Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Vereinigte Arabische Emirate: Beziehungen zu Deutschland Vereinigte Arabische Emirate

24.01.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Seit Mai 1972 bestehen diplomatische Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Im April 2004 wurden eine strategische Partnerschaft, im Januar 2009 regelmäßige politische Konsultationen der Außenministerien vereinbart. Die beiden Regierungen haben damit ihren Willen bekundet, ihre Beziehungen über den umfangreichen Handel hinaus auch im politischen Bereich zu intensivieren.

Der damalige Außenminister Sigmar Gabriel besuchte Abu Dhabi Anfang Juli 2017.  Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan, war zuletzt im August 2015 zu Gesprächen in Deutschland. Die Bundeskanzlerin besuchte die Emirate im Mai 2017 und führte Gespräche mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan. Der Kronprinz war im Mai 2016 für Gespräche mit der Bundeskanzlerin in Berlin.

Wirtschaftsbeziehungen

Die deutschen Ausfuhren in die VAE beliefen sich 2016 auf rund 14,5 Mrd. Euro, sind jedoch seither zurückgegangen (2017: 11,1 Mrd. Euro). Gleichwohl bleiben die VAE Deutschlands größter Handelspartner und neben Saudi-Arabien der wichtigste deutsche Absatzmarkt in der gesamten MENA-Region (MENA: Mittlerer Osten und Nordafrika). Den Ausfuhren standen 2017 Einfuhren von etwa 1 Mrd. Euro gegenüber. Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter sind Flugzeuge, PKW, Maschinen sowie elektrotechnische und chemische Erzeugnisse. Deutschland importiert aus den VAE v.a. Aluminiumprodukte und petrochemische Erzeugnisse (Deutschland bezieht kein Erdöl aus den VAE).

Alle Instrumente der deutschen Außenwirtschaftsförderung stehen in den VAE zur Verfügung. Die Botschaft Abu Dhabi und das Generalkonsulat Dubai leisten Beratung und politische Unterstützung; die Korrespondentin der GTAI (Germany Trade and Invest; Dubai) erstellt Branchenanalysen und wertet Ausschreibungen aus, ist allerdings nicht im Bereich der Investitionsakquise tätig. Mit der 2009 gegründeten Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer (Abu Dhabi und Dubai) ist es Deutschland zudem als erstem Staat gelungen, eine bilaterale Handelskammer in den VAE zu schaffen. Ihre Aufgabe ist es, den Handelsaustausch weiter zu intensivieren und den Marktzugang für deutsche Firmen in den VAE zu verbessern.

In den VAE sind etwa 900 deutsche Firmen tätig, davon die Mehrheit in Dubai (ca. 600) und Abu Dhabi, in deutlich geringerer Zahl in den nördlichen fünf Emiraten. Außerdem ist die Deutsche Zentrale für Tourismus in Dubai vertreten. In den VAE leben etwa 14.000 deutsche Staatsangehörige, der Großteil davon in Dubai.

Zwischen Deutschland und den VAE bestehen u.a. ein Luftverkehrsabkommen, ein Investitionsschutzabkommen sowie ein Doppelbesteuerungsabkommen.

Kulturelle Beziehungen

Das Goethe-Institut (GI) unterhält in Abu Dhabi seit Mai 2006 ein Regionalbüro für die Golfstaaten. Darüber hinaus wurde im Dezember 2007 in Dubai ein GI-Sprachlernzentrum errichtet. Zudem bestehen 21 Kooperationsprojekte zwischen deutschen und emiratischen Hochschul- und Bildungseinrichtungen (u.a. seit 2011 zwischen den Higher Colleges of Technology Abu Dhabi und drei deutschen Fachhochschulen im Logistikbereich). 2009 wurde das Regierungsstipendienprogramm des DAAD in Kooperation mit dem VAE Hochschulministerium zur Förderung eines Studienaufenthalts in Deutschland für emiratische Studierende eingerichtet, bislang gab es allerdings noch keine DAAD-Regierungsstipendiaten auf Bachelor-Level, jedoch etliche Masterstudenten und Fachärzte direkt über das Stipendienprogramm des Ministeriums. Derzeit wird die Neueinrichtung eines DAAD-Lektorats an der Paris-Sorbonne Universität Abu Dhabi ab September 2019 geprüft.

Anerkannte deutsche Auslandsschulen existieren in Abu Dhabi, Sharjah und Dubai. An der Deutschen Internationalen Schule Abu Dhabi haben Schüler im Mai 2011 das erste Mal das „Deutsche Internationale Abitur“ ablegen können; in Dubai fand dies erstmals im Schuljahr 2012 statt. 2008 startete das Integrationsprogramm an der Deutschen Internationalen Schule Abu Dhabi mit der Aufnahme von jährlich bis zu 15 emiratischen Kindern in den Kindergarten. An der Deutschen Internationalen Schule Sharjah wurde im Schuljahr 2014/2015 das GIB (Gemischtsprachiges Internationales Baccalaureat) eingeführt.

Ende April 2013 unterzeichneten die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das Sharjah Museum Department (umfasst 16 Museen) sowie das Goethe-Institut eine Absichtserklärung in Berlin zu einer langfristigen Kooperation ( jährliche SAWA Museumsakademie). Im März 2019 startet zudem eine Zusammenarbeit im Filmbereich zwischen der staatlichen emiratischen Kulturstiftung ADMAF und der Filmhochschule Ludwigsburg.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Schlagworte

nach oben