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Humanitärer Appell: Außenminister Gabriel fordert mehr Hilfsgelder

Außenminister Sigmar Gabriel fordert mehr Engagement für humanitäre Hilfe.

Außenminister Sigmar Gabriel fordert mehr Engagement für humanitäre Hilfe., © Florian Gaertner/photothek.net

08.11.2017 - Artikel

Nicht einmal die Hälfte des weltweiten humanitären Hilfsbedarfs ist gedeckt. Warum Deutschland jetzt mit gutem Beispiel voran gehen muss.

Außenminister Gabriel hat die Weltgemeinschaft dazu aufgefordert, dringend benötigte Finanzmittel für die Versorgung von durch Hunger und Krieg bedrohten Zivilisten bereitzustellen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind weniger als 50 Prozent des aktuellen Hilfsbedarfs in den verschiedenen Krisenregionen der Welt durch die Zusagen von Gebern gedeckt. 

Welternährungsprogramm muss Essensrationen kürzen

„Niemand wird sagen können, die Menschheit sei nicht ausreichend informiert gewesen“, so Gabriel. Besonders dramatisch ist die Lage in Syrien und in den Krisenherden auf dem afrikanischen Kontinent. Weil dem Welternährungsprogramm das Geld ausgeht, mussten beispielsweise die Nahrungsrationen für somalische Flüchtlinge in Kenia um 30 Prozent gekürzt werden. Die akute Not der Menschen zu lindern sei nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch unabdingbar, um Fluchtursachen zu beseitigen, sagte Gabriel. 

Deutschland hat Hilfe erhöht – andere müssen folgen

Deutschland hat seine Ausgaben für humanitäre Hilfe in den letzten Jahren immer weiter drastisch erhöht. Insgesamt stellt Deutschland mittlerweile einen Betrag von mehr als 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung, um weltweit Menschen in Not zu helfen. Um beispielsweise im Jemen eine humanitäre Katastrophe abzuwenden, müsse Deutschland seine Hilfsausgaben weiter erhöhen, so Gabriel. Insbesondere seien aber auch andere große Geberländer gefragt, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, sagte der Außenminister. 

Sigmar Gabriel trifft Vetreter des Zentralrats der Jesiden.
Außenminister Gabriel mit Vertretern des Zentralrats der Jesiden in Deutschland.© Florian Gaertner/photothek.net

Gabriel hatte am Dienstag (07.11.) Vertreter des Zentralrats der Jesiden in Deutschland zu einem Gespräch getroffen. Die Situation der Jesiden im Irak zeige besonders eindrucksvoll, wie massiv die Bedrohung und die humanitäre Notlage für Zivilisten in zahlreichen Konflikten sei, sagte Gabriel nach dem Treffen. 



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