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Kampf gegen Ebola: Unterstützung der Elfenbeinküste beim Aufbau von Laboren und dem Training von Experten

23.04.2015 - Artikel

Ein von Deutschland finanziertes Labor am Universitätsklinikum von Bouaké wurde am 23. April eingeweiht. Dort soll ivorisches Laborpersonal gezielt in der Ebola-Diagnostik ausgebildet werden.

Im Kampf gegen Ebola unterstützt die Bundesregierung auch Maßnahmen in der Elfenbeinküste, um das Nachbarland von Liberia und Guinea auf einen Ausbruch von Ebola oder einer anderen Epidemie bestmöglich vorzubereiten. In einem von Deutschland finanzierten stationären Labor am Universitätsklinikum von Bouaké soll ivorisches Laborpersonal gezielt in der Ebola-Diagnostik ausgebildet werden.

Die ivorische Gesundheitsministerin besucht das Labor.
Die ivorische Gesundheitsministerin besucht das Labor.© Hewad Laraway / RKI

Am 23. April war es soweit: Der deutsche Botschafter Claus Auer konnte der ivorischen Gesundheitsministerin Raymonde Goudou Coffie symbolisch die Laborausrüstung übergeben. Sie beinhaltet unter anderem mobile Laborkomponenten, die die ivorischen Experten im Feld nach erfolgter Ausbildung einsetzen könnten, um somit bei Bedarf vor Ort eine sichere und verlässliche Eboladiagnostik durchzuführen.

Den Hintergrund dieser Maßnahme bildet die weitere Eindämmung der Ebola-Epidemie in Westafrika. Experten mehrerer deutscher Forschungsinstitute sind in den letzten Monaten in das Ausbruchsgebiet gereist, um bei der Bekämpfung des Virus zu helfen. Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen Ebola ist die Unterstützung der bisher nicht betroffenen Nachbarländer durch die Einrichtung eines „Cordon Sanitaire„: Das Robert Koch-Institut trägt damit in der Elfenbeinküste gemeinsam mit ivorischen Partnern zur Stärkung der Kapazitäten für den sicheren Labornachweis des Ebolavirus bei.

Wer Ebola sicher erkennen kann, kann auch mit anderen gefährlichen Krankheiten besser umgehen. Dazu sollen bis Ende des Jahres rund 60 Experten ausgebildet werden, darunter Mitarbeiter aus Bouaké und des Institut Pasteur Abidjan. Dem Institut Pasteur als nationalem Referenzzentrum für Ebola kommt besondere Bedeutung zu: Dort müssen alle Proben von Ebola-Verdachtsfällen bestätigt werden.

Deutsches Partnerschaftsprogramm für Biosicherheit

Graphik zum Globalen Engagement
Graphik zum Globalen Engagement© AA

Diese Maßnahmen zur Bekämpfung von Ebola finden im Rahmen des Deutschen Partnerschaftsprogramms für biologische Sicherheit und Gesundheitssicherstellung statt. Das Programm des Auswärtigen Amtes finanziert 18 Projekte in mehr als 20 Ländern, hauptsächlich in Afrika und Asien, und läuft von 2013 bis 2016. Ziel des Programms ist es, Partnerländer bei der Kontrolle von biologischen Sicherheitsrisiken - wie dem vorsätzlichen Missbrauch von Erregern und Toxinen und dem Ausbruch hochpathogener Krankheiten oder Pandemien - zu unterstützen. Damit soll einerseits der Missbrauch biologischer Erreger, der auch für Deutschland gefährlich werden könnte, verhindert werden. Gleichzeitig kommt die Arbeit in den Zielländern in Afrika, Zentralasien, Südamerika und Osteuropa auch den Gesundheitssystemen sowie der nationalen Sicherheit der Gastländer zu Gute.

Die Maßnahmen werden durch das Robert Koch-Institut, das Bernhard-Nocht-Institut, das Friedrich-Loeffler-Institut, das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit umgesetzt. Die Aktivitäten reichen von der Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung zu biologischen Risiken, über die Detektion und Diagnostik hochgefährlicher Krankheiten und die Krankheitsüberwachung bis hin zur Verbesserung der Sicherheit in Laboren und der Vernetzung von nationalen und internationalen Gesundheitsakteuren.

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