Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Klimawandel - Herausforderung für die humanitäre Hilfe

17.06.2014 - Artikel

Die Folgen des Klimawandels stellen die humanitäre Hilfe vor enorme Herausforderungen. Das 34. Forum Globale Fragen am 17. Juni brachte Klimaforscher und Hilfsorganisationen zusammen.

Paneldiskussion zu zukünftigen Handlungsschwerpunkten für die humanitäre Hilfe
Paneldiskussion zu zukünftigen Handlungsschwerpunkten für die humanitäre Hilfe© AA

Die Folgen des Klimawandels stellen die humanitäre Hilfe vor enorme Herausforderungen. Das 34. Forum Globale Fragen, das am 17. Juni im Auswärtigen Amt stattfand, brachte Klimaforscher und Hilfsorganisationen zusammen, um gemeinsam Strategien für effektives Risikomanagement zu entwickeln.

Es ist kein Zufall, dass der weltweite humanitäre Bedarf in den letzten Jahren stark angestiegen ist: Mitverantwortlich dafür sind die Auswirkungen des Klimawandels. Extreme Wetterereignisse wie Dürren, starke Regenfälle und tropische Wirbelstürme führen zunehmend zu humanitären Notlagen. Der schleichende Verlust an Anbau- und Weideflächen wegen Veränderungen in der Regenzeit oder zunehmender Trockenheit schafft Engpässe bei der Nahrungsmittelversorgung, was die Gefahr von Konflikten erhöht und in zunehmenden Flüchtlingsbewegungen resultiert.

All dies sind Gründe, weshalb sich Klimaforscher verstärkt mit Akteuren der humanitären Hilfe austauschen sollten. Das 34. Forum Globale Fragen, das am 17. Juni im Auswärtigen Amt stattfand, widmete sich daher dem Thema: „Klimawandel - eine Herausforderung für die humanitäre Hilfe.“ Zahlreiche Gäste aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft - u.a. vom Deutschen Roten Kreuz, dem World Food Programme, dem United Nations High Commissioner for Refugees und der Welthungerhilfe - diskutierten in verschiedenen Panels, wie sich wissenschaftliche Klimaprognosen in Risikoanalysen berücksichtigen lassen und welche Handlungsschwerpunkte sich daraus für die humanitäre Hilfe ableiten lassen.

Paradigmenwechsel in der humanitären Hilfe

Die Leiterin der Abteilung Vereinte Nationen und Globale Fragen im Auswärtigen Amt, Patricia Flor, wies gleich zu Beginn der Veranstaltung darauf hin, dass die humanitäre Hilfe derzeit einen Paradigmenwechsel vollziehe: Vom reaktiven Krisenmanagement hin zum aktiven Risikomanagement. Die sogenannte „Preparedness“ sei langfristig nachhaltiger als die Hilfe im Katastrophenfall; möglich sei sie jedoch nur durch die Prognosen von Experten.


Zeitalter der Konsequenzen

Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Christoph Strässer, begann sein Impulsreferat mit einer Meldung der Weltorganisation für Meteorologie: Diese habe vor zwei Wochen gewarnt, dass die Konzentration des klimaschädlichen Kohlendioxids einen neuen Höchststand in der Atmosphäre der nördlichen Halbkugel erreicht habe. Strässer fügte hinzu:

Der Klimawandel ist nicht mehr nur ein Problem der Zukunft - er findet bereits statt. Wir sind folglich bereits in ein Zeitalter der Konsequenzen eingetreten. Es ist die Aufgabe der humanitären Hilfe, sich auf die veränderten Herausforderungen einzustellen, sich auf die Konsequenzen vorzubereiten sowie sinnvoll und effektiv darauf zu reagieren.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Christoph Strässer
Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Christoph Strässer© AA

Bei aller Kritik am Klimagipfel in Kopenhagen 2009 habe dieser ein konkretes Ergebnis gehabt: Die Industrieländer hätten sich darauf geeinigt, die Entwicklungsländer bei der Bekämpfung des Klimawandels zu unterstützen, so Strässer. Bis zum Jahr 2020 wollen die Industrieländer hierfür 100 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen. Der hohe Betrag sei notwendig, da sich der Bedarf an humanitärer Hilfe in den letzten 10 Jahren vervielfacht habe. Der Klimawandel spielt dabei eine wichtige Rolle: Extreme Wetterereignisse sind laut Strässer schon heute für über 75 Prozent der Naturkatastrophen verantwortlich - vor allem in ohnehin schwach entwickelten Ländern.

Netzwerk zwischen Wissenschaftlern und Hilfsorganisationen

Der Beauftragte für humanitäre Hilfe schloß mit der Ankündigung, dass das Auswärtige Amt in Vorbereitung zum World Humanitarian Summit im Jahr 2016 nationale und internationale Partner darin unterstützen wolle, den Umgang mit den humanitären Herausforderungen des Klimawandels wieder stärker auf die politische Agenda zu setzen. Strässer bat die teilnehmenden Panelisten daher, möglichst greifbare Maßnahmen für die humanitär-geprägte Anpassung an den Klimawandel aufzuzeigen - ihr Beitrag sei für die Weiterentwicklung der Klimadiplomatie und für das Netzwerk zwischen Wissenschaft und humanitären Hilfsorganisationen von großer Bedeutung.

Weitere Informationen

Impulsreferat des Beauftragten für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der Bundesregierung, Christoph Strässer, beim 34. Forum Globale Fragen (17.06.14)

Humanitäre Hilfe

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben