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Von „Skateistan“ bis Rhapsodie: Afghanische Kulturwoche in Berlin

01.12.2015 - Artikel

Seit 100 Jahren pflegen Deutschland und Afghanistan freundschaftliche Beziehungen. Um dies zu feiern startet am Mittwoch (2.12.) die afghanische Kulturwoche in Berlin.

Seit 100 Jahren pflegen Deutschland und Afghanistan freundschaftliche Beziehungen. Um dies zu feiern und um afghanischen Künstlern eine Plattform zu geben, startet am Mittwoch (2.12.) die afghanische Kulturwoche in Berlin.

Skateboardfahren in Kabul
Skateboardfahren in Kabul© Afkw/Film Skateistan

Afghanistan ist mehr als die Bilder, die wir aus den Medien kennen. Terror, Flucht und Armut sind zwar Teil des Lebens am Hindukusch, doch es gibt noch eine zweite Seite. Das Land befindet sich im Wiederaufbau. Und das bezieht sich nicht nur auf Straßen und Krankenhäuser, auch kulturell wird Afghanistan erneuert. Viele Kulturschaffende kehren zurück und im Land selbst entsteht nach Jahren der Unterdrückung wieder Kunst.

Afghanische Aufbruchsstimmung erleben

Einen Teil dieser Aufbruchsstimmung kann man jetzt in Berlin erleben. Das Auswärtige Amt feiert 100 Jahre deutsch-afghanische Beziehungen mit der afghanischen Kulturwoche. Vom 2. Bis zum 9. Dezember lässt sich das heutige Afghanistan erleben - von Hochkultur bis Street Art, von Wissenschaft bis Filmszene, von Politik bis Clubmusik.

Musikerin bei Safar in Concert
Musikerin bei Safar in Concert© HfM Weimar

Da ist zum Beispiel die Dokumentation „Skateistan“, die Jungen und Mädchen aus Kabul zeigt, die trotz unterschiedlicher Herkunft beim Skateboard fahren zusammen finden. Oder das „Safar in concert“, wo neben traditioneller Musik wie afghanischen Volksliedern unter anderem die „Afghanische Rhapsodie“ von Franz Liszt zu hören sein wird. Auch traditionelle afghanische Instrumente werden hier gespielt. Während der Herrschaft der Taliban war das Musizieren verboten. Etliche Musiker gingen ins Exil – heute kehren viele von ihrer „Safar“, ihrer Reise, zurück und leisten musikalischen Wiederaufbau mit jahrhundertealter Musik.

„Club Nacht Kabul“ in Berlin

Foto aus der Ausstellung I See You
Foto aus der Ausstellung „I See You“© Rada Akbar

Wie die Menschen in Afghanistan selbst ihren Alltag sehen und wie sie die von Krieg geprägte Vergangenheit ihres Landes verarbeiten zeigen mehrere Fotoausstellungen und das Filmfestival CinemAGHANISTAN, bei dem vom 4. bis 6. Dezember Filme aus aktueller Produktion gezeigt werden. Dort feiert unter anderem „Utopia“ Premiere. Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Afghanin, die für eine künstliche Befruchtung nach Großbritannien reist und sich unerwartet sehr persönlich mit der zerrissenen Geschichte ihres Landes auseinandersetzen muss.

Zum Abschluss sorgen deutsche und afghanische DJs bei der „Club Nacht Kabul“ für Partystimmung. In der Platoon Kunsthalle treffen Elektro- und Hip-Hop-Beats auf traditionelle Musik aus Afghanistan und die Gäste bekommen einen Eindruck des modernen Afghanistans.

Kulturwoche Teil des zivilen Engagements Deutschlands

Ausschnitt aus dem Film Skateistan
Ausschnitt aus dem Film Skateistan© Afkw/Film Skateistan

Mit der Kulturwoche feiern beide Länder ihre langen freundschaftlichen Beziehungen, die 1915 mit einer ersten Kontaktaufnahme zwischen den Regierungen des Deutschen Reiches und des Emirats Afghanistan begannen. 1919 wurden diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern aufgenommen.

Deutschland ist drittgrößter Geber in Afghanistan nach den USA und Japan. Der Gesamtbetrag, den Deutschland im Zeitraum 2001 bis 2015 für zivilen Wiederaufbau und Entwicklung bereitgestellt hat, beträgt rund 4,1 Milliarden Euro.

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