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Deutschland spendet 2021 über 100 Millionen Dosen Impfstoff

Lieferung von Impfstoffen im Rahmen der COVAX-Plattform an Vietnam

Lieferung von deutschen Impfstoffspenden im Rahmen der COVAX-Plattform an Vietnam, © Deutsche Botschaft Hanoi

24.11.2021 - Artikel

Deutschland setzt sich für die faire und weltweite Verteilung von Impfstoffen ein und hat bereits über 100 Millionen Dosen Impfstoff abgegeben oder vertraglich zugesichert.

2,2 Milliarden Euro für Impfungen, Diagnostik und Medikamente

Die Pandemie kann nur besiegt werden, wenn sie weltweit unter Kontrolle gebracht wird: Deutschland hat sich deshalb schon früh für eine gemeinsame und solidarische Antwort auf die global auch weiterhin virulente Pandemie stark gemacht. So hat Deutschland im vergangenen Jahr den Koordinierungsmechanismus Access to Covid-19 Tools Accelerator (ACT-A) mitgegründet. Als derzeit zweitgrößter Geber von ACT-A hat Deutschland bislang 2,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Der Großteil der Unterstützung geht an die internationale Impfstoffplattform COVAX, ein Teil wird für Diagnostik und Medikamente gegen die Krankheit verwendet. Bis Mitte November wurden dadurch bereits 144 Staaten und Gebiete mit insgesamt über 535 Millionen Impfstoffdosen u.a. von AstraZeneca, Johnson & Johnson, Moderna, und BioNTech versorgt. 100 Millionen Euro des deutschen Beitrags gehen spezifisch dem sogenannten „Humanitarian Buffer“ zu, um Impfungen zum Beispiel für Flüchtlinge zu ermöglichen, die von nationalen Impfplänen nicht erfasst werden.

Deutschland spendet 2021 über 100 Millionen Impfdosen  

Darüber hinaus spendet die Bundesregierung seit Ende August auch eigene Impfstoffe, die für die nationale Versorgung, einschließlich sogenannter Booster-Impfungen, nicht benötigt werden. Deutschland wird insgesamt mind. 175 Millionen Dosen an Schwellen- und Entwicklungsländer abgeben, den größten Teil davon über COVAX. Damit trägt Deutschland als weltweit zweitgrößter Spender zu einem verbesserten Zugang zu Impfstoffen bei.

Rund 95 Mio. Dosen wurden mittlerweile an COVAX übertragen, die nun Schritt für Schritt ausgeliefert werden. Bis Ende November wurden davon bereits knapp 12,4Mio. Dosen an 21 Empfängerstaaten ausgeliefert, weitere rund 82 Millionen Dosen befinden sich aktuell in der Auslieferung oder Liefervorbereitung über COVAX.

Über COVAX erhielten bisher Mauretanien, Äthiopien, Malawi, Togo, Tadschikistan, Sudan, Usbekistan, Vietnam, Botswana, Ägypten, Iran, Jamaika, Nigeria, die Philippinen, Kenia, Bangladesch, Côte d’Ivoire, Somalia, Pakistan, Guinea und Ghana Impfstoffe aus deutschen Lieferverträgen. In den nächsten Tagen und Wochen folgen weitere substanzielle Lieferungen u.a. nach Togo, Pakistan und Ägypten.

Zusätzlich hat die Bundesregierung rund 7,7 Mio. Dosen bilateral gespendet, darunter an Namibia, Ägypten, Ukraine, Vietnam, Ghana und Thailand.

Die EU plant, mindestens 500 Millionen Dosen Impfstoffe abzugeben, die USA spendeten bislang circa 264 Millionen Dosen. Die G7-Staaten wollen gemeinsam mindestens 870 Millionen Dosen bis Ende 2022 zur Verfügung stellen. Diese Impfstoffspenden sollen zum größten Teil an COVAX gehen, das die Bedingungen in den Empfängerländern am besten kennt und deswegen die Spenden global gerecht verteilen kann. Über COVAX werden aktuell u.a. Impfstoffe von AstraZeneca, Johnson & Johnson, Moderna und BioNTech geliefert.

Für multilaterale Lösungen statt Impfstoffnationalismus

Deutschland und die EU engagieren sich gemeinsam für eine multilaterale Antwort auf die Pandemie und einen weltweit fairen, transparenten und bezahlbaren Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostik. Diesen Zugang nicht an politische Bedingungen zu knüpfen, steht für einen gemeinsamen, solidarischen Ansatz statt bilateraler Versprechen und Impfstoffnationalismus einiger Staaten. Spenden und finanzielle Unterstützung allein reichen aber nicht aus. Deutschland und die EU setzen sich deswegen auch dafür ein, die Produktion von Impfstoffen insbesondere in Afrika zu fördern. Deutschland will die regionale Gesundheitssicherung nachhaltig gewährleisten und wird den Aufbau von Impfstoffproduktion z.B. in Südafrika und Senegal finanziell unterstützen.

Um das Angebot und die Produktion von Impfstoffen zu erhöhen, wurde die COVAX Manufacturing Taskforce gegründet. Ihr Ziel ist es, die Anzahl der kurzfristig herstellbaren Impfstoffdosen zu erhöhen und für COVAX zu priorisieren. Dabei hat sie besonders die 92 ärmsten Länder im Blick. Zudem soll die Impfstoffproduktion im globalen Süden ausgebaut werden. Deutschland und Südafrika haben den Ko-Vorsitz der Taskforce übernommen und den G20 hierzu einen Bericht vorgelegt.

Darüber hinaus wird es auch zukünftig darum gehen, nicht nur Impfstoffe, sondern auch Medikamente und die Möglichkeit zum Testen zu verbreiten. Durch COVID-19 geschwächte Gesundheitssysteme müssen für die Zukunft gestärkt werden. Auch hierzu leistet ACT-A einen wichtigen Beitrag.

Deutschland engagiert sich – weltweit

Nicht nur für Impfstoffe leistet Deutschland Hilfe. Auch Anfragen nach Beatmungsgeräten, Masken und medizinischer Ausrüstung aus allen Ecken der Welt erreichen Deutschland. Deutschland unterstützt etwa 100 Länder und hat drei große Hilfspakete auf den Weg gebracht – unter anderem wurden über 2.500 Beatmungsgeräte gespendet. Deutschland hat weiterhin 450 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Covid-19-Kontext bereitgestellt, um Menschen in humanitären Notlagen zu unterstützen.

Um aus der Pandemie zu lernen und in Zukunft die globale Pandemieresilienz zu erhöhen, setzt sich Deutschland außerdem für eine Stärkung der Globalen Gesundheitsarchitektur mit der WHO im Zentrum ein. Eine Sondersitzung der WHO Ende November soll Maßnahmen hierfür diskutieren, darunter die Idee eines möglichen internationalen Pandemievertrags.

Weiterführende Links:

ACT-Accelerator

COVAX Facility

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