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Vereinigte Arabische Emirate: Beziehungen zu Deutschland Vereinigte Arabische Emirate

19.06.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Seit Mai 1972 bestehen diplomatische Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE, gegründet 1971). Diese vertiefen sich kontinuierlich: Im April 2004 haben beide eine Strategische Partnerschaft, im Januar 2009 regelmäßige politische Konsultationen der Außenministerien und im Juni 2019 der weitere Ausbau dieser Partnerschaft vereinbart Die beiden Regierungen bekunden ihren Willen, ihre Beziehungen über den umfangreichen Handel hinaus auch im politischen Bereich weiter zu intensivieren.

Entsprechend steigt die Dichte der bilateralen Besuche: Außenminister Heiko Maas besuchte Abu Dhabi zuletzt am 9. Juni 2019. Die Bundeskanzlerin besuchte die Emirate im Mai 2017 und führte Gespräche mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan. Der Kronprinz war am 11. und 12. Juni 2019 für Gespräche mit dem Bundespräsidenten, der Bundeskanzlerin und dem Außenminister in Berlin. Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan, begleitete den Kronprinzen bei diesem Besuch.

Anlässlich dieses Besuches unterzeichnete die Bundeskanzlerin mit dem Kronprinzen eine gemeinsame Erklärung.

Wirtschaftsbeziehungen

Die VAE sind wichtigster deutscher Wirtschaftspartner in der arabischen Welt und größter Absatzmarkt in der Region. Fast die Hälfte der deutschen Exporte in die Länder des Golf-Kooperationsrats entfallen auf die VAE; 2018 betrugen der deutsche Export 8,3 Mrd. € in die VAE und der Import 1,2 aus den VAE Mrd. € (vorläufige Werte des Statistischen Bundesamtes). Die deutschen Ausfuhren sind allerdings seit 2015 rückläufig.

Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter sind Flugzeuge, PKW, Maschinen sowie elektrotechnische und chemische Erzeugnisse. Deutschland importiert aus den VAE v.a. Aluminiumprodukte und petrochemische Erzeugnisse. Deutschland bezieht kein Erdöl aus den VAE.

Alle Instrumente der deutschen Außenwirtschaftsförderung stehen in den VAE zur Verfügung. Die Botschaft Abu Dhabi und das Generalkonsulat Dubai leisten Beratung und politische Unterstützung; die GTAI erstellt Branchenanalysen und wertet Ausschreibungen aus, ist allerdings nicht im Bereich der Investitionsakquise tätig. Mit der 2009 gegründeten Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer (Abu Dhabi und Dubai) ist es Deutschland zudem als erstem Staat gelungen, eine bilaterale Handelskammer in den VAE zu schaffen. Ihre Aufgabe ist es, den Handelsaustausch weiter zu intensivieren und den Marktzugang für deutsche Firmen in den VAE zu verbessern.

In den VAE sind etwa 800 deutsche Firmen durch Niederlassungen oder Handelsvertretungen tätig. Die Mehrheit befindet sich in Dubai und Abu Dhabi, in deutlich geringerer Zahl in den nördlichen fünf Emiraten. Außerdem ist die Deutsche Zentrale für Tourismus in Dubai vertreten. In den VAE leben etwa 14.000 deutsche Staatsangehörige, der Großteil davon in Dubai.

Seit 2017 besteht eine bilaterale Energiepartnerschaft zur Förderung der Zusammenarbeit im Bereich der Erneuerbaren Energien. Zudem sind die VAE und Deutschland die größten finanziellen Unterstützer der „Internationalen Agentur für erneuerbare Energien“ (IRENA). In Abu Dhabi befindet sich die Zentrale, in Bonn das Innovations- und Technologiezentrum der Organisation.

Zwischen Deutschland und den VAE bestehen u.a. ein Luftverkehrsabkommen, ein Investitionsschutzabkommen sowie ein Doppelbesteuerungsabkommen.

Kulturelle Beziehungen

Das Goethe-Institut (GI) unterhält in Abu Dhabi seit Mai 2006 ein Regionalbüro für die Golfstaaten. Darüber hinaus wurde im Dezember 2007 in Dubai ein GI-Sprachlernzentrum errichtet. Es bestehen 21 Kooperationsprojekte zwischen deutschen und emiratischen Hochschul- und Bildungseinrichtungen (u.a. seit 2011 zwischen den Higher Colleges of Technology Abu Dhabi und drei deutschen Fachhochschulen im Logistikbereich). 2009 wurde das Regierungsstipendienprogramm des DAAD in Kooperation mit dem VAE Hochschulministerium zur Förderung eines Studienaufenthalts in Deutschland für emiratische Studierende eingerichtet, bislang gab es allerdings noch keine DAAD-Regierungsstipendiaten auf Bachelor-Level, jedoch etliche Masterstudenten und Fachärzte direkt über das Stipendienprogramm des Ministeriums.

In den Emiraten existieren drei anerkannte deutsche Auslandsschulen, in Abu Dhabi, Sharjah und Dubai. An der Deutschen Internationalen Schule Abu Dhabi haben Schüler im Mai 2011 das erste Mal das „Deutsche Internationale Abitur“ ablegen können; in Dubai fand dies erstmals im Schuljahr 2012 statt. 2008 startete das Integrationsprogramm an der Deutschen Internationalen Schule Abu Dhabi mit der Aufnahme von jährlich bis zu 15 emiratischen Kindern in den Kindergarten. An der Deutschen Internationalen Schule Sharjah wurde im Schuljahr 2014/2015 das GIB (Gemischtsprachiges Internationales Baccalaureat) eingeführt.

Seit 2013 kooperieren die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das Sharjah Museum Department (umfasst 16 Museen) sowie das Goethe-Institut (jährliche SAWA Museumsakademie). Eine Kooperation zwischen der Tourismus- und Antikenbehörde Fujairah und dem Deutschen Archäologischen Institut besteht seit 2015.

Im März 2019 startete zudem eine Zusammenarbeit im Filmbereich zwischen der staatlichen emiratischen Kulturstiftung ADMAF und der Filmhochschule Ludwigsburg.

Im Literaturbereich plant Deutschland nach langjähriger Kooperation zwischen der emiratischen Kultur- und Tourismusbehörde und der Frankfurter Buchmesse im Frühjahr 2021 einen Gastlandauftritt bei der 31. Internationalen Buchmesse in Abu Dhabi.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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