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Humanitäre Hilfe für Jemen

Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch.

Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch., © DRK

25.04.2019 - Artikel

Jemen ist Schauplatz einer der dramatischsten humanitären Krisen weltweit. 24 Millionen Menschen sind direkt von den Folgen bewaffneter Auseinandersetzungen betroffen - den meisten fehlt der Zugang zu elementarer Gesundheits- und Wasserversorgung,  sicheren Unterkünften und Bildung.

24 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe

Lebensmittelverteilung im Rahmen eines DRK-Projekts für binnenvertriebene Familien in der Stadt Taiz (Jemen).
Lebensmittelverteilung im Rahmen eines DRK-Projekts für binnenvertriebene Familien in der Stadt Taiz (Jemen).© DRK

Von insgesamt 29 Millionen Einwohnern Jemens benötigen 24 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. 20 Millionen Menschen leiden unter Nahrungsmittelunsicherheit – die Folgen sind dramatisch. Das Land weist weltweit die dritthöchste Rate von Unterernährung auf, 400.000 Kinder sind nach Angaben des Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der VN (OCHA) akut unterernährt. Durch fehlenden Zugang zu medizinischer Versorgung sowie die Zerstörung von Wasserleitungen und sanitären Einrichtungen werden die Folgen der Mangelernährung zusätzlich verschärft. Die Anfälligkeit für Epidemien ist stark gestiegen. Laut UNICEF stirbt alle 10 Minuten ein Kind an vermeidbaren Krankheiten. Mit über 300.000 Cholera-Verdachtsfällen seit 2018 herrscht in Jemen die derzeit weltweit größte Choleraepidemie.

Der anhaltende Konflikt hat über 3,3 Millionen Menschen vertrieben, sie sind besonders gefährdet und schutzbedürftig. Ebenso befinden sich im Land 270.000 Flüchtlinge aus den Staaten am Horn von Afrika. Die Zahl von Kinderehen und Kindersoldaten steigt, geschlechterspezifische Gewalt nimmt zu.

Es fehlt an grundlegender Versorgung

Am dringendsten benötigt die jemenitische Bevölkerung die Bereitstellung ausreichender Nahrungsmittel und  von Gesundheitsversorgung, sicheren Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen sowie  Schutzmaßnahmen. Bereits vor Eskalation des aktuellen Konflikts war Jemen abhängig vom Import von Grundnahrungsmitteln, Treibstoff und Medikamenten. Voraussetzung hierfür sind funktionierende Häfen und Flughäfen. Durch die bewaffneten Auseinandersetzungen sind diese allerdings weitgehend außer Funktion. Daneben führen Import- und Zugangsrestriktionen dazu, dass sowohl kommerzielle als auch humanitäre Güter nur schleppend ins Land kommen.

Humanitäre Hilfsmaßnahmen werden durch Verletzungen des humanitären Völkerrechts und die Missachtung der humanitären Prinzipien durch die Konfliktparteien erschwert. Zunehmende Zugangsbeschränkungen, Angriffe auf Zivilisten, zivile Infrastruktur und humanitäre Helfer und administrative Einschränkungen behindern die dringend benötigten Hilfeleistungen.

Was Deutschland leistet

Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.
Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.© ICRC/Mohammed Yaseen

Mit der Förderung von länder- und sektorübergreifenden Hilfsprojekten der Vereinten Nationen, der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und deutscher Nichtregierungsorganisationen unterstützt das Auswärtige Amt schon seit Beginn der Krise umfassende humanitäre Hilfe in Jemen. Den Rahmen gibt dabei der durch die Vereinten Nationen koordinierte humanitäre Bedarfsplan vor. Dieser sieht für 2019 4,2 Milliarden US-Dollar als notwendig an. Das Auswärtige Amt hat 2018 125 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Jemen zur Verfügung gestellt. Auch im Jahr 2019 wird das Auswärtige Amt substanzielle Mittel bereitstellen. So wurden von der Bundesregierung im Rahmen der humanitären Geberkonferenz am 26. Februar 2019 in Genf 100 Mio. Euro zugesagt. 

Schwerpunkte der deutschen humanitären Hilfe in Jemen sind Nahrungsmittelnothilfe, Gesundheits- sowie  Wasser- und Sanitärversorgung, außerdem Schutz. Die Hilfsmaßnahmen erreichen Menschen im ganzen Land,  vorrangig in Gebieten mit besonders großem Hilfsbedarf und hohem Anteil an Binnenvertriebenen.

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