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Humanitäre Hilfe in Syrien

Ein Marktplatz in Aleppo.

Ein Marktplatz in Aleppo., © ICRC / Ali Yousef

27.08.2019 - Artikel

Im neunten Jahr des Konflikts in Syrien erlebt das Land weiterhin eine der schwersten humanitären Krisen unserer Zeit. Deutschland zählt bei der Versorgung der Not leidenden Menschen in Syrien zu den führenden Geberstaaten.

Der Bedarf an humanitärer Hilfe wird nicht kleiner, er wächst

Seit 9 Jahren tobt in Syrien  der Bürgerkrieg zwischen der Regierung und oppositionellen Gruppen. Mehr als 400 000 Menschen haben bisher ihr Leben verloren, rund eine Million Menschen wurde verletzt. 6,2 Millionen Syrer wurden im eigenen Land vertrieben, 5,6 Millionen befinden sich als Flüchtlinge in den Nachbarstaaten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 11,7 Mio. Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter 6 Millionen Kinder.

Brotausgabe in Aleppo
Brotausgabe in Aleppo© WFP/Dina El Kassaby

Humanitärer Zugang zu hilfsbedürftigen Menschen in allen Regionen Syriens und der Schutz der Zivilbevölkerung sind auch im neunten Jahr der Krise die größten Herausforderungen. Wie bei fast allen militärischen Konflikten leidet die Zivilbevölkerung am stärksten unter dessen Auswirkungen, insbesondere Kinder und Jugendliche. Als Folge zahlreicher militärischer Offensiven in den vergangenen Monaten wurden allein im Nordwesten des Landes zwischen Januar und Mai 2019 fast eine halbe Million Menschen vertrieben –  oft zum wiederholten Mal. Neben Vertreibungen führen andauernde Kampfhandlungen zu Zerstörung wichtiger ziviler Infrastruktur – einschließlich Schulen und Krankenhäusern – und zu einer hohen Zahl ziviler Opfer. Weiterhin können mehr als 1,2 Millionen Menschen, darunter 360 000 Kinder, nicht regelmäßig und in ausreichendem Umfang mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und Medikamenten versorgt werden.

Zudem ist der Schutz der Zivilbevölkerung in weiten Teilen Syriens nach wie vor ein zentrales Problem: Willkürliche Inhaftierungen und militärische Zwangseinberufung, Vergewaltigung und sexualisierte Gewalt sowie Hinrichtungen und gezielte Angriffe auf Zivilisten bedrohen das Leben vieler Syrer und stellen zentrale Hürden für eine sichere und nachhaltige Rückkehr dar. Seit Beginn des Konflikts sind zudem zahlreiche Fälle von Folter und Tötungen im Gewahrsam der staatlichen Sicherheitsdienste belegt. Gleichzeitig gefährden Landminen und explosive Munitionsrückstände  das Leben von Millionen von Menschen in Syrien.

Besonders alarmierend ist die Ernährungslage der Menschen in Syrien: Rund 6,5 Millionen Syrer haben aufgrund unregelmäßigen Zugangs Schwierigkeiten, ihren täglichen Grundbedarf an Nahrungsmitteln zu decken. Drei von fünf Kindern in Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Im Rahmen eines Mahlzeitenprogramms werden mit Hilfe der Unterstützung durch das Auswärtige Amt rund 710 000 Schulkinder mit nährstoffreichem Essen versorgt.

Im Rahmen des humanitären Engagements unterstützt das Auswärtige Amt außerdem humanitäre Hilfskonvois in Gebiete, die für humanitäre Hilfe schwer zugänglich sind, wie in das Flüchtlingslager Rukban, wo aktuell rund 29 000 Personen im Niemandsland zwischen der syrisch-jordanischen Grenze noch immer ohne reguläre humanitäre Versorgung ausharren.

Wie hilft das Auswärtige Amt?

Seit 2012 stellte das Auswärtige Amt knapp 3 Mrd. EUR für Maßnahmen der humanitären Hilfe im Rahmen der Syrienkrise zur Verfügung und zählt bei der Versorgung der Not leidenden Menschen in Syrien und den Nachbarländern, insbesondere in Libanon, Jordanien und der Türkei zu den führenden Geberstaaten.

In Syrien unterstützt das Auswärtige Amt landesweit grenzüberschreitende Programme von VN- Organisationen,  der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sowie humanitärer Nichtregierungsorganisationen, u.a. in der zurzeit umkämpften Region Idlib und dem Flüchtlingslager Rukban im schwer erreichbaren syrisch-jordanischen Grenzgebiet. Die deutschen Mittel finanzieren lebensrettende Maßnahmen und stellen die  humanitäre Grundversorgung der syrischen Bevölkerung sicher.

 In Libanon, Jordanien und der Türkei unterstützt das Auswärtige Amt Millionen syrischer Flüchtlinge und leistet somit einen wichtigen Beitrag zu Basisgesundheitsversorgung, Ernährungssicherheit, psychosozialer Unterstützung, Schutz von Kindern und schutzbedürftigen Personen, bei der Bereitstellung von Trinkwasser und anderen lebensnotwendigen Dienstleistungen. Allein 2018 wurden insgesamt rund 622 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung gestellt. Damit ist Deutschland weiterhin zweitgrößter bilateraler humanitärer Geber in der Region nach den USA.

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