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Frauen und Abrüstung: Deutschland fördert UNODA-Projekt

14.05.2015 - Artikel

In Costa Rica fand Mitte April die erste Koordinierungssitzung eines vom Auswärtigen Amts geförderten Programms des Büros der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen zur besseren Integration von Frauen in abrüstungs- und rüstungskontrollpolitische Entscheidungsprozesse in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie im Nahen und Mittleren Osten statt.

Das Auswärtige Amt unterstützt ein Programm des Büros der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen (UNODA) zur Verbesserung der Integration von Frauen in abrüstungs- und rüstungskontrollpolitische Entscheidungsprozesse in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie im Nahen und Mittleren Osten. In San José (Costa Rica) hat Mittel April die erste Koordinierungssitzung der Projektpartner stattgefunden. Durch das auf drei Jahre angelegte Projekt soll weiblichen Experten auf dem Gebiet der Abrüstung und Rüstungskontrolle die Möglichkeit gegeben werden, mittelfristig mehr Verantwortung auf nationaler und internationaler Ebene zu übernehmen und künftige Entwicklungen mitzugestalten.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Koordinierungssitzung
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Koordinierungssitzung© AA/UNODA

Die zweitägige Auftaktveranstaltung auf dem Campus der "University for Peace" am 16. und 17. April, an der auch der deutsche Botschafter in Costa Rica Ingo Winkelmann teilnahm, bot Gelegenheit, für die Initiative zu werben und zusätzliche Partner für deren finanzielle Unterstützung zu gewinnen. Verschiedene europäische Länder sowie Länder aus dem Nahen und Mittleren Osten haben ihr Interesse bekundet und wollen UNODA bei der Stärkung der Rolle der Frau in diesem wichtigen Politikbereich unterstützen.

Zuletzt hatten der Leiter der Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York, Harald Braun, und die UN-Abrüstungsbeauftragte, Angela Kane, am 13. Januar den Startschuss für diese Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung und dem Büro der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen gegeben: Sie unterzeichneten in New York den Zuwendungsvertrag für eine Förderung im Rahmen des Projekts "Boosting the Advance of Women: Strengthening Tools for Women’s Education".

Frauen im Abrüstungsbereich stärken

Botschafter Braun mit UNODA-Chefin Kane
Botschafter Braun mit UNODA-Chefin Kane© AA

In Afrika, Asien, Lateinamerika sowie im Nahen und Mittleren Osten sind Frauen auf politischer Ebene in den Bereichen Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung nach wie vor unzureichend repräsentiert und nur in Ausnahmefällen in Entscheidungsprozesse eingebunden. Darüber hinaus mangelt es an geeigneten Aus- und Fortbildungsprogrammen, die weiblichen Akteuren das Rüstzeug für eine bessere Einbindung in politische Prozesse geben würden.

Gemeinsam mit der "University for Peace" (UPEACE) und dem "Vienna Center for Disarmament and Non-Proliferation" (VCDNP) ermöglicht UNODA ausgewählten Vertreterinnen ab Mitte 2015 die Teilnahme an Online-Kursen, Workshops und weiteren Bildungsmaßnahmen. Durch die Implementierung von neuen und die Unterstützung von bestehenden Aus- und Fortbildungsprogrammen sollen zudem in den Zielländern regionale Bildungsplattformen geschaffen werden, die eine zunehmende Professionalisierung der Strukturen in den Bereichen Abrüstung und Rüstungskontrolle gewährleisten.

VN Sicherheitsratsresolution 1325

Das Projekt trägt mit seiner Ausrichtung zur Umsetzung der Sicherheitsratsresolution 1325 zu "Frauen, Frieden und Sicherheit" bei. Die Resolution vom 31. Oktober 2000 fordert explizit eine verstärkte Einbeziehung und aktivere Rolle von Frauen in allen Phasen der Konfliktprävention, Konfliktbewältigung und Friedenskonsolidierung. Die Bundesregierung, die im Dezember 2012 ihren Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der Sicherheitsratsresolution 1325 (NAP 1325) vorgestellt hat, unterstreicht mit der Förderung des UNODA-Projekts in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro erneut ihr Engagement für eine verstärkte und angemessene Berücksichtigung der Bedürfnisse von Frauen bei der Planung und Durchführung von Abrüstungs-, Demobilisierungs- und Wiedereingliederungsaktivitäten.

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