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Gemeinsam gegen Pandemien: Mobiles Labor an Tunesien übergeben

10.11.2017 - Artikel

Gefährliche Krankheiten kennen keine Grenzen. Deutschland unterstützt darum weltweit Länder dabei, biologische Risiken zu minimieren.

Jeder Handgriff muss sitzen: Tunesische Experten bei der Ausbildung im Labor.
Jeder Handgriff muss sitzen: Tunesische Experten bei der Ausbildung im Labor.             © GIZ

Es ist ein Meilenstein für den Kampf gegen Pandemien und die Verbreitung von chemischen Kampfstoffen: Am Donnerstag (9.11.) hat Deutschland in Tunesien ein hochmodernes mobiles Labor übergeben. Im Fall einer Gefahr durch hochansteckende Erreger können die tunesischen Behörden damit schnell die Bedrohung analysieren und fachgerecht reagieren.  

Nur gemeinsam zu mehr Sicherheit

Biologische Gefahren machen vor Grenzen nicht halt. Wenn biologische Kampfstoffe eingesetzt werden oder hochansteckende Erreger eine globale Pandemie auslösen, können die Gefahren nur durch eine Zusammenarbeit über Grenzen hinweg bekämpft werden. Mit mehr als 18 Millionen Euro hilft Deutschland darum Partnerländern wie Tunesien dabei, biologische Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Doch für umfassende Biosicherheit muss die Zusammenarbeit nicht nur Länder-, sondern auch Fachgrenzen überwinden. „Entscheidungsträger und Experten aus verschiedenen Bereichen müssen eingespielt zusammenwirken, um gemeinsam Risiken zu minimieren und im Bedarfsfall effektiv zu reagieren“, so der deutsche Botschafter Reinicke bei der Übergabe des Labors. 

Gute Zusammenarbeit: Botschafter Andreas Reinicke (l.) bei der Übergabe des Labors
Gute Zusammenarbeit: Botschafter Andreas Reinicke (l.) bei der Übergabe des Labors© GIZ

Dass dieser Ansatz in der deutsch-tunesischen Partnerschaft gelebt werde, unterstrich Generaloberstabsarzt Dr. Michael Tempel. Der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr erläuterte den Zuhörern den deutschen Projektansatz: „Schwerpunkt der Aktivitäten in Tunesien ist die Ausbildung von Expertinnen und Experten aus Militär, Polizei und Gesundheitsinstitutionen. Sie werden darin geschult, hochansteckende Krankheitserreger schnell und sicher zu diagnostizieren und ihre Weiterverbreitung zu verhindern.“ Mit ihrem neuerworbenen Wissen dienen die Expertinnen und Experten anschließend als Multiplikatoren in ihren jeweiligen Institutionen. 

Umfassendes Engagement zur Biosicherheit

Diesen sogenannten intersektoralen Ansatz zeigen auch die deutschen Partner des Projekts. Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr arbeitet in Tunesien mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH zusammen. Ihr Projekt ist wiederum Teil eines größeren Engagements im Rahmen der Ertüchtigungsinitiative der deutschen Bundesregierung. 

Für diese Initiative stimmen sich das Auswärtige Amt und das Bundesministerium der Verteidigung eng ab und initiieren Projekte mit Partnern weltweit. Ziel ist es dabei stets, ausgewählte Partner dazu zu befähigen, noch stärker eigenverantwortlich auf regionale Bedrohungen zu reagieren.  

Tunesien ist zudem Schwerpunktpartner des deutschen Biosicherheitsprogramms. Dieses wurde 2013 vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufen und ist derzeit in 12 Ländern aktiv. Es ist Teil der präventiven Sicherheitspolitik der Bundesregierung und des deutschen Engagements in der Globalen Partnerschaft gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und -materialien der G7-Staaten. Durch die Aktivitäten des Programms werden biologische Gefahren und die damit verbundenen Proliferationsrisiken reduziert.  

Zum Weiterlesen:

Ertüchtigungsinitiative: Informationen zur Ertüchtigungsinitiative (auf der Homepage des Bundesministeriums der Verteidigung)


Biosicherheit: Informationen zum deutschen Biosicherheitsprogramm

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