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Lateinamerika Verein feiert 100 Jahre Bestehen im Auswärtigen Amt

07.07.2016 - Artikel

Außenminister Steinmeier würdigte in seiner Festrede den Verein als „eine starke und breite Brücke zu einem aus deutscher Sicht sehr fernen Kontinent.“

Mit einem Festakt wurde am Mittwoch (06.07.) im Auswärtigen Amt das hundertjährige Bestehen des Lateinamerika Vereins e.V. (LAV) begangen. Der LAV unterstützt deutschlandweit Unternehmen bei ihren geschäftlichen Aktivitäten in Lateinamerika und der Karibik. Außenminister Steinmeier würdigte in seiner Festrede den Verein als „eine starke und breite Brücke zu einem aus deutscher Sicht sehr fernen Kontinent.“

Bodo Liesenfeld, Frank-Walter Steinmeier und Alicia Bárcena (v.l.n.r.)
Bodo Liesenfeld, Frank-Walter Steinmeier und Alicia Bárcena (v.l.n.r.)© Photothek / Gaertner

Gründung in schwierigen Zeiten

1916 - das Gründungsjahr des LAV war keine einfache Zeit für global denkende Unternehmer. Nach einigen Jahrzehnten, in denen der Telegraf und modernes Transportwesen die Welt enger zusammenrücken ließen, riss der Erste Weltkrieg viele der noch jungen Brücken wieder ein. Die Vereinsgründer, hanseatische Kaufleute aus Hamburg und Bremen, haben sich gegen diese unheilvolle Entwicklung gestemmt. 100 Jahre später ist klar, dass der LAV richtig gehandelt hat. Auch ihm ist es zu verdanken, dass heute ein lebhafter und dichter wirtschaftlicher Austausch zwischen Deutschland und Lateinamerika besteht und deutsche Firmen etwa in Mexiko, Brasilien oder Argentinien wichtige Produktionsstätten aufgebaut haben.

Wertvoller Partner der Bundesregierung

Zum runden Geburtstag kamen mehrere hundert Gäste in den Weltsaal des Auswärtigen Amtes. Darunter auch Alicia Bárcena Ibarra, die Exekutivsekretärin der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL / ECLAC) und natürlich der Vorstandsvorsitzende des LAV, Bodo Liesenfeld. Als Gastgeber eröffnete Außenminister Steinmeier den Festakt mit seiner Lauditio auf den „hoch geschätzten und wertvollen Partner der Bundesregierung“. In seiner Rede äußerte er sich auch zu den aktuellen deutsch-lateinamerikanischen Beziehungen:

In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben sich Lateinamerika und die Karibik in vielfältiger Hinsicht gewandelt: Sie haben nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch an Gewicht gewonnen, was sich in einem neuen selbstbewussten Auftreten im Weltgeschehen widerspiegelt. Andererseits münden in einigen lateinamerikanischen Staaten neue politische Strömungen und Kräfteverhältnisse in eine Neuausrichtung des politischen Handelns. Um die traditionellen Gemeinsamkeiten und Bindungen im deutsch-lateinamerikanischen Verhältnis auf Dauer zu garantieren, engagiert sich Deutschland schon seit einiger Zeit verstärkt in Lateinamerika und wird dort–so hoffe ich- als verlässlicher und dauerhafter Partner gesehen.

Fortschritte bei EU-Mercosur-Verhandlungen

Steinmeiers Laudatio im Weltsaal des Auswärtigen Amts
Steinmeiers Laudatio im Weltsaal des Auswärtigen Amts© Photothek / Gaertner

Als konkrete Beispiele für die intensivierte Zusammenarbeit nannte Steinmeier die strategische Partnerschaft mit Brasilien, die Begleitung des kubanischen Reformprozesses und die Unterstützung Kolumbiens bei der Beendigung des blutigen Konflikts mit der FARC-Guerilla. Auch bei den Verhandlungen über ein EU-Mercosur-Freihandelsabkommen gebe es nun endlich Fortschritte: „Dass es jetzt endlich zum Austausch von Marktzugangsangeboten gekommen ist, begrüßen wir sehr“, so Steinmeier.

Der Lateinamerika Verein „ist und bleibt für uns ein unverzichtbarer Pfeiler unserer Beziehungen zu Lateinamerika“, schloss Steinmeier seine Rede. Und wünschte gleich ein weiteres erfolgreiches Jahrhundert.

Zum Weiterlesen

Rede von Außenminister Steinmeier im Wortlaut

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