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Simulationsübung zur Reaktion auf Epidemien und biologische Anschläge in Tunesien

03.05.2016 - Artikel

Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts wurde in Tunesien ein Notfallplan für Epidemien und bioterroristische Anschläge entwickelt. In einer Simulationsübung wendeten Teilnehmende aus dem tunesischen Gesundheitssektor den Plan an um die Reaktionsfähigkeit im Ernstfall weiter zu verbessern.

Deutsche und tunesische Experten haben gemeinsam einen Notfallplan für Epidemien und bioterroristische Anschläge in Tunesien entwickelt. Eine Simulationsübung diente dazu, den Notfallplan anzuwenden. Dabei wurden Verfahrensweisen zur ereignisbasierten Krankheitsüberwachung geübt und ein Telefonkonferenzsystem für den überregionalen Informationsaustausch genutzt. Die Erfahrungen und Ergebnisse der Übung werden verwendet, um die Reaktionsfähigkeit und die Zusammenarbeit der Akteure weiter zu verbessern.

„Wir haben zehn Fälle von nicht diagnostiziertem hohem Fieber!“ meldet ein Krankenhaus aus einer weit entfernten Region in Tunesien. Wenige Tage später sind Gerüchte über Verdacht auf Ebola in den sozialen Netzwerken im Umlauf. Dies ist glücklicherweise keine Realität, aber Teil des Szenarios, das vom 12. bis zum 14. April in einer Simulationsübung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des tunesischen Gesundheitssektors durchgespielt wurde.

Teilnehmende und Moderatoren der Simulationsübung in Tunis.
Teilnehmende und Moderatoren der Simulationsübung in Tunis.© GIZ

Vorbereitet sein auf den Notfall

Anschläge mit hochgefährlichen biologischen Erregern oder Epidemien können Krisen im Gesundheitssektor auslösen. Im Ernstfall müssen Behörden und Gesundheitsdienste in der Lage sein, angemessen zu reagieren. Verbesserte und erweiterte Krankheitsüberwachung, Notfallpläne und Kommunikationsmittel zum überregionalen Informationsaustausch tragen bei zu einer besseren Krisenreaktionsfähigkeit.

Vor diesem Hintergrund unterstützte das vom Auswärtige Amt geförderte Deutsche Partnerschaftsprogramm für biologische Sicherheit und Gesundheitssicherstellung den tunesischen Gesundheitssektor bei der Entwicklung von drei ineinandergreifenden Verfahrensplänen:

  • Bereitschafts- und Maßnahmenplan für bioterroristische Anschläge und Epidemien,
  • standardisierte Verfahrensweisen für ein seit Kurzem bestehendes Telefonkonferenzsystem für den überregionalen Informationsaustausch infektionsepidemiologischer Geschehnisse sowie
  • Verfahrensweisen für ein geplantes neues System zur ereignisbasierten Krankheitsüberwachung in Tunesien.

Simulationsübungen dienen dazu, Kenntnisse über Prozesse zu bewerten und gegebenenfalls Lücken im Kenntnisstand und in der Anwendung zu entdecken. Die Ergebnisse können dazu genutzt werden, die Reaktionsfähigkeit zu verbessern. Dies war auch das Ziel der Simulationsübung in Tunesien, die vom tunesischen Gesundheitsministerium mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) durchgeführt wurde.

Regionale und nationale Ebene des Gesundheitssektors kommen an einen Tisch.
Regionale und nationale Ebene des Gesundheitssektors kommen an einen Tisch.© GIZ

Simulationsübung zeigt wichtige Erkenntnisse auf

Wie, wann und an wen werden neue Krankheitsfälle gemeldet? Welche Schritte sind bei einer Ausbruchsuntersuchung notwendig? Wie setzt sich das Ausbruchsteam zusammen? Welche Informationen gebe ich an die Öffentlichkeit weiter und zu welchem Zeitpunkt, ohne Panik zu generieren? Wie können unter Zeitdruck mehrere Aufgaben bewerkstelligt, delegiert und priorisiert werden? Rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des tunesischen Gesundheitssektors standen vor der herausfordernden Aufgabe, ihre Reaktion und Verfahrenssicherheit in der Simulationsübung zu testen.

Die Auswertung der Simulationsübung machte deutlich, dass großes Wissen vorhanden ist. Die Handhabung von Verfahrensweisen zur Durchführung von epidemiologischen Ausbruchsuntersuchungen oder zur Bewertung von Risiken soll durch passende Fortbildungsangebote in der Region weiter gefestigt werden.

Auf dieser Grundlage wird die Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort im Rahmen der deutsch-tunesischen Biosicherheitspartnerschaft fortgesetzt, um kontinuierlich einen Beitrag zur Stärkung der Sicherheit vor biologischen Anschlägen und Epidemien leisten zu können.

Erfahren Sie hier mehr zum deutschen Biosicherheitsprogramm:

www.auswaertiges-amt.de/biosicherheit

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