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Humanitäre Hilfe in der Tschadsee-Region

29.07.2019 - Artikel

In der Tschadsee-Region tobt derzeit eine der größten humanitären Krisen weltweit. Die deutsche humanitäre Hilfe ist seit langem engagiert. Jedoch bringen Ernährungsunsicherheit, Unterentwicklung und bewaffnete Auseinandersetzungen Millionen Menschen immer wieder in Not.

Die Tschadsee-Region, in der die Grenzen der Länder Nigeria, Niger, Tschad und Kamerun zusammenlaufen, ist Schauplatz einer der größten humanitären Krisen Afrikas. Ernährungsunsicherheit, Unterentwicklung und bewaffnete Auseinandersetzungen haben 2,5 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Mehr als 10 Millionen Menschen sind auf lebensnotwendige Hilfe angewiesen. Die Bundesregierung fördert humanitäre Hilfe deutscher und internationaler humanitärer Partnerhilfsorganisationen für die Menschen in der Region – allein im Jahr 2018 mit über 65 Millionen Euro.

Flucht vor dem Terror

Das Auswärtige Amt hat seine Mittel für humanitäre Hilfe in den letzten Jahren vervielfacht.
Das Auswärtige Amt hat seine Mittel für humanitäre Hilfe in den letzten Jahren vervielfacht.© HELP

Seit Jahren terrorisiert die islamistische Gruppe Boko Haram die Bevölkerung in der Tschadsee-Region. 30 000 Menschen sind ihrer Gewalt seit 2009 bereits zum Opfer gefallen. Obwohl es den vier Anrainerstaaten mit vereinten Kräften gelungen ist, die Terroristen zurückzudrängen, gehören Entführungen und Selbstmordanschläge zum Alltag der Bevölkerung. 17 Millionen Menschen sind im Grenzgebiet unmittelbar von Boko Haram betroffen; jeder Übergriff verursacht neue Vertreibungsbewegungen.

Derweil hält die verheerende humanitäre Krise in der Tschadsee-Region an: Mehr als 90 Prozent der Vertriebenen leben in der Region bei Menschen, die selbst arm sind. Obwohl sich Aufnahmegemeinden solidarisch zeigen, können diese oft weder sich selbst, noch Binnenvertriebene und Flüchtlinge ausreichend versorgen. 10,7 Mio. Menschen sind auf Hilfe angewiesen.

Die Schwerpunkte der von Deutschland geförderten Projekte der humanitären Hilfe liegen daher in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung, Neuaufbau von Existenzgrundlagen sowie der Bereitstellung von Unterkünften. Die Arbeit humanitärer Hilfsorganisationen gestaltet sich auf Grund der instabilen Sicherheitslage schwierig. Immer wieder werden Angriffe auf humanitäre Helfer verübt. Manche Gebiete können gar nicht erreicht werden.

Humanitäres Engagement in den Krisenregionen Afrikas ermöglicht Überleben in Würde und Sicherheit.
Humanitäres Engagement in den Krisenregionen Afrikas ermöglicht Überleben in Würde und Sicherheit.© Plan International Deutschland

Hilfsgelder vervielfacht

Die Mittel des  Auswärtigen Amts für humanitäre Hilfe sind in den letzten Jahren vervielfacht, und damit auch die Förderung von Hilfsprojekten in Afrika deutlich erhöht worden. Allein 2018 stellte das Auswärtige Amt rund 391 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Afrika zur Verfügung. Weltweit waren es insgesamt rund 1,53 Milliarden Euro.

Auch als Gastgeber der hochrangigen internationalen Konferenz zur Lage in der Tschadseeregion, die 2018 in Berlin stattfand, hat Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krise in der Tschadseeregion geleistet. Ziel der Konferenz war es, das Engagement im Bereich der humanitären Hilfe, der Stabilisierung, der Krisenprävention sowie der Entwicklungszusammenarbeit besser miteinander zu verzahnen. Allein für humanitäre Hilfe hat das Auswärtige Amt im Rahmen der Tschadseekonferenz 100 Mio. Euro für den Zeitraum 2018-2020 zugesagt. Außerdem fördert Deutschland die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Region.

Deutschland setzt auch 2019 sein humanitäres Engagement in den Krisenregionen Afrikas fort, um Menschen ein Überleben in Würde und Sicherheit zu ermöglichen.

Zum Weiterlesen:

Tschadsee-Konferenz im Auswärtigen Amt

Tschadsee-Konferenz in Berlin mit 2,17 Milliarden US-Dollar Hilfszusagen

Webseite der Tschadsee-Konferenz

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