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Humanitäre Hilfe in der Tschadsee-Region

16.04.2020 - Artikel

In der Tschadsee-Region tobt eine der größten humanitären Krisen weltweit, mehr als zehn Millionen Menschen sind auf lebensrettende humanitäre Hilfe angewiesen. Deutschland engagiert sich schon seit Langem humanitär in der Region, allein im Jahr 2019 mit über 67 Millionen Euro.

Das Auswärtige Amt hat seine Mittel für humanitäre Hilfe in den letzten Jahren vervielfacht.
Das Auswärtige Amt hat seine Mittel für humanitäre Hilfe in den letzten Jahren vervielfacht.© HELP

Flucht vor dem Terror: Boko Haram

Seit Jahren terrorisieren die islamistische Gruppe Boko Haram und andere bewaffnete Gruppen die Bevölkerung in der Tschadsee-Region. Obwohl es den vier Anrainerstaaten mit vereinten Kräften gelungen ist, die Terroristen zeitweise zurückzudrängen, gehören Entführungen und Selbstmordanschläge zum Alltag der Bevölkerung. 17 Millionen Menschen sind im Grenzgebiet unmittelbar von Boko Haram betroffen; jeder Übergriff vertreibt Menschen von ihrem Land und zerstört ihre Lebensgrundlage aufs Neue.

Die bereits bestehende humanitäre Krise in der Tschadsee-Region wird dadurch verstärkt: mehr als 90 Prozent der Vertriebenen werden durch Familien oder Gemeinden aufgenommen, die selbst bereits am oder unter dem Existenzminimum leben. Oft können sie weder sich selbst noch die Binnenvertriebenen und Flüchtlinge ausreichend versorgen. Allein im nigerianischen Bundesstaat Borno sind deshalb 7,7 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen.

Die Schwerpunkte der von Deutschland geförderten Projekte der humanitären Hilfe liegen in den Bereichen Schutz, Ernährung, Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung und Gesundheit. Die Arbeit humanitärer Hilfsorganisationen gestaltet sich aufgrund der instabilen Sicherheitslage schwierig. Immer wieder werden Angriffe auf humanitäre Organisationen verübt. Manche Gebiete können von Helfern und Helferinnen überhaupt nicht erreicht werden.

Humanitäres Engagement in den Krisenregionen Afrikas ermöglicht Überleben in Würde und Sicherheit.
Humanitäres Engagement in den Krisenregionen Afrikas ermöglicht Überleben in Würde und Sicherheit.© Plan International Deutschland

Mittel für humanitäre Hilfe vervielfacht

Die Mittel des Auswärtigen Amts für humanitäre Hilfe sind in den letzten Jahren vervielfacht worden. Allein 2019 stellte das Auswärtige Amt rund 424 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Afrika zur Verfügung. Weltweit waren es insgesamt rund 1,63 Milliarden Euro.

Auch als Ko-Gastgeber der hochrangigen internationalen Konferenz zur Lage in der Tschadseeregion, die 2018 in Berlin stattfand, hat Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krise in der Tschadsee-Region geleistet. Allein für humanitäre Hilfe hat das Auswärtige Amt im Rahmen der Tschadsee-Konferenz 100 Millionen Euro für den Zeitraum 2018-2020 zugesagt und diese Mittel bereits für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt.

Konkrete Hilfe: Projekt des Deutschen Caritas-Verbandes

Eine der Organisationen, die mit Unterstützung des Auswärtigen Amts seit 2018 Hilfe  in der Region leistet, ist der Deutsche Caritas-Verband (DCV). Mit erfahrenen lokalen Partnern legt der Verband in Nordost-Nigeria, Nord-Kamerun und West-Tschad in seinen Projekten den Schwerpunkt auf Nahrungsmittelsicherheit. Auf diese Weise sollen die Lebensbedingungen von besonders schutzbedürftigen Binnenvertriebenen, Flüchtlingen und aufnehmenden Gastgemeinden verbessert werden. Ebenso werden Schulungsaktivitäten und Bildungsmaßnahmen speziell für Kinder und Jugendliche angeboten, damit sie die Krise besser bewältigen können.

Zum Weiterlesen:

Tschadsee-Konferenz im Auswärtigen Amt

Tschadsee-Konferenz in Berlin mit 2,17 Milliarden US-Dollar Hilfszusagen

Webseite der Tschadsee-Konferenz

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