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Corona gemeinsam und solidarisch bekämpfen: Deutschland spendet Impfstoffe

Übergabe einer deutschen Impfstoffspende an Mauretanien

Übergabe einer deutschen Impfstoffspende an Mauretanien, © Daouda Corere/Deutsche Botschaft Nouakchott

24.09.2021 - Artikel

Die Bundesregierung setzt sich für eine faire und effiziente Verteilung von Impfstoffen ein und unterstützt die weltweite Pandemiebekämpfung mit 2,2 Milliarden Euro. Deutschland gibt zudem 100 Millionen Dosen Impfstoff an Drittstaaten ab.

2,2 Milliarden Euro für Impfungen, Diagnostik und Medikamente

Die Pandemie kann nur besiegt werden, wenn sie weltweit unter Kontrolle gebracht wird: Deutschland hat sich deshalb schon früh für eine gemeinsame und solidarische Antwort auf die Pandemie stark gemacht. Nach dem Grundsatz „Niemand ist sicher, bis alle sicher sind“  hat Deutschland im vergangenen Jahr den Koordinierungsmechanismus Access to Covid-19 Tools Accelerator (ACT-A) mitgegründet. Als derzeit zweitgrößter Geber von ACT-A hat Deutschland bislang 2,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Der Großteil der Unterstützung geht an die internationale Impfstoffplattform COVAX, ein Teil wird auch für Diagnostik und Medikamente gegen die Krankheit verwendet. Bis Anfang August wurden dadurch bereits 140 Staaten mit insgesamt über 250 Millionen Dosen der Impfstoffe von AstraZeneca, Johnson & Johnson, Moderna und BioNTech versorgt.

Deutschland gibt 100 Millionen Impfdosen ab

Aufgrund der Deckung des Impfstoffbedarfs in Deutschland und zur Bewältigung von Lieferengpässen bei der globalen Impfstoffproduktion spendet die Bundesregierung seit Ende August auch eigene Impfstoffe. Deutschland wird bis 100 Millionen Dosen Impfstoff an Schwellen- und Entwicklungsländer abgeben, den größten Teil von ihnen über COVAX. Damit trägt Deutschland zu einem verbesserten Zugang zu Impfstoffen in aller Welt bei.

Mit Stand 22. September wurden 5.306.960 Dosen an Drittstaaten ausgeliefert, davon 1.712.000  bilateral und 3.493.200  über die Impfinitiative COVAX. Rund 5 Millionen Dosen, die bilateral abgegeben werden nach Vietnam, Ägypten und Ghana stehen darüber hinaus kurz vor der Auslieferung. Rund 4,75 Millionen Dosen befinden sich in der Auslieferungen über COVAX.

Insgesamt hat Deutschland COVAX bereits über 8 Millionen Dosen des AstraZeneca- Impfstoffs übergeben. Neben Mauretanien erhielten auch Äthiopien, Togo, Tadschikistan, Sudan, Usbekistan, Vietnam, Botswana, Ägypten und Ghana Impfstoffe. Weitere Lieferungen werden in den nächsten Wochen folgen.

Die Empfängerstaaten werden durch COVAX ausgewählt. Entscheidend ist, dass sie einen besonders dringenden Bedarf haben und die Vakzine in ihren Impfkampagnen unmittelbar einsetzen können.

Die EU plant, mindestens 450 Millionen Dosen Impfstoffe abzugeben, die USA spendeten bislang circa 160 Millionen Dosen. Die G7-Staaten wollen gemeinsam mindestens 870 Millionen Dosen bis Ende 2022 zur Verfügung stellen. Diese Impfstoffspenden sollen zum größten Teil an COVAX gehen, das die Bedingungen in den Empfängerländern am besten kennt und deswegen die Spenden global gerecht verteilen kann. Über COVAX werden aktuell  Impfstoffe von AstraZeneca, Johnson & Johnson, Moderna und BioNTech geliefert. COVAX hat zudem einen Vorvertrag über den Impfstoff Novavax geschlossen, der eine Lieferung von 350 Millionen Dosen vorsieht. Novavax will im Herbst die Zulassung beantragen.

Die Bundesregierung gibt in einem kleineren Umfang auch bilateral COVID-19-Impfstoff aus deutschen Beständen ab. Am 21.08.2021 erreichten 1,5 Millionen Impfstoffdosen die Ukraine, am 22.09.2021 erreichten weitere 200.000 Dosen Namibia. Die Abgabe von weiteren 5,6 Millionen Impfstoffdosen an, Vietnam, Ägypten und Ghana durch die Bundesregierung erfolgt in Kürze.

Für multilaterale Lösungen statt Impfstoffnationalismus

Deutschland und die EU engagieren sich gemeinsam für eine multilaterale Lösung der Pandemie und einen weltweit fairen, transparenten und bezahlbaren Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostik. Diesen Zugang nicht an politische Bedingungen zu knüpfen, steht für einen gemeinsamen Ansatz statt bilateraler Versprechen und Impfstoffnationalismus einiger Staaten. Spenden und finanzielle Unterstützung allein reichen aber nicht aus. Deutschland und die EU setzen sich deswegen auch dafür ein, die Produktion von Impfstoffen insbesondere in Afrika zu fördern. Deutschland will die regionale Gesundheitssicherung nachhaltig gewährleisten und wird den Aufbau von Impfstoffproduktion z.B. in Südafrika und Senegal finanziell unterstützen.

Um das Angebot und die Produktion von Impfstoffen zu erhöhen, wurde die COVAX Manufacturing Taskforce gegründet. Ihr Ziel ist es, die Anzahl der kurzfristig herstellbaren Impfstoffdosen zu erhöhen und für COVAX zu priorisieren. Dabei hat sie besonders die 92 ärmsten Länder im Blick. Zudem soll die Impfstoffproduktion im globalen Süden ausgebaut werden. Deutschland und Südafrika haben den Ko-Vorsitz übernommen.

Darüber hinaus wird es auch zukünftig darum gehen, nicht nur Impfstoffe, sondern auch Medikamente und die Möglichkeit zum Testen zu verbreiten. Durch COVID-19 geschwächte Gesundheitssysteme müssen für die Zukunft gestärkt werden.

Deutschland engagiert sich – weltweit

Nicht nur für Impfstoffe leistet Deutschland Hilfe. Auch Anfragen nach Beatmungsgeräten, Masken und medizinischer Ausrüstung aus allen Ecken der Welt erreichen Deutschland. Deutschland unterstützt etwa 100 Länder und hat drei große Hilfspakete auf den Weg gebracht – unter anderem wurden 1.400 Beatmungsgeräte gespendet. Derzeit werden rund 24 Millionen KN95-Masken und 197 Mio. OP-Masken als Hilfsgüter geliefert. Deutschland hat weiterhin 450 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Covid-19-Kontext bereitgestellt, um Menschen in humanitären Notlagen zu unterstützen.

Um aus der Pandemie zu lernen und die Erfahrungen in die nächste Zeit mitzunehmen, setzt sich Deutschland außerdem für eine Stärkung der WHO ein. Eine Sondersitzung der WHO im November soll mögliche Maßnahmen hierfür diskutieren, darunter die Idee eines möglichen internationalen Pandemievertrags.

Weiterführende Links:

ACT-Accelerator

COVAX Facility

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