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Afghanistan: Bewährungsprobe für gemeinsame Verantwortung

Straßenszene in Kabul

Straßenszene in Kabul, © picture-alliance/Zuma Press

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Seit 2001 engagiert sich die Bundesrepublik beim Wiederaufbau in Afghanistan. 250 Millionen Euro investiert Deutschland jährlich für die Entwicklung des Landes, 180 Millionen Euro für die Stabilisierung. 

Rückschläge und Fortschritte

Die aus Afghanistan  in Deutschland ankommenden Bilder sind geprägt von Rückschlägen, die Lage vor Ort nicht einfach. Gleichzeitig wachsen dank des internationalen Engagements langsam aber auch greifbare Erfolge heran. 

Eine neue gut ausgebildete Generation rückt in Führungspositionen vor, es gibt heute eine lebendige Zivilgesellschaft, Kulturszene und Presse. Die Lebenserwartung der Menschen ist laut Weltbank von 56 auf 63 Jahre gestiegen, die Zahl der Kinder, die zur Schule gehen, hat sich auf acht Millionen verachtfacht, davon sind rund ein Drittel Mädchen. Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren hat sich mehr als halbiert. Mehr Menschen als jemals zuvor haben Zugang zu Strom und Trinkwasser. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen hat sich von 120 US-Dollar im Jahr 2001 auf 608 US-Dollar im Jahr 2016 verfünffacht. 

Afghanistan: Zahlen und Fakten zur Lebenssituation der Menschen

Unterstützung der NATO-Mission Resolute Support

Deutschland unterstützt die Menschen in Afghanistan auf verschiedene Weise: durch Stabilisierungsmaßnahmen und humanitäre Hilfe, im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. 

Eine besonders wichtige Rolle spielt die Ausbildung der afghanischen Polizei und des Militärs. 
Im Januar 2015 hat die NATO 'Resolute Support Mission' (RSM) begonnen, deren Schwerpunkt auf der Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Entscheidungsträger liegt. Auch die Bundeswehr beteiligt sich an der Beratungsmission, im März 2018 wurde das Mandat bis zum 31. März 2019 verlängert.

Grundsteinlegung für den Neubau der staatlichen Zohra Mädchengrundschule in Qazak Shakh, Qala-e-Zal
Grundsteinlegung für Zohra Mädchenschule© AA/Jahnke

Darüber hinaus engagiert sich Deutschland mit seinen Partnern für eine funktionierende Wirtschaft, damit sich Afghanistan auch im zivilen und gesellschaftlichen Bereich stabilisieren kann. Nur so kann auch gewährleistet werden, dass die Menschen in Afghanistan vor Ort eine Perspektive jenseits von Krieg und Extremismus finden, aber auch jenseits von der Flucht nach Europa.  

Innerafghanischer Friedensprozess

Das wichtigste Hoffnungszeichen sind jedoch die zunehmenden Initiativen für eine friedliche Lösung des Konflikts. Ein innerafghanischer Friedensprozess ist die einzige Möglichkeit, die Gewalt langfristig zu beenden. Nach vielen Jahren der Gewalt gibt es dafür jetzt eine echte Chance: Die afghanische Regierung hat den Taliban Gespräche ohne Vorbedingungen angeboten – eine wichtige Gelegenheit für die politische Verständigung.  

2015 haben Deutschland und Afghanistan hundertjährige freundschaftliche Beziehungen gefeiert – auch in Zukunft wollen wir die Unterstützung für Afghanistan fortsetzen.



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