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Vereinigte Arabische Emirate: Kultur- und Bildungspolitik Vereinigte Arabische Emirate

24.01.2019 - Artikel

Die Bildungspolitik genießt – neben der Sicherheits- und Wirtschaftspolitik – höchste Priorität. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) investieren seit einigen Jahren konsequent in den Auf- und Umbau ihres Bildungssektors, einerseits durch Stipendienvergabe an emiratische Studenten, andererseits durch sanften Druck auf eigene Staatsbürger, bereits während des Studiums Erfahrung in der Privatwirtschaft zu sammeln.

Auch im Schulbereich streben die Emirate durch eine Mischung aus zunehmender Privatisierung, erhöhtem Wettbewerb und der Integration emiratischer Kinder in internationale Schulen (darunter auch die Deutsche Internationale Schule Abu Dhabi) eine Verbesserung des Niveaus an. Im Berufsbildungsbereich wird durch eine Mischung von staatlichen Investitionen und internationaler Zusammenarbeit eine Verbesserung des Ausbildungsniveaus angestrebt.

Neben der größten und ältesten Universität, der UAE-Universität in Al Ain, der Zayed-Universität Abu Dhabi/Dubai und der Universität Abu Dhabi gibt es 17 Technische Hochschulen sowie eine von der staatlichen Ölgesellschaft ADNOC geförderte Hochschule, das Petroleum-Institut Abu Dhabi. Private emiratische Universitäten mit internationalem Profil und Ausgründungen ausländischer Universitäten (American University Sharjah and Dubai, Paris Sorbonne University Abu Dhabi, New York University Abu Dhabi) bieten ausländischen wie emiratischen Studenten die Möglichkeit, in den VAE auf international hohem Niveau zu studieren. 2010 hat das Masdar Institute for Science and Technology in Zusammenarbeit mit dem MIT (Cambridge, USA) den Lehrbetrieb in Abu Dhabi aufgenommen. Anfang 2017 fand der Zusammenschluss von Masdar Institute, Petroleum Institute und Khalifa University zur Khalifa University of Science and Technology statt. Seit September 2011 bietet das German-UAE College of Logistics an der Higher Colleges of Technology (HCT) in Abu Dhabi in Kooperation mit drei deutschen Fachhochschulen ein vierjähriges Studium mit Bachelor-Abschluss und Ausbildung im Logistikbereich an. In den Jahren 2012 bis 2016 wurde das Programm über den DAAD gefördert, 2017 gab es den ersten Abschlussjahrgang. Es bestehen Planungen zur Ausweitung des Programms auf weitere Emirate (HCT-Standorte).

Die meisten Emirate verfügen über eigene Museen von regionaler Bedeutung. Das Emirat Sharjah hat mit 16 verschiedenen Museen eine herausgehobene Stellung. Seit 2013 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dem Sharjah Museum Department (umfasst 16 Museen) sowie dem Goethe-Institut. Die Kooperation wird als Ausbildungsprogramm mit Kursen für Museumspersonal fortgesetzt, das inzwischen auch Teilnehmern aus anderen Golf- und MENA-Staaten offen steht und von emiratischer Seite stark nachgefragt wird  (sog. SAWA-Museumsakademie).

Auf der Saadiyat-Insel will sich Abu Dhabi auch als bedeutender Kulturstandort etablieren. Im November 2017 eröffnete der „Louvre Abu Dhabi“ als Universalmuseum in Kooperation mit dem Louvre in Paris. Die Planungen für ein Guggenheim-Museum nach einem Entwurf von Frank Gehry und das „Scheich Zayed“-Nationalmuseum in Zusammenarbeit mit dem British Museum liegen derzeit auf Eis.

Im März 2019 startet eine Zusammenarbeit im Filmbereich zwischen der staatlichen emiratischen Kulturstiftung ADMAF und der Filmhochschule Ludwigsburg.

Höhepunkt der Konzertsaison 2019 ist die Opernaufführung von Wagners Walküre durch die Bayreuther Festspiele im Rahmen der „Abu Dhabi Classics“ (Januar/Februar 2019).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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