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Rettung in der Luft: UN-Botschafter besichtigen fliegende Intensivstation

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Von außen unscheinbar, innen aber mit moderner Technik ausgestattet. , © Marco Parge

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Viele Delegationsreisen starten oder enden am Flughafen Tegel in Berlin. Doch für 16 UN-Botschafter war der Besuch des Flughafens eigener Programmpunkt. Die Gäste aus afrikanischen Staaten südlich der Sahara besichtigten dort die fliegende Intensivstation der Luftwaffe: Den Airbus A310 MedEvac.

Medizinische Versorgung über den Wolken


Mit dem Airbus werden verwundete und erkrankte Personen über große Distanzen transportiert. "Ambulanzflüge kommen zum Einsatz, wenn die medizinische Infrastruktur vor Ort entlastet werden muss oder Behandlungen erforderlich sind, die dort nicht durchgeführt werden können", erklärte Ulrich Werner den UN-Botschaftern. Er ist Medical Director und quasi der Chefarzt an Bord. Je nachdem, wie viele Personen transportiert werden müssen, begleitet Werner eine bis zu 25-köpfige medizinische Crew, die sich permanent um die Patienten kümmert.

Dr. Werner erklärt den Gästen die Patiententransporteinheit des MedEvac
Dr. Werner erklärt den Gästen die Patiententransporteinheit des MedEvac© Marco Parge

Bis zu 44 Patienten können im A310 liegend transportiert werden. Sechs davon auf den sogenannten Patiententransporteinheiten, die die Qualität eines Intensivbettes wie in einem Krankenhaus bieten. Dort kann die Crew die Patienten nach modernen Standards intensivmedizinisch versorgen – einschließlich der künstlichen Beatmung. An zehn weiteren Plätzen können Geräte installiert werden, die wichtige Vitalparameter wie Blutsauerstoff oder die Herzfrequenz der Patienten von einem zentralen Bildschirm aus überwachen. Auch in Momenten, in denen das Pflegepersonal nicht am Patienten arbeiten kann – also bei Start und Landung oder starken Turbulenzen – können die Patienten so überwacht werden.

Evakuierungen weltweit möglich


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Oberstarzt Werner erklärt den UN-Botschaftern den MedEvac© Marco Parge

"Zwei bis drei Patienten sind bei solchen Flügen der Normalfall", erklärte der Fliegerarzt. "In den vergangenen 15 Jahren war unser Airbus etwa zehn Mal voll belegt." So zum Beispiel nach Naturkatastrophen, bei denen humanitäre Hilfe geleistet wurde oder Terror-Anschlägen, wie in Djerba.


Die afrikanischen Gäste blieben dieses Mal am Boden. Und doch konnten sie einen guten Eindruck von der fliegenden Intensivstation bekommen. Die Botschafterin aus Ghana, Martha Pobee, war begeistert von dem Flugzeug: "So etwas habe ich noch nie gesehen. Es ist erstaunlich, was Deutschland leistet, um seine Soldaten und Staatsbürger in die Heimat zu holen. Davon können wir in den afrikanischen Staaten sehr viel lernen. Wie Deutschland damit auch anderen Nationen hilft, ist sehr beeindruckend."


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