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Humanitäre Hilfe für Menschen in der Ost-Ukraine

Humanitäre Hilfe in der Ost-Ukraine.

Humanitäre Hilfe in der Ost-Ukraine., © dpa

28.02.2018 - Artikel

Im Konfliktgebiet  sind tausende Menschen von der Versorgung abgeschnitten. Im eisigen Winter spitzt sich die Lage zu. Als größter bilateraler Geber hilft Deutschland den Menschen vor Ort.

Im Konfliktgebiet in der Ostukraine sind die Winter lang und hart. Monatelange Minusgrade machen das Leben in den oft nur notdürftig wiederhergerichteten Häusern zur Tortur. Es fehlt an Kohle zum Heizen, die Wasserversorgung steht kurz vor dem Zusammenbruch. Eigentlich gibt es in der Ukraine genügend Kohle. Doch wegen dem anhaltenden Konflikt sind tausende Zivilisten von der Versorgung abgeschnitten. 

Dramatische Auswirkungen für Zivilbevölkerung

Der Konflikt in der Ostukraine hat in vielfältiger Weise dramatische Auswirkungen auf das tägliche Leben der Menschen vor Ort. Mehr als vier Millionen Menschen sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen in der Ukraine auf humanitäre Hilfe angewiesen: Nahrungsmittel, Wasser, Gegenstände  des täglichen Bedarfs. Mehr als drei Millionen Menschen sind aus der Ostukraine geflohen, zum Teil in die Nachbarländer, zum Teil in andere Regionen der Ukraine. Zurückbleiben meist ältere Menschen, Rentner, Kranke und Menschen mit Behinderungen – tatsächlich sind in keiner anderen humanitären Krise weltweit prozentual so viele alte Menschen betroffen. Doch viele Hilfsorganisationen können zu den Menschen in den von den Separatisten kontrollierten Gebieten nicht mehr vordringen. Internationalen Nichtregierungsorganisationen wird der Zugang zu den Hilfsbedürftigen von den Separatisten oftmals komplett verweigert.

Mehr als 2300 Zivilisten sind im Verlauf des Konflikts ums Leben gekommen, weitere 9000 wurden verletzt. Gleichzeitig nimmt die Gefahr durch Landminen, Kampfmittelrückstände und Sprengfallen immer weiter zu. Allein 2017 haben mehr als 85 Menschen ihr Leben  durch Landminen oder Sprengfallen verloren.
Zusammen mit deutschen und internationalen Partnern unterstützt das Auswärtige Amt die betroffene Bevölkerung durch Notreparaturen zerstörter Häuser, Nahrungsmittellieferungen und medizinische Versorgung. Ebenso wichtig: die Sicherstellung der Trinkwasser- und Sanitärversorgung. Psychosoziale Programme helfen den Menschen, das im Krieg Erlebte zu verarbeiten. Ein weiterer Baustein des umfassenden deutschen Engagements ist die Beseitigung von Minen und Kampfmittelresten.  

Deutschland größter bilateraler Geber

Deutschland ist mit diesem Einsatz und  mit insgesamt 74 Millionen Euro seit 2014 zum größten Geber  für die humanitäre Krise in der Ukraine geworden. Allein 2017 sind mehr als 23 Millionen Euro in Hilfsprojekten zum Beispiel der Caritas, des Deutschen Roten Kreuzes und des Welternährungsprogramms eingesetzt worden. Auch 2018 wird die Ukraine ein Schwerpunkt deutscher humanitärer Hilfe bleiben. Um die notleidende Bevölkerung zu unterstützen, wird Deutschland humanitäre Hilfsprojekte fördern und sich dafür einsetzen, dass auch die Menschen in den von den Separatisten kontrollierten Gebieten erreicht werden können. Im Minsker Abkommen haben sich alle Konfliktparteien darauf verpflichtet.

Zusätzlich zur humanitären Hilfe wurden seit 2014 mit Mitteln des Auswärtigen Amtes bereits rund 26 Mio. Euro zur politischen Stabilisierung der Ukraine umgesetzt. Schwerpunktebereiche sind die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Förderung von Dialog und Versöhnung in der Ostukraine. 



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