botschafter dieser Werte sein!

Verladung von deutschen Hilfsgütern für Irak am Flughafen Berlin-Schönefeld
Verladung von deutschen Hilfsgütern für Irak am Flughafen Berlin-Schönefeld© DRK

Strässer war am Montag (18.08.) an Bord eines Hilfsflugs der Bundesregierung in Erbil eingetroffen, der medizinische Hilfsgüter zur Versogung von rund 20.000 Menschen sowie Zelte, Decken und Wasserkanister nach Nordirak brachte. Seit Beginn der Krise in Irak hat das Auswärtige Amt 4,4 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für das Land zur Verfügung gestellt.

Erste-Hilfe-Konvoi für die Ukraine

Beladen des Hilfsflugs für die Ukraine
Beladen des Hilfsflugs für die Ukraine© DRK

Doch auch an den anderen „weltweiten Brandherden“ leistet die Bundesregierung humanitäre Hilfe: Für humanitäre Hilfsleistungen in der Ostukraine hat das Auswärtige Amt bislang 3,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Bereits im März 2014 hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) einen ersten Hilfsflug in die Region organisiert, der Erste-Hilfe-Rucksäcke für die Erstversorgung von Verletzten sowie Sanitätsmaterial, Decken und Rettungswagen enthielt. Dieses Material wurde an Helfer des Ukrainischen Roten Kreuzes übergeben. Außerdem wurden Erste-Hilfe-Kurse durchgeführt, um die Mitarbeiter für Einsätze zu schulen.

Erste-Hilfe-Training mit dem Ukrainischen Roten Kreuz
Erste-Hilfe-Training mit dem Ukrainischen Roten Kreuz© DRK

Am 12. Juni 2014 startete ein neun Fahrzeuge starker Hilfskonvoi des DRKDeutsches Rotes Kreuz von Berlin nach Kiew, der erneut Erste-Hilfe-Material und Sanitätsausrüstung wie Tragen, Decken und Rollstühle enthielt. Hiermit soll die Einsatzfähigkeit des Ukrainischen Roten Kreuzes gestärkt werden; außerdem wird der Ausbau von Sozialstationen für ältere Menschen gefördert.

Nahrungsmittelhilfe im Südsudan

Im Südsudan zeichnet sich derzeit eine Hungersnot ab: Die aktuelle politische Krise hat die landwirtschaftliche Aktivität weitgehend zum Erliegen gebracht; über 7 Millionen Menschen sind von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht. Der humanitäre Zugang zu den hilfsbedürftigen Menschen ist durch die Kampfhandlungen stark eingeschränkt.

Wasserpumpe in einer Siedlung im Südsudan
Wasserpumpe in einer Siedlung im Südsudan© picture alliance/dpa

Das Auswärtige Amt fördert im Südsudan Nothilfeprojekte der Vereinten Nationen, deutscher Nichtregierungsorganisationen (NRO) und des Internationalen Kommittees des Roten Kreuzes (IKRK). Schwerpunkte der Projekte sind Nahrungsmittelhilfe, Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen, medizinische Versorgung sowie Notunterkünfte. Aufgrund der unzureichenden Infrastruktur wird auch der humanitäre Flugdienst der Vereinten Nationen (UNHAS) finanziell unterstützt.

Angesichts der dramatischen Entwicklung im Südsudan gehen die Vereinten Nationen für das Jahr 2014 von einem humanitären Bedarf in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar aus.

Auch in den anderen Krisenregionen der Welt wird der Bedarf für humanitäre Hilfe weiter ansteigen - eine Tatsache, die nicht nur am Welttag der humanitären Hilfe die Agenda der Hilfsorganisationen und der internationalen Gemeinschaft prägt.

Weitere Informationen

Übersicht über die Arbeit des Auswärtigen Amtes im Bereich Humanitäre Hilfe

Auswahl einiger Hilfsprojekte

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