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Berlin: Große Übung zum „Generalsekretärs-Mechanismus der Vereinten Nationen zur Überprüfung möglicher Einsätze von biologischen Waffen“

12.12.2014 - Artikel

Das Schulzendorfer Polizei- und Feuerwehrgelände und die Isolationsstation des Bundeswehrkrankenhauses Berlin-Mitte wurden Anfang November im Auftrag des Auswärtigen Amts zum Schauplatz eines fiktiven vermuteten Biowaffeneinsatzes.

Das Schulzendorfer Polizei- und Feuerwehrgelände und die Isolationsstation des Bundeswehrkrankenhauses Berlin-Mitte wurden Anfang November zum Schauplatz eines fiktiven vermuteten Biowaffeneinsatzes.

Simulation eines Biowaffeneinsatzes
Simulation eines Biowaffeneinsatzes in Berlin© RKI

Im Auftrag des Auswärtigen Amts organisierte das Robert Koch-Institut (RKI) vom 10. bis 19. November 2014 eine umfassende Feldübung zum sogenannten „VN-Generalsekretärs-Mechanismus zur Untersuchung eines vermuteten Einsatzes chemischer, biologischer und toxikologischer Waffen„.

In enger Zusammenarbeit mit dem VN-Abrüstungsbüro UNODA hatte das RKI realitätsnahe Bedingungen geschaffen, um mit einem 60-köpfigen internationalen Expertenteam den Ernstfall zu üben. Vertreter aus 19 Staaten und fünf internationalen Organisationen testeten die verschiedenen Arbeitsbereiche in einem realistischen Szenario.

Den Hintergrund dieser praktischen Übung bildet die UN Resolution 42/37C von 1987. Auf der Basis des sogenannten VN-Generalsekretärs-Mechanismus kann jeder VN-Mitgliedsstaat bei Verdacht auf einen Bio- und Chemiewaffeneinsatz beim VN-Generalsekretär eine Untersuchung beantragen; es folgt die Entsendung eines Ermittlungsteams bestehend aus nationalen Experten, die durch die Regierungen der VN-Mitgliedsstaaten benannt werden. Unter anderem kam dieser Mechanismus auch beim Chemiewaffengebrauch 2013 in Syrien zum Einsatz.

Erste praktische Übung zum „Functional-Subunits“-Ansatz

Einsatzbesprechung
Einsatzbesprechung© RKI

'Lessons learned' aus Missionen und früheren Übungen führten nun zur Erprobung des sogenannten 'Functional Subunits'-Ansatzes durch das RKI. Statt einzelner nationaler Experten setzte man in der Übung kleine funktionale Teams ein, die bereits auf nationaler Ebene für ihre jeweilige Aufgabe trainiert wurden. Dazu gehören zum Beispiel die Arbeitsgruppen für die Untersuchungskoordinierung, die Probenentnahme und die labortechnische Auswertung. Vorteil dieses optimierten Ansatzes ist es, dass internationale Beteiligung und damit die Objektivität bestehen bleibt, gleichzeitig die Experten aber einheitlichen theoretischen und praktischen Standards folgen. Im Anschluss an die erfolgreiche Feldübung ist die Übermittlung von Empfehlungen an den VN-Generalsekretär vorgesehen.

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