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Corona gemeinsam und solidarisch bekämpfen: Deutschland unterstützt weltweite Pandemiebekämpfung mit 2,2 Mrd. EUR

Flasche mit Impfserum (Symbolbild)

Bezahlbare Impfstoffe für alle Länder: Deutschland ist der Impfstoffplattform COVAX beigetreten, © Colourbox.de

24.06.2021 - Artikel

Die Bundesregierung unterstützt die weltweite Pandemiebekämpfung mit 2,2 Milliarden Euro. Der Großteil des Beitrags geht an die Impfstoffplattform COVAX, über die Impfstoffe für Entwicklungsländer beschafft und finanziert werden.

2,2 Milliarden Euro für Impfungen, Diagnostik und Medikamente

Die Pandemie kann nur besiegt werden, wenn sie weltweit unter Kontrolle gebracht wird: Niemand ist sicher, bis alle sicher sind. Deutschland hat sich deshalb schon früh für eine gemeinsame und solidarische Antwort auf die Pandemie stark gemacht. Der Schlüssel liegt darin, Mittel zur Feststellung einer Covid-19-Erkrankung, Medikamente zur Behandlung und vor allem Impfstoffe weltweit bezahlbar zugänglich zu machen. Außerdem sollen Gesundheitssysteme insgesamt gestärkt werden. Zu diesem Zweck wurde im vergangenen Jahr der Access to Covid-19 Tools Accelerator (ACT-A) per Beschluss der G20 initiiert und wird koordinierend von der WHO getragen. Deutschland ist Gründungsmitglied von ACT-A.

Deutschland stellt bislang 2,2 Milliarden Euro für ACT-A zur Verfügung. Der Großteil des Betrags geht an die Impfstoffplattform COVAX, ein Teil wird auch für Diagnostik und Medikamente gegen die Krankheit verwendet. Der Beitrag ermöglicht es COVAX, Impfstoffe zu beschaffen, die Dosen zu verteilen und die Impfstoffforschung zu Virusmutationen voranzubringen.

Um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen, sind vor allem Impfstoffe wichtig

Im Kampf gegen Covid-19 ist sind vor allem Impfstoffe wichtig. Für die Beschaffung und gerechte Verteilung der Impfstoffe ist die Plattform COVAX unter der Führung der Impfallianz Gavi, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Forschungsallianz CEPI verantwortlich. Hier schließen sich Staaten weltweit zusammen, um gemeinsam Impfstoffe einzukaufen und fair zu verteilen, damit bis Jahresende 2021 zunächst weltweit 20% der Bevölkerung, in den Entwicklungsländern sogar 30%, mit Impfstoff versorgt werden kann. Es geht darum, auch Pfleger, Ärztinnen und Risikogruppen in Afrika prioritär zu versorgen und nicht nur die Bevölkerung in den Industriestaaten. 

Mittlerweile sind 190 Staaten COVAX beigetreten.

Deutschland gibt 30 Millionen Impfdosen aus eigenem Vorrat ab

Ende Februar wurden die ersten Impfdosen geliefert. Bis Mitte Juni wurden bereits 130 Staaten mit insgesamt über 88 Mio. Dosen der Impfstoffe von AstraZeneca und BionTech versorgt. Große Mengen der Impfstoffdosen wurden in Indien produziert.

Aufgrund der Pandemiesituation kommt es aber derzeit zu Lieferschwierigkeiten. Deswegen haben sich mehrere Länder bereit erklärt, nicht nur Geld, sondern auch Impfdosen aus eigenem Vorrat zu spenden. Deutschland wird bis Jahresende mind. 30 Mio. Impfdosen abgeben. Insgesamt gibt die EU  rund 120 Mio. Dosen ab, die USA kündigten eine Spende von 50 Mio. Dosen an, die G7 insgesamt 870 Mio. Dosen bis Ende 2022. Diese Impfstoffspenden sollen zum größten Teil an COVAX gehen, das die Bedingungen in den Empfängerländern am besten kennt und deswegen die Spenden global gerecht verteilen kann. Künftig wird COVAX neben den Impfstoffen von AstraZeneca und BionTech auch die von Johnson & Johnson und Moderna liefern. COVAX hat zudem einen Vorvertrag über den Impfstoff Novavax geschlossen, der eine Lieferung von 350 Mio. Dosen vorsieht. Novavax will im Herbst die Zulassung beantragen.

Für multilaterale Lösungen statt Impfstoffnationalismus

Deutschland und die EU engagieren sich gemeinsam für eine multilaterale Lösung der Pandemie. Auch die EU und andere EU-Mitgliedsstaaten leisten einen wichtigen Beitrag zu COVAX und ACT-A und bringen technische Expertise ein. Daneben setzt sich Deutschland in allen internationalen Gremien für einen weltweit fairen, transparenten und bezahlbaren Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostik ein. Diesen Zugang nicht an politische Bedingungen zu knüpfen, steht für einen gemeinsamen Ansatz statt bilateraler Versprechen und Impfstoffnationalismus einiger Staaten. Spenden und finanzielle Unterstützung allein reichen aber nicht aus. Deutschland und die EU setzen sich deswegen auch dafür ein, die Produktion von Impfstoffen insbesondere in Afrika zu fördern. Deutschland will die regionale Gesundheitssicherung nachhaltig gewährleisten und wird den Aufbau von Impfstoffproduktion z.B. in Südafrika und Senegal finanziell unterstützen.

Um das Angebot und die Produktion von Impfstoffen zu erhöhen, wurde die COVAX Manufacturing Taskforce gegründet. Ihr Ziel ist es, die Anzahl der kurzfristig herstellbaren Impfstoffdosen zu erhöhen und für COVAX zu priorisieren. Dabei hat sie besonders die 92 ärmsten Länder im Blick. Zudem soll die Impfstoffproduktion im globalen Süden ausgebaut werden. Deutschland und Südafrika haben den Ko-Vorsitz übernommen.

Darüber hinaus wird es auch zukünftig darum gehen, nicht nur Impfstoffe, sondern auch Medikamente und die Möglichkeit zum Testen zu verbreiten. Durch COVID-19 geschwächte Gesundheitssysteme müssen für die Zukunft gestärkt werden.

Deutschland engagiert sich – weltweit

Nicht nur für Impfstoffe leistet Deutschland Hilfe. Auch Anfragen nach Beatmungsgeräten, Masken und medizinischer Ausrüstung aus allen Ecken der Welt erreichen Deutschland. Deutschland unterstützt etwa 100 Länder und hat drei große Hilfspakete auf den Weg gebracht – unter anderem wurden 1.400 Beatmungsgeräte gespendet. Derzeit werden rund 24 Mio. KN95-Masken und 197 Mio. OP-Masken als Hilfsgüter geliefert.  Deutschland hat weiterhin 450 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Covid-19-Kontext bereitgestellt, um Menschen in humanitären Notlagen zu unterstützen.

Um aus der Pandemie zu lernen und die Erfahrungen in die nächste Zeit mitzunehmen, setzt sich Deutschland außerdem für eine Stärkung der WHO ein. Eine Sondersitzung der WHO im November soll mögliche Maßnahmen hierfür diskutieren, darunter die Idee eines möglichen internationalen Pandemievertrags.

Weiterführende Links:

ACT-Accelerator

COVAX Facility

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