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Beziehungen zu Deutschland Vereinigte Arabische Emirate

Artikel

Stand: März 2018

Politische Beziehungen

Seit Mai 1972 bestehen diplomatische Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Im April 2004 wurden eine strategische Partnerschaft, im Januar 2009 regelmäßige politische Konsultationen der Außenministerien vereinbart. Die beiden Regierungen haben damit ihren Willen bekundet, ihre Beziehungen über den umfangreichen Handel hinaus auch im politischen Bereich zu intensivieren.

Außenminister Sigmar Gabriel besuchte Abu Dhabi Anfang Juli 2017. Er war zuletzt 2015 in seiner Funktion als Wirtschaftsminister in den VAE. Sein Amtskollege, Außenminister Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan war zuletzt im August 2015 zu Gesprächen in Deutschland. Die Bundeskanzlerin besuchte die Emirate im Mai 2017 und führte Gespräche mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan. Der Kronprinz war im Mai 2016 für Gespräche mit der Bundeskanzlerin in Berlin. Diese Vielzahl hochrangiger Besuche ist Ausdruck der engen Zusammenarbeit beider Länder.

Wirtschaftsbeziehungen

Die deutschen Ausfuhren in die VAE beliefen sich 2016 auf rund 14,5 Mrd. Euro. Damit waren die VAE neben Saudi-Arabien der wichtigste deutsche Absatzmarkt in der gesamten MENA-Region (MENA: Mittlerer Osten und Nordafrika). Gleichzeitig lagen die deutschen Einfuhren aus den VAE 2016 bei 0,9 Mrd. Euro. Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter sind Flugzeuge, PKW, Maschinen sowie elektrotechnische und chemische Erzeugnisse. Deutschland importiert aus den VAE v.a. Aluminiumprodukte und chemische Erzeugnisse (Deutschland bezieht kein Erdöl aus den VAE).

Alle Instrumente der deutschen Außenwirtschaftsförderung stehen in den VAE zur Verfügung. Die Botschaft Abu Dhabi und das Generalkonsulat Dubai leisten Beratung und politische Unterstützung; die Korrespondentin der GTAI (Germany Trade and Invest; Dubai) erstellt Branchenanalysen und wertet Ausschreibungen aus, ist allerdings nicht im Bereich der Investitionsakquise tätig. Mit der 2009 gegründeten Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer (Abu Dhabi und Dubai) ist es Deutschland zudem als erstem Staat gelungen, eine bilaterale Handelskammer in den VAE zu schaffen. Ihre Aufgabe ist es, den Handelsaustausch weiter zu intensivieren und den Marktzugang für deutsche Firmen in den VAE zu verbessern.

In den VAE operieren etwa 900 deutsche Firmen, davon die Mehrheit in Dubai (ca. 600) und Abu Dhabi, in deutlich geringerer Zahl in den nördlichen fünf Emiraten. Außerdem ist die Deutsche Zentrale für Tourismus in Dubai vertreten. In den VAE leben etwa 14.500 deutsche Staatsangehörige, der Großteil davon in Dubai.

Zwischen Deutschland und den VAE bestehen u.a. ein Luftverkehrsabkommen, ein Investitionsschutzabkommen sowie ein Doppelbesteuerungsabkommen.

Kulturelle Beziehungen

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Goethe-Institut (GI) unterhalten seit Mai 2006 in Abu Dhabi Regionalbüros für die Golfstaaten. Darüber hinaus wurde im Dezember 2007 in Dubai ein GI-Sprachlernzentrum errichtet. Zudem bestehen 21 Kooperationsprojekte zwischen deutschen und emiratischen Hochschul- und Bildungseinrichtungen (u.a. seit 2011 zwischen den Higher Colleges of Technology Abu Dhabi und drei deutschen Fachhochschulen im Logistikbereich) . Derzeit laufen Vorbereitungen zur Einführung einer dualen Ausbildung (Bachelor of Science) in Zusammenarbeit zwischen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, in den VAE ansässigen Unternehmen und dem Department of Education and Knowledge Abu Dhabi. 2009 wurde das Regierungsstipendienprogramm des DAAD in Kooperation mit dem VAE Hochschulministerium zur Förderung eines Studienaufenthalts in Deutschland für emiratische Studierende eingerichtet, bislang gab es allerdings noch keine DAAD-Regierungsstipendiaten auf Bachelor-Level, jedoch etliche Masterstudenten und Fachärzte direkt über das Stipendienprogramm des Ministeriums.

Anerkannte deutsche Auslandsschulen existieren in Abu Dhabi, Sharjah und Dubai. An der Deutschen Internationalen Schule Abu Dhabi haben Schüler im Mai 2011 das erste Mal das „Deutsche Internationale Abitur“ ablegen können; in Dubai fand dies erstmals im Schuljahr 2012 statt. 2008 startete das Integrationsprogramm an der Deutschen Internationalen Schule Abu Dhabi mit der Aufnahme von jährlich bis zu 15 emiratischen Kindern in den Kindergarten. An der Deutschen Internationalen Schule Sharjah wurde im Schuljahr 2014/2015 das GIB (Gemischtsprachiges Internationales Baccalaureate) eingeführt.

Ende April 2013 unterzeichneten die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das Sharjah Museum Department (umfasst 16 Museen) sowie das Goethe-Institut eine Absichtserklärung in Berlin zu einer langfristigen Kooperation (u.a. Ausstellung „Early Capitals of Islamic Culture“ des Berliner Museums für Islamische Kunst 2014; jährliche SAWA Museumsakademie).

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