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Vergessene humanitäre Krisen - was können wir tun?

19.06.2013 - Artikel

Bei einer Podiumsdiskussion im Auswärtigen Amt wurden neue Handlungsoptionen erörtert für langandauernde humanitäre Notlagen, die vom internationalen Engagement und der Öffentlichkeit nur in geringen Maße berücksichtigt werden, wie im Falle der Westsahara oder Myanmars.

Humanitäre Notlagen wie in der Zentralafrikanischen Republik, in Myanmar, der Westsahara oder in Kolumbien gelten als vergessene Krisen. Sie dauern seit langer Zeit an und werden vom internationalen humanitären Engagement und der Öffentlichkeit nur wenig berücksichtigt. Aber wie kann den Menschen dort dennoch im nötigen Umfang geholfen werden, das erörterten Experten und Fachpublikum am 18. Juni im Auswärtigen Amt bei einer Podiumsdiskussion.

Podiumsteilnehmer der Diskussion über vergessene humanitäre Krisen am 18. Juni
Podiumsteilnehmer der Diskussion über vergessene humanitäre Krisen am 18. Juni© Diakonie Katastrophenhilfe

Unter der Leitfrage „Vergessene humanitäre Krisen - was können wir tun“ diskutierten Tom Koenigs, Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestags, Vertreter deutscher humanitärer Nichtregierungsorganisationen, der Medien und des Auswärtigen Amts sowie zivilgesellschaftliche Regionalexperten mit einem Fachpublikum.

Ausgangspunkt war die Feststellung, dass lang andauernde humanitäre Krisen zunehmen. Der weltweit wachsende humanitäre Bedarf übersteigt die Möglichkeiten der internationalen humanitären Hilfe bei Weitem. Vergessene humanitäre Krisen entstehen durch eine Wechselwirkung zwischen fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen und geringem politischen wie auch öffentlichem Interesse.

Aufmerksamkeit für vergessene Krisen erzeugen

Um diese Wechselwirkung zu durchbrechen ist ein stärkeres gemeinsames Eintreten aller humanitären Akteure für vergessene Krisen notwendig. Vorausschauende Gestaltung humanitärer Hilfe sowie die Stärkung lokaler Kapazitäten sind dabei Schlüsselfaktoren für ein noch effizienteres humanitäres Engagement. Innovative und flexible Finanzierungsinstrumente sollen diesen Prozess fördern. Ein künftig von humanitären Nichtregierungsorganisationen und Bundesregierung gemeinsam organisierter „Tag der vergessenen humanitären Krisen“ kann dazu beitragen, mehr Aufmerksamkeit auf vergessene humanitäre Krisen zu lenken.

Der Veranstaltung, die gemeinsam vom Auswärtigen Amt und dem Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) angeboten wurde, ging eine Klausur des Koordinierungsausschusses Humanitäre Hilfe zum selben Thema voraus.

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