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Venezuela: Hilfe, die ankommt Venezuela

17.12.2018 - Artikel

Auswärtiges Amt erhöht humanitäre Hilfe für venezolanische Flüchtlinge und Migranten auf 14,6 Millionen Euro

In der Casa de Paso der Diözese Cucuta werden täglich tausende Venezolaner von freiwilligen Helfern versorgt.
In der Casa de Paso der Diözese Cucuta werden täglich tausende Venezolaner von freiwilligen Helfern versorgt.© AA

Laut Angaben der Vereinten Nationen haben angesichts der Krise mittlerweile mehr als drei Millionen Venezolaner ihr Land verlassen. Experten sprechen von der größten Flucht- und Migrationsbewegung in der Geschichte Südamerikas. Jeden Tag suchen mehr Venezolaner in den Nachbarländern Zuflucht. Das Auswärtige Amt erhöht die humanitäre Hilfe für venezolanische Flüchtlinge und hilfsbedürftige Migranten jetzt auf 14,6 Millionen Euro. Damit will das Auswärtige Amt das Leid der betroffenen Flüchtlinge und Migranten lindern.

Solidarische Nachbarn unterstützen

Besonders betroffen vom Zustrom sind Kolumbien, Peru, Ecuador, Brasilien und Chile. Auch benachbarte Inselstaaten in der Karibik nehmen im Verhältnis zu ihrer eigenen Bevölkerungszahl sehr viele venezolanische Flüchtlinge und Migranten auf. Selbst in Spanien haben mittlerweile mehr als 50.000 Venezolaner Asylanträge gestellt.

Die Nachbarstaaten haben sich angesichts der Krise in Venezuela bisher sehr solidarisch gezeigt und handeln abgestimmt. Im sogenannten „Quito-Prozess“ bekannten sich die Staaten aus der Region zu offenen Grenzen und Hilfe auch für Venezolaner ohne gültige Ausweispapiere. Sie versprachen, die venezolanischen Auswanderer bestmöglich in Gesundheitssysteme, Bildungssysteme und Arbeitsmärkte zu integrieren.

Versorgungslage sehr schwierig

Angesichts der weiterhin täglich steigenden Zahl venezolanischer Flüchtlinge und Migranten stoßen die Nachbarstaaten allerdings zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und die Internationale Organisation für Migration (IOM) werden daher Hilfsmaßnahmen koordinieren und haben zu diesem Zweck eine regionale Koordinierungsplattform ins Leben gerufen.

Vertreter aus Deutschland haben gemeinsam mit weiteren Gebern die Länder mit der größten Anzahl Schutzsuchender besucht und sich ein Bild der Lage gemacht. „Während anfangs hauptsächlich Venezolanerinnen und Venezolaner, denen es wirtschaftlich noch relativ gut ging, das Land verließen, sind es inzwischen Menschen, die alles verloren haben. Zu Fuß legen sie unzählige Kilometer zurück, um das Überleben für sich selbst und ihre Familien zu sichern“, schildert eine Vertreterin des Auswärtigen Amts.

Deutschland hilft für Gesundheit und Schutz

In einer Gesundheitsstation in Kolumbien erhalten Venezolaner notwendige Gesundheitsversorgung.
In einer Gesundheitsstation in Kolumbien erhalten Venezolaner notwendige Gesundheitsversorgung.© AA

Die venezolanische Regierung bestreitet weiter, dass eine humanitäre Krise vorliegt. Eine direkte Unterstützung der hungernden, medizinisch schlecht versorgten und politischen Repressionen ausgesetzten Bevölkerung im eigenen Land lässt die venezolanische Regierung kaum zu.

Das Auswärtige Amt unterstützt die Nachbarstaaten Venezuelas seit Beginn der Krise mit humanitärer Hilfe in Höhe von rund 14,6 Millionen Euro. Damit gehört die Bundesrepublik Deutschland zu den größten Gebern. Rund 11 Millionen Euro fließen direkt in Regionalprogramme des Welternährungsprogramms (WFP) sowie an das Flüchtlingshilfswerk. Rund 3,6 Mio. werden über deutsche Hilfsorganisationen umgesetzt. Damit erhalten die Menschen aus Venezuela Ernährungshilfe sowie Gesundheitsversorgung; auch werden sie vor Menschenhandel, Verschleppung, Ausbeutung und Vereinnahmung durch kriminelle Akteure geschützt.

Die Europäische Union hat Mittel in Höhe von insgesamt etwa 55 Millionen Euro für Maßnahmen der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit zugesagt.

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