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Humanitäre Hilfe für Jemen

Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch.

Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch., © DRK

15.08.2019 - Artikel

Jemen ist Schauplatz einer der dramatischsten humanitären Krisen weltweit. 24 Millionen Menschen sind direkt von den Folgen bewaffneter Auseinandersetzungen betroffen - den meisten fehlt der Zugang zu elementarer Gesundheits- und Wasserversorgung,  sicheren Unterkünften und Bildung.

Lebensmittelverteilung im Rahmen eines DRK-Projekts für binnenvertriebene Familien in der Stadt Taiz (Jemen).
Lebensmittelverteilung im Rahmen eines DRK-Projekts für binnenvertriebene Familien in der Stadt Taiz (Jemen).© DRK

24 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe

Von insgesamt 30 Millionen Einwohnern Jemens benötigen 24 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. 20 Millionen Menschen leiden unter Nahrungsmittelunsicherheit – die Folgen sind dramatisch. Das Land weist weltweit die dritthöchste Rate von Unterernährung auf, 360.000 Kinder sind nach Angaben des Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der VN (OCHA) akut unterernährt. Durch fehlenden Zugang zu medizinischer Versorgung, sowie die Zerstörung von Wasserleitungen und sanitären Einrichtungen werden die Folgen der Mangelernährung zusätzlich verschärft. Die Anfälligkeit für Epidemien ist stark gestiegen. Laut UNICEF stirbt alle 10 Minuten ein Kind an vermeidbaren Krankheiten. Aufgrund von Mangel an sauberem Wasser breitet sich Cholera immer weiter aus, seit Anfang 2019 sind es über 460.000 Verdachtsfälle.

Der anhaltende Konflikt hat über 3,6 Millionen Menschen vertrieben, aufgrund anhaltender Kampfhandlungen sind weitere 300.000 Menschen seit Anfang 2019 auf der Flucht. Sie sind besonders gefährdet und schutzbedürftig. Ebenso befinden sich im Land 280.000 Flüchtlinge aus den Staaten am Horn von Afrika. Die Zahl von Kinderehen und Kindersoldaten steigt, geschlechterspezifische Gewalt nimmt zu.

Es fehlt an grundlegender Versorgung

Am dringendsten benötigt die jemenitische Bevölkerung ausreichend Nahrungsmittel und Gesundheitsversorgung, sicheren Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen, sowie Schutzmaßnahmen. Bereits vor Eskalation des aktuellen Konflikts war Jemen abhängig vom Import von Grundnahrungsmitteln, Treibstoff und Medikamenten. Voraussetzung hierfür sind funktionierende Häfen und Flughäfen. Durch die bewaffneten Auseinandersetzungen sind diese allerdings nur eingeschränkt funktionsfähig. Daneben führen Import- und Zugangsrestriktionen dazu, dass sowohl kommerzielle, als auch humanitäre Güter nur schleppend ins Land kommen.

Humanitäre Hilfsmaßnahmen werden durch Verletzungen des humanitären Völkerrechts und die Missachtung der humanitären Prinzipien durch die Konfliktparteien erschwert. Zunehmende Zugangsbeschränkungen, Angriffe auf Zivilisten, zivile Infrastruktur und humanitäre Helfer und administrative Einschränkungen behindern die dringend benötigten Hilfeleistungen erheblich.

Was Deutschland leistet

Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.
Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.© ICRC/Mohammed Yaseen

Mit der Förderung von sektorübergreifenden Hilfsprojekten der Vereinten Nationen, der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und humanitären Projekten deutscher Nichtregierungsorganisationen unterstützt das Auswärtige Amt schon seit Beginn der Krise umfassende humanitäre Hilfe in Jemen. Den Rahmen gibt dabei der durch die Vereinten Nationen koordinierte humanitäre Bedarfsplan vor. Dieser sieht für 2019 4,2 Milliarden US-Dollar als notwendig an. Das Auswärtige Amt hat 2018 125 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Jemen zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2019 hat das Auswärtige Amt bereits Mittel in Höhe von 120 Mio. Euro bereitgestellt.

Schwerpunkte der deutschen humanitären Hilfe in Jemen sind Nahrungsmittelnothilfe, Gesundheits- sowie Wasser- und Sanitärversorgung, außerdem Schutz. Die Hilfsmaßnahmen erreichen Menschen im ganzen Land, vorrangig in Gebieten mit besonders großem Hilfsbedarf und hohem Anteil an Binnenvertriebenen.

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