Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Deutschland finanziert Kampfmittelräumung in Ostukraine durch OSZE

30.07.2015 - Artikel

Mit deutscher Unterstützung startete am 30.7. in Kiew ein OSZE-Projekt zur Räumung von Minen und Blindgängern in der Ostukraine.

Mit deutscher Unterstützung startete am 30.7. in Kiew ein OSZE-Projekt zur Räumung von Minen und Blindgängern in der Ostukraine. Dort wurden im Zuge der Kämpfe seit 2014 weite Landstriche mit Sprengkörpern kontaminiert. Für Deutschland dient das Projekt in erster Linie dem Schutz der Zivilbevölkerung und damit langfristig auch der Stabilisierung der Region.

Ostukraine mit Blindgängern und Minen kontaminiert

Offizieller Projektbeginn in Kiew
Offizieller Projektbeginn in Kiew© OSCE/Podbevsek

Die Kämpfe in der Ostukraine zwischen pro-russischen Separatisten und der Regierung haben große Gebiete mit Minen und explosiven Kampfmittelrückständen kontaminiert. Dadurch kommt es immer wieder zu Unfällen mit zivilen Opfern. Erschwerend kommt hinzu, dass die staatliche Infrastruktur für die Beseitigung von Minen und Blindgängern stark beeinträchtigt und teils sogar zerstört ist. Vor dem Konflikt im Osten der Ukraine kümmerte sich der Katastrophenschutz schwerpunktmäßig um die Räumung alter, aus dem Zweiten Weltkrieg stammender Munition. Jetzt hat sich sein Aufgabenspektrum erheblich ausgeweitet - unter besonders erschwerten Bedingungen. Allein im Jahr 2014 hat der Katastrophenschutz mehr als 150.000 Sprengkörper geborgen.

Deutsches Engagement für Abrüstung in der Ukraine

Das Auswärtige Amt engagiert sich daher bereits seit 2014 in diesem Bereich. Auf deutsche Initiative wurde im Rahmen der OSZE der "Ukraine Disarmament Trust Fund" (Treuhandfonds für die Abrüstung in der Ukraine) errichtet. Im Februar 2015 hat das Auswärtige Amt den ukrainischen Katastrophenschutz mit der Beschaffung von fünfzig Metalldetektoren im Wert von 100.000 Euro unterstützt. Das jetzt angelaufene OSZE-Projekt leistet einen weiteren Beitrag zur Unterstützung des ukrainischen Katastrophenschutzes, um Minen, Sprengfallen und explosive Kampfmittelreste in der Ostukraine zu räumen. Es dient damit unmittelbar dem Schutz der Zivilbevölkerung. Jeffrey Erlich, der stellvertretende Leiter der OSZE-Projektkoordination in der Ukraine, unterstrich die Bedeutung dieses Beitrags für Menschenleben, ihr Eigentum und wichtige Infrastruktur.

Langfristig angelegte Hilfe zum Schutz der Zivilbevölkerung

Splitterschutzanzüge sind bei Minenräumung lebenswichtig (Archiv)
Splitterschutzanzüge sind bei Minenräumung lebenswichtig© Photothek

Das mit einer Million Euro geförderte Projekt sieht die Ausstattung mehrerer Expertenteams des staatlichen Katastrophenschutzes mit dringend benötigter Ausrüstung wie Schutzkleidung, Telekommunikationsausrüstung, Fahrzeugen, Metall- und Explosivstoffdetektoren vor. Außerdem werden die Mitarbeiter der Behörde geschult und Arbeitsanweisungen auf den aktuellen und situationsgerechten Stand gebracht. Neues Informationsmaterial erleichtert die Gefahrenaufklärung der Bevölkerung.

Wolfgang Bindseil, Ständiger Vertreter an der Deutschen Botschaft in Kiew, stellte das Vorhaben beim Projektbeginn in Kiew in den Zusammenhang der stetigen und langfristig angelegten Hilfe Deutschlands in der Ukraine. Mykola Chechotkin, die Leiterin des staatlichen Katastrophenschutzes, würdigte das Projekt als wichtigen Beitrag zur Minenräumung, das derzeit hohe Priorität für die Ukraine habe.

Verwandte Inhalte

nach oben