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#CSRhumanitär - eine Initiative von Auswärtigem Amt und Aktion Deutschland Hilft

Die Initiative wurde vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufen.

Die Initiative wurde vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufen., © #CSRhumanitär/ich.tv

15.08.2019 - Artikel

Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zur internationalen humanitären Hilfe. Die Beweggründe für ihr Engagement sind vielfältig.

Viele deutsche Unternehmen spenden Dienstleistungen und Finanzmittel, um ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Andere unterstützen die Arbeit humanitärer Hilfsorganisationen im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit mit Produkten und Dienstleistungen. Für das Auswärtige Amt ist unternehmerisches Engagement in der humanitären Hilfe dann sinnvoll, wenn es bedarfsorientiert ist, durch humanitäre Akteure koordiniert wird und der lokalen Wirtschaft in den Krisenregionen nicht schadet. Grundlage sollte also immer die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit humanitären Hilfsorganisationen sein.

Eine Grundlage für solche Partnerschaften zu erarbeiten, war ein Ziel der gemeinsamen Initiative des Auswärtigen Amts und von Aktion Deutschland Hilft - #CSRhumanitär. Durch Dialoge und thematische Workshops wurde im Rahmen von #CSRhumanitär ein Werteleitfaden für Partnerschaften deutscher humanitärer Organisationen (NROs) mit Unternehmen entwickelt. Dieser Leitfaden hält Grundprinzipien der partnerschaftlichen Zusammenarbeit fest, welche die teilnehmenden Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen und der NROs gemeinsam erarbeitet haben.

Diese Grundprinzipien sind:

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Business-Dialog im Auswärtigen Amt
Business-Dialog im Auswärtigen Amt© #CSRhumanitär/ich.tv

Zusammenarbeit auf Augenhöhe beruht auf einem gemeinsamen Bekenntnis zu den humanitären Prinzipien und den VN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Sie ist ein Anerkenntnis der gemeinsamen Verantwortung gegenüber betroffenen Menschen. Nicht zuletzt beinhaltet sie die Absicht, den gegenseitigen Erfahrungs- und Wissenstransfer zu fördern, um miteinander und voneinander zu lernen.

Transparenz

Wirtschaftliche und humanitäre Interessen, Arbeitsweisen und Möglichkeiten unterscheiden sich. Gerade deswegen ist eine offene und ehrliche Kommunikation wichtig. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Unternehmen und NROs bedeutet, von Beginn an Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Handlungsspielraums zu kommunizieren, frühzeitig Schwierigkeiten und Hemmnisse anzusprechen und Berichtspflichten nachzukommen.

Zuverlässigkeit

Plötzlich auftretende Krisen und Katastrophen erfordern von NROs schnelle und flexible Einsatzbereitschaft. Um dies leisten zu können, müssen sie sich auf zuverlässige und vertraute Partner stützen können. Humanitäre Hilfe ist kein ad hoc-Geschäft. Vielmehr basiert  ihre Effektivität und ihre Effizienz auf kontinuierlichen Lern- und Entwicklungsprozessen, die nur mit einer gewissen Planungssicherheit möglich sind.  In der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Unternehmen bedeutet dies, dass gemeinsame Ziele langfristig angelegt und konsequent umgesetzt werden sollten.

Effizienz & Effektivität

In jeder Hinsicht sind die Ressourcen der humanitären Hilfe knapp. Sie ist deutlich unterfinanziert und muss regelmäßig unter herausfordernden Bedingungen geleistet werden. Jede Ressourcenverschwendung kann fatale Folgen haben. Auch in der privatwirtschaftlichen Logik sind Effizienz und Effektivität wichtige Maximen. In der praktischen Zusammenarbeit bedeutet das, dass die Einbindung von Unternehmen am effektivsten und effizientesten ist, wenn sie sich auf unternehmerische Kernkompetenzen stützt. Das kann aber auch bedeuten, dass NROs ohne Sachspenden aus Deutschland ressourcenschonender arbeiten können. Sachspenden sind nur dann sinnvoll, wenn die entsprechenden Produkte nicht vor Ort in den Krisengebieten erworben werden können. 

Nachhaltigkeit

Eine Umfrage unter den Unterstützern der Initiative ergab, dass die Bereiche Gesundheit und Logistik besonders hohe Relevanz für unternehmerisches Engagement in der Humanitären Hilfe haben.
Eine Umfrage unter den Unterstützern der Initiative ergab, dass die Bereiche Gesundheit und Logistik besonders hohe Relevanz für unternehmerisches Engagement in der Humanitären Hilfe haben.© #CSRhumanitär/ich.tv

Das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und NROs zu berücksichtigen, bedeutet in der Praxis, dass Partnerschaften langfristig angelegt sein sollten. Es bedeutet aber auch, dass das Engagement von Unternehmen in der humanitären Hilfe nicht dazu führen darf, dass lokale Versorgungsstrukturen in Konflikt- und Katastrophenregionen geschwächt oder gar verdrängt werden.

Innovationskraft

Jeder Krisen- und Katastrophenkontext birgt neue Herausforderungen für die humanitäre Hilfe. Gleichzeitig bieten neue Entwicklungen auch neue Wege, diese Herausforderungen zu meistern. Zusammen mit NROs können Unternehmen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Lösungen für solche Herausforderungen zu entwickeln.

Die Initiative #CSRhumanitär wurde 2018 abgeschlossen. Sie hat das Verständnis von Unternehmen und NROs füreinander gestärkt und eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit dieser Akteure in der humanitären Hilfe geschaffen.

Weitere Informationen zu #CSRhumanitär, sowie den Werteleitfaden finden Sie hier:

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