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Kultur und Bildung USA

Artikel

Stand: März 2018

Kultur- und Bildungspolitik

Der deutsche Begriff der Kultur- und Bildungspolitik lässt sich nicht ohne weiteres auf die Politik der USA übertragen. Der deutsche ‚Kulturstaatsgedanke‘ ist der US-amerikanischen Gesellschaft fremd. Kulturförderung ist in erster Linie eine Aufgabe der Gesellschaft, nicht des Staates. Ohne großzügiges Mäzenatentum sind Kulturförderung und Bildung nicht denkbar. Der staatliche Anteil an den gesamten Kulturausgaben liegt unter 15 Prozent, die restlichen Gelder werden zu fast gleichen Teilen von privaten Spenderinnen und Spendern sowie Kulturbetrieben bereitgestellt.
Unter Präsident Obama war die Bildungspolitik ein wichtiges Thema insbesondere zur Stärkung der US-amerikanischen Mittelklasse. Im Vordergrund seiner Bemühungen standen die Themen Bildungsgerechtigkeit, kostenfreier Zugang zur Vorschulbildung, Qualitätssteigerung in der Schulbildung und Kostensenkung an den Hochschulen.  Präsident Trump hat sich bislang wenig zu seinen Plänen in der Bildungspolitik geäußert. In dem Haushaltsvorschlag des Weißen Hauses vom Mai 2017 ist eine erhebliche Kürzung der Bildungsausgaben vorgesehen. Mit dem Thomas-Mann Haus in Los Angeles und der „German Academy“ in New York schafft das Auswärtige Amt zwei wichtige neue Orte für den transatlantischen Dialog, den es heute mehr denn je zu stärken gilt. Beide Institutionen werden dazu beitragen, gemeinsam mit unseren amerikanischen Partnern nach Antworten auf die wesentlichen Fragen unserer Zeit zu suchen. 

Schulen

Als Schulrahmengesetz wurde vom US-Kongress Ende 2015 der „Every Student Succeeds Act“ verabschiedet, der den Einfluss der Bundesebene auf das Schulwesen weiter zurück drängt. Die Zuständigkeit für das Schulwesen liegt im Wesentlichen bei den Bundesstaaten und ihren insgesamt etwa 15.000 Schuldistrikten. Die Schuldistrikte fördern die öffentlichen Schulen zunächst aus dem Grundsteueraufkommen. Diese Finanzierung ist die Ursache für große Unterschiede in den jeweils verfügbaren öffentlichen Mitteln und die bessere Ausgangssituation reicherer Schuldistrikte im Bildungswettbewerb.
Das sehr unterschiedliche Leistungsniveau von Schülerinnen und Schülern an öffentlichen Schulen hat dazu geführt, dass alternative Schulformen wie z.B. Hausunterricht (‚home schooling‘) und Charter Schools beliebt bleiben.
Sprachvermittlung ist nicht im Fokus der Bildungsbehörden; Fremdsprachen stehen in den USA nicht verpflichtend im Curriculum. Nur rund 30% der Schülerinnen und Schüler lernen Fremdsprachen, davon rund 4,5% Deutsch (ca. 400.000 Schülerinnen und Schüler); Deutsch steht zudem in starkem Wettbewerb mit Spanisch, Französisch und zunehmend Chinesisch. Insgesamt werden in den USA 121 Partnerschulen im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH) gefördert, darunter fünf deutsche Auslandsschulen (DAS Washington mit Ressourcenzentrum zur Deutschlehrerfortbildung). Die Zentrale für Auslandsschulwesen betreut zusätzlich 27 Immersionsschulen (Einsatz von Deutsch im Fachunterricht) sowie 105 weitere Schulen, darunter 61 Samstagsschulen bzw. -schulverbände, an denen ca. 60% aller Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom in den USA abgelegt werden. Ein landesweites Netz von neun Beraterinnen und Beratern für den Deutschunterricht (BDU) betreut und berät Schulen und steht als Ansprechpartner im Bereich Deutsch als Fremdsprache zur Verfügung. 11 PASCH-Schulen werden durch das Goethe Institut betreut (Sprachniveau bis A2). Das PASCH-Netzwerk ist modellhaft für die Sprachvermittlung und die Förderung einer internationalen Lerngemeinschaft.

Hochschulen

Universitäten in den USA verfügen über eine weitgehende Autonomie. Die über 4.000 privaten und staatlichen Universitäten und Colleges bieten ein breitgefächertes Studienangebot. Im Herbst 2016 waren 20,5 Millionen Studierende an Hochschulen in den USA eingeschrieben.  Die Zahl ausländischer Studierender in den USA erreichte 2015/16 mit etwa 1,04Millionen einen neuen Höchststand; 2014/15 waren es noch etwa 975.000. Die Zahl deutscher Studierender in den USA blieb mit 10.145 nahezu unverändert. Deutschland belegte unter den Entsendeländern Platz 15. Die Zahl der US-Studierenden in Deutschland stieg deutlich um 6% auf 11.010 (2014/15). Deutschland bleibt damit auf Rang 6 der beliebtesten Gastländer für US-Studenten.  
Bei der Förderung des internationalen Austauschs kommt dem Fulbright-Programm in den USA eine große Bedeutung zu. Es wird in vielen der 160 Partnerländer durch eigenständige Kommissionen administriert; so auch durch die Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission in Berlin, die seit ihrer Gründung im Jahre 1952 mehr als 45.000 Deutsche und US-Amerikaner/innen mit Stipendien unterstützt hat. 
Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) spielt eine gewichtige Rolle. Alleine im Jahr 2016 hat der DAAD 5.781 DEU und US Studierende, Doktoranden, Postdocs und Wissenschaftler mit einem Stipendium gefördert. Als einzelnes Zielland liegen die USA weiterhin an erster Stelle für deutsche DAAD-Stipendiaten. 
Auch wesentlich ist die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) als weltweit operierendes Exzellenznetzwerk. Mit dem Ziel, Wissenschaft, Forschung und interkulturelle Verständigung zu stärken, hat die AvH seit 1953 mehr als 5.500 Stipendiaten aus den USA.
Im Hochschulbereich kann sich Deutsch als dritthäufigste Fremdsprache hinter Spanisch und Französisch behaupten. Aufgrund der starken Betonung mathematischer und naturwissenschaftlicher Fächer sind Sprachstudien in den USA jedoch nur von nachgeordneter Wichtigkeit. 

Medien

Zu den wichtigsten Medien zählen die drei nationalen Fernsehketten ABC, CBS, NBC, die drei etablierten 24-Stunden-Nachrichtensender Fox News, CNN, MSNBC, der öffentliche Informationskanal C-SPAN, das öffentliche Fernsehnetzwerk PBS, der nicht-kommerzielle Radiosender NPR, die überregionalen Tageszeitungen USA Today, Wall Street Journal, New York Times, Washington Post, Los Angeles Times und Chicago Tribune sowie die politischen Wochenmagazine Time und Newsweek.
In den USA spielen die sozialen Medien, allen voran Facebook, Twitter, Instagram, Youtube und Tumblr, eine bedeutende und weiter wachsende Rolle. 
Um Deutschland in den USA sichtbarer zu machen, um zu zeigen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede uns ausmachen und aufzuzeigen, wer wir sind und wie wir die gemeinsame Partnerschaft mit neuem Leben füllen können, ist ein Deutschlandjahr für 2018/2019 in den USA vorgesehen (Beginn Oktober 2018).

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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