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Wirtschaft Zypern

Artikel

Stand: April 2018

Grundlinien der Finanz- und Wirtschaftspolitik

Die Wirtschaftsverfassung der Republik Zypern ist eine liberale Marktwirtschaft. im Zuge der Finanzkrise ist das Land bestrebt, seine europäische und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und als EU-Mitgliedsland im östlichen Mittelmeer die Wirtschaftsbeziehungen zu den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens auszubauen.

Aufgrund der Krise des zyprischen Bankensektors wurden Zypern zwischen 2013 und 2016 Finanzmittel über ein Anpassungs- und Reformprogramm von ESM und IWF in Höhe von 10 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung wurden davon nur ca. 7,2 Mrd. Euro von Zypern abgerufen und Zypern konnte im März 2016 das Programm verlassen.

Große Hoffnungen setzte die Republik Zypern in Gasvorkommen in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ, gemäß internationaler Seerechtskonvention UNCLOS) der Insel im südöstlichen Mittelmeer, nachdem Probebohrungen der US-Firma Noble Energy Ende 2011 erfolgreich verliefen. In einem mehrstufigen internationalen Lizenzierungsverfahren zur Exploration wurden in der Folge die einzelnen Blöcke in der zyprischen AWZ durch die zyprische Regierung an international tätige Unternehmen vergeben. Allerdings ergaben erste Untersuchungsergebnisse der weiteren durchgeführten Probebohrungen, die im Dezember 2014 und Januar 2015 bekannt gegeben wurden, dass weniger Erdgasvorkommen, als erwartet, in den Blöcken vorhanden sind. Zudem macht der aktuell niedrige Gaspreis eine Bewirtschaftung dieser Vorkommen weniger attraktiv.

Die Diskussion um die Gasvorkommen befördert Spannungen zwischen Zypern und der Türkei, welche die zyprische AWZ (Ausschließliche Wirtschaftszone) nicht anerkennt und teilnehmenden Firmen ihrerseits mit bilateralen Konsequenzen gedroht hat. Ohnehin ist die völkerrechtliche Delimitierung der Seegrenzen in großen Teilen des an die bisher bekannten Gasfelder angrenzenden östlichen Mittelmeeres umstritten.

Aktuelle Wirtschaftslage

Die wirtschaftliche Entwicklung der Republik Zypern ist stark von der weltwirtschaftlichen Entwicklung geprägt. Das wirtschaftliche Wachstum Zyperns der letzten Jahrzehnte (Durchschnitt des BIP-Wachstums 1975 – 2000: real circa 5,5 Prozent) hat sich vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise und eines verschärften Wettbewerbs im Tourismus insbesondere seit 2009 deutlich verlangsamt. Mit Einsetzen der zyprischen Bankenkrise schlitterte das Land endgültig in die Rezession. Seit 2015 erzielt Zypern wieder hohe Wachstumsraten. 2017 lag das Wirtschaftswachstum bei 3,9 %.. Die Inflationsrate im Jahr 2017 betrug 0,7 Prozent. Das BIP betrug im Jahr 2017 19,2 Milliarden Euro. Das Pro-Kopf-Einkommen stieg von 18.751 Euro im Jahr 2014 auf 22.400 Euro im Jahr 2017.

Im Jahr 2017 sank die Arbeitslosenquote auf 12,9 Prozent.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Der bedeutendste Wirtschaftszweig Zyperns ist das Dienstleistungsgewerbe, vornehmlich bestehend aus Tourismus- sowie Finanz- und Unternehmensdienstleistungen (zusammen 80 Prozent der Wirtschaftsleistung). Die Tourismusbranche bildet die wichtigste Einnahmequelle der Wirtschaft des Landes und erlebte in den letzten Jahren einen ungebrochen starken Aufschwung. Im Vergleich zu 2014 mit 2,4 Mio. Touristen besuchten im Jahr 2017 knapp 3 Mio. Touristen die Insel, davon ca. 190.000 deutsche Urlauber. 

Im Bereich der Finanzdienstleistungen bleibt Zypern nicht zuletzt aufgrund der attraktiven Steuergesetzgebung ein interessanter Standort. Der Bankensektor und angrenzende Sektoren wie Beratungen und Wirtschaftskanzleien, aber auch der Immobiliensektor, sind nach wie vor von großer Bedeutung für die zyprische Wirtschaft.

Daneben versucht die zyprische Regierung vor allem die Realwirtschaft zu fördern und zu stärken. So bestehen derzeit mehrere KMU-Förderprogramme, die zum größten Teil von der EU kofinanziert werden. Daneben ist, nicht nur auf Grund der EU-2030-Ziele, der Ausbau sowie Förderung des Bereiches der Erneuerbaren Energien in den Fokus der Regierung geraten. Aufgrund der vielen Sonnentage und der geringen, vorhanden Maßnahmen zur Energieeffizienz besteht hier deutliches Potential.

Das Programm „Land für Staatsbürgerschaft“ brachte Zypern im Jahr 2013 rund 300 Millionen Euro Einnahmen. Grundbedingungen eines dauerhaften Aufenthaltsrechts für Drittstaatler sind der Kauf eines privaten Heims im Wert von mindestens 300.000 Euro und Bankeinlagen von mindestens 30.000 Euro in einer zyprischen Bank für wenigstens 3 Jahre. Die Mehrzahl der Antragsteller stammt aus Russland und China.

Außenhandel

Die zyprische Wirtschaft leidet traditionell an einer Exportschwäche, die sich auch 2017 in einem Handelsbilanzdefizit von 5,1 Milliarden Euro niederschlug. Damit stiegdas Handelsbilanzdefizit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum  um über 16%an. Es wurden 2017 Importe im Wert von 8,1 Milliarden Euro (2016: 7,1 Mrd. Euro) verzeichnet. Die Exporte stiegen 2017 auf 2,9 Milliarden Euro (2016: 2,7 Milliarden Euro). Die Importe wurden zuletzt durch Einnahmen aus dem Tourismus und Direktinvestitionenen in den  Finanz- und Dienstleistungssektor finanziert.

Der Export nach Deutschland nahm 2017 auf etwa 120 Mio. Euro zu. Zyprische Exporte bestehen überwiegend aus chemischen Erzeugnissen, Nahrungsmitteln (Kartoffeln, Wein, Zitrusfrüchte) und Rohstoffen.

2017 führte Zypern aus Deutschland insgesamt Waren im Werte von rund 567 Millionen Euro  ein.. Die wichtigsten Einfuhrgüter sind Kraftfahrzeuge, Maschinen, Industriebedarf,


Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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