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Lateinamerika-Konferenz im Auswärtigen Amt

Lateinamerika-Konferenz im Auswärtigen Amt

Lateinamerika-Konferenz im Auswärtigen Amt, © AA

08.12.2017 - Artikel

Multilateralismus oder Nationalstaatlichkeit? Funktionierende Institutionen vs. charismatische oder autoritäre Führungspersönlichkeiten? Ungleichheit oder sozialer Zusammenhalt? Diese und weitere großen Fragen unserer Zeit behandelte die Lateinamerika-Konferenz des Auswärtigen Amtes (07.-08.12.17).

Die neuen Akzente in der US-amerikanischen Außenpolitik und der wachsende Einfluss Chinas haben auch Auswirkungen auf Lateinamerika. In diesem Kontext und vor dem anstehenden Superwahljahr – 2018 wird in mehr als einem Dutzend lateinamerikanischer Staaten gewählt – bot die Konferenz außenpolitischen Praktikern die Möglichkeit, den offenen Austausch mit der Wissenschaft zu pflegen und vorhandene Expertise zu nutzen. Unter dem Motto „Latin America in the context of international trends“ diskutierten die Experten aus Lateinamerika, den USA und Europa mit deutschen Diplomaten, um konkrete Schlussfolgerungen für die Gestaltung der deutschen Lateinamerikapolitik zu entwickeln. Zwei Länder, die aus ganz unterschiedlichen Gründen die deutsche Außenpolitik beschäftigen, standen im Mittelpunkt der von Staatssekretär Lindner eröffneten Konferenz: Brasilien, das größte und bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika und Deutschlands einziger strategischer Partner in der Region, und Venezuela, das von einer tiefen politischen, wirtschaftlichen und humanitären Krise gebeutelt wird, deren Auswirkungen in ganz Lateinamerika zu spüren sind. 

Nationale Krisen, internationale Herausforderungen 

Während sich Brasiliens Wirtschaft langsam erholt, hält die schwere innenpolitische Krise an. Dennoch bleibt Brasilien – in den Worten eines Teilnehmers – „half  of everything“ in der Region. Für Deutschland heißt das nicht zuletzt: Brasilien ist wichtigster Wirtschaftspartner und bedeutender Standort deutscher Unternehmen. Nirgendwo sonst finden sich außerhalb Deutschlands so viele deutsche Unternehmen wie in der brasilianischen Metropole Sao Paulo. Und bei der Bekämpfung des Klimawandels und der Gestaltung der multilateralen Ordnung arbeiten Deutschland und Brasilien traditionell eng zusammen.

Verheerend ist dagegen die Lage in Venezuela: Statt einen Ausweg aus der tiefen wirtschaftlichen Krise und humanitären Notlage zu suchen, setzt die Regierung auf Machterhalt und übt sich in politischer Konfrontation. Ansätze für einen politischen Dialog mit der Opposition stehen unter den Vorzeichen tiefen Misstrauens. Die venezolanische Krise lähmt zugleich die Kooperation lateinamerikanischer Staaten in internationalen Organisationen.

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