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Deutsche Polizeiausbildung in Jericho erfolgreich

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Eine bürgernahe, professionelle Polizeiarbeit - das ist das Ziel des vom Auswärtigen Amt geförderten Programms zur Unterstützung des Polizeiaufbaus in den Palästinensischen Autonomiegebieten. 13 palästinensische Polizisten erhielten nach erfolgreicher Ausbildung in der Simulationswache im Ausbildungszentrum der palästinensischen Zivilpolizei in Jericho (PCPS) ihr Zertifikat und werden künftig an einer der vier neuen Polizeistationen im Bezirk Jenin eingesetzt.

Eine bürgernahe, professionelle Polizeiarbeit - das ist das Ziel des vom Auswärtigen Amt geförderten Programms zur Unterstützung des Polizeiaufbaus in den Palästinensischen Autonomiegebieten. In Jericho entstand mit deutscher Hilfe eine Simulationswache für die Ausbildung von Polizeibeamten. Die ersten 13 dort ausgebildeten palästinensischen Polizisten erhielten nun ihr Zertifikat.

Die Seminarteilnehmer mit ihren Abschlusszeugnissen
Die Seminarteilnehmer mit ihren Abschlusszeugnissen© Polizei Brandenburg / V. Gestrich

Die Ausbildung in der Simulationswache Jericho wurde von palästinensischen Polizeitrainern durchgeführt, die ihrerseits dort bereits im Frühjahr 2012 durch deutsche Experten auf ihre neuen Aufgaben als Trainer vorbereitet wurden. Inzwischen haben die palästinensischen Polizeitrainer mehr als 100 Polizeibeamte für ihre Tätigkeit vorbereitet. Diese sollen künftig in einer der vier neuen Polizeistationen eingesetzt, die Vertreterin Deutschlands in den Palästinensischen Gebieten, die Leiterin des Deutschen Vertretungsbüros Ramallah Barbara Wolf, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie an den Innenminister der Palästinensischen Autonomiebehörde übergeben hat.

In Jericho werden auch die Führungskräfte der neuen Polizeistationen in einem zweiwöchigen Lehrgang durch die Polizei des Landes Brandenburg auf ihre künftigen Aufgaben in dne Bereichen Führung und Management vorbereitet. So verfolgt die deutsche Polizeiausbildung in Jericho ein ganzheitliches Konzept, um palästinensische Trainer, Polizisten und Führungspersonal auf ihre jeweiligen Aufgaben in den palästinensischen Gebieten vorzubereiten.

Außerdem nehmen besonders qualifizierte palästinensische Polizisten an einem zweijährigen Fachhochschuldstudium der Polizei in Deutschland teil.

Simulationswache der Polizei in Jericho

Hell, neu und modern erstrahlt die Trainingswache auf dem Polizeitrainingsgelände in Jericho – genau so sollen die bis zu 55 Polizeiwachen aussehen, die mit internationaler Unterstützung in den palästinensischen Autonomiegebieten gebaut werden sollen. Deutschland ist bei diesem Projekt Vorreiter: neben den vier von Deutschland finanzierten und mittlerweile an das palästinensische Innenministerium übergebenen Wachen im Bezirk Jenin sind acht weitere - getragen durch ein EU-Kofinanzierungsprojekt - in Planung.

Ausrüstung und Ausbildung der palästinensische Polizei weiter verbessern

Bisher mangelte es der palästinensischen Polizei an Vielem. "Es fehlten vor allem Fahrzeuge und Computer – und manchmal gab es nicht einmal genügend Schuhe zur Polizeiuniform", berichten die palästinensischen Polizisten gegenüber ihren deutschen Kollegen. An effektive Polizeiarbeit war also nicht zu denken. Die Bundesregierung leistet ganz praktische Hilfe: So werden neue Funkgeräte und ein automatisiertes System zur Identifizierung von Fingerabdrücken bereitgestellt.

Gleichzeitig wird an der fachlichen Qualifikation der palästinensischen Polizisten gearbeitet. So haben etwa in zwei Lehrgängen an der Polizeiakademie in Jericho fünf Experten der Polizei Brandenburg ihr Wissen zu ganz praktischen Fragen an künftige palästinensische Polizeiausbilder weitergegeben – von der Hilfe bei Notrufen über die Bearbeitung von Anzeigen bis hin zu Personenkontrolle und Spurensicherung.

Bürgernahe Polizeiarbeit

Besonders wichtig ist der Aspekt einer bürgernahen Polizei: Nicht Angst und Autorität, sondern Kooperation und Vertrauen sollen das Verhältnis zwischen der Bevölkerung und den Sicherheitskräften prägen. Sogar das Design der neuen Polizeiwachen wurde ganz bewusst so gewählt, dass es diesen Wunsch nach Bürgernähe durch seine offene, klare Architektur unterstreicht.

Trotz vieler struktureller Probleme gibt es spürbare Fortschritte: "Sowohl in der Ausbildung wie im alltäglichen Dienst begegnet man engagierten und interessierten Polizisten, die ihren Beitrag zu einer Verbesserung des Images der palästinensischen Polizei leisten", weiß der deutsche Polizeiberater in Ramallah zu berichten. Die Verbesserung der Ausstattung und Standardisierung der Ausbildung ermöglichen es einer ganzen Generation junger Polizisten, ihren Beruf so zu erlernen, dass er der Entwicklung des Landes hilft. Auch im Straßenbild merkt man, dass die Polizei von den Bürgern als Helfer in Uniform anerkannt und respektiert wird.

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