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Innenpolitik USA

Artikel

Stand: März 2018

Staatsaufbau

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine bundesstaatliche Präsidialrepublik. Grundlegende Prinzipien sind Gewaltenteilung und Gewaltenbalance (checks and balances‘).
An der Spitze der Exekutive steht der Präsident, der alle vier Jahre vom Volk über ein Kollegium von Wahlmännern und -frauen (‚electoral college‘) mit einfacher Mehrheit gewählt wird. Er darf nur einmal wiedergewählt werden. Der Republikaner Donald J. Trump gewann am 8. November 2016 in der Wahl zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten 306 der 538 Stimmen des ‚electoral college‘. Für ihn stimmten 46 Prozent der Wählerinnen und Wähler. Seine demokratische Gegenkandidatin Hillary Clinton gewann mit 48 Prozent der ausgezählten Stimmen die sogenannte ‚popular vote‘ (Stimmen der Wählerinnen und Wähler), erreichte im ‚electoral college‘ aber nur 232 Stimmen. Präsident Trumps Amtszeit begann mit der Vereidigung am 20. Januar 2017. Sein Vizepräsident ist Mike Pence.
Die legislative Gewalt wird auf Bundesebene vom Kongress (Senat und Repräsentantenhaus) ausgeübt. Jeder Bundesstaat entsendet – unabhängig von der Einwohnerzahl – zwei Senatorinnen oder Senatoren (jeweils für sechs Jahre gewählt) sowie – proportional zur Einwohnerzahl – Abgeordnete für das Repräsentantenhaus für zwei Jahre (derzeit ein Abgeordneter für rund 700.000 Einwohner). Alle zwei Jahre werden ein Drittel der Senatoren und alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses neu gewählt. Der 115. Kongress setzt sich wie folgt zusammen:
•    Senat: 51 Republikaner (R), 47 Demokraten (D) und 2 Unabhängige (die meist mit den Demokraten stimmen). Mehrheitsführer: Senator Mitch McConnell (R); Minderheitsführer: Senator Charles Schumer (D).
•    Repräsentantenhaus: 241 Republikaner, 194 Demokraten. Präsident (‚Speaker‘): Paul Ryan (R); Mehrheitsführer: Kevin McCarthy (R); Minderheitsführerin: Nancy Pelosi (D).
Für die Verabschiedung eines Gesetzes ist die Zustimmung beider Kammern erforderlich. Gegen verabschiedete Gesetze kann der Präsident ein Veto einlegen, das mit Zwei-Drittel-Mehrheiten beider Kammern überstimmt werden kann. Der Präsident bedarf der Zustimmung des Senats zur Ratifizierung außenpolitischer Verträge und zur Ernennung von Richtern am Obersten Gerichtshof (Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich) sowie zur Ernennung der obersten Bundesbeamten und hoher Richter (einfache Mehrheit erforderlich).
Die Rechtsprechung wird von den Gerichten der Einzelstaaten und den Bundesgerichten ausgeübt. Die letzte Instanz liegt beim Obersten Gerichtshof (Supreme Court).

Prozess der politischen Willensbildung

Der Prozess der politischen Willensbildung ist von der in der Verfassung von 1787 festgelegten konsequenten Gewaltenteilung zwischen dem Präsidenten und seiner Administration als Exekutive, dem Kongress als Legislative und den Gerichten als Judikative bestimmt. Historisch betrachtet sah sich der Präsident häufig einem Kongress gegenüber, in dem die jeweils andere Partei die Mehrheit in einer oder in beiden Kammern stellte (‚divided government‘, da nach US-amerikanischem Rechtsverständnis Exekutive und Legislative zusammen die Regierung bilden). Aber auch wenn Weißes Haus und Kongress von derselben Partei dominiert werden, gibt es oftmals ein Spannungsverhältnis zwischen beiden Institutionen. Partei- oder Fraktionsdisziplin spielen eine geringere Rolle als in Deutschland. Gesetzesinitiativen können grundsätzlich auch wechselnde Mehrheiten über die Parteigrenzen hinweg erhalten.
Bedingt durch das Mehrheitswahlrecht haben fast nur Kandidaten der zwei großen Parteien – Demokraten und Republikaner – Aussicht auf Wahlerfolg. Die Demokratische Partei versteht sich als progressiv und tendiert insbesondere seit Roosevelts ‚New Deal‘ in den 1930er Jahren dazu, dem Staat eine größere Rolle zu geben als die Republikanische Partei (dies allerdings immer noch in geringerem Maße als nach kontinental-europäischem Verständnis üblich). Die Republikanische Partei tritt traditionell stärker für einen schlanken Staat, freie Marktwirtschaft und Unternehmertum ein und steht für konservative Werte. Versuche dritter Parteien nachhaltig Fuß zu fassen sind bislang fehlgeschlagen. Die Parteien sind keine Mitglieder- oder Programmparteien europäischer Art, sondern eher lokal und regional orientierte Wählervereine. Es gibt auch keine bedeutenden zentralen Führungsstrukturen.

Öffentliche Debatte

Der Wahlkampf für die 45. Präsidentschaftswahl und der darauffolgende Amtswechsel im Weißen Haus hatten großen Einfluss auf die innenpolitische Debatte. Themen, die auch deshalb besonders intensiv diskutiert werden, sind die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Wirtschaftspolitik, Terrorismusbekämpfung und innere Sicherheit, Gesundheits- und Sozialpolitik, Einwanderungspolitik und Zusammenleben in einer multi-ethnischen Gesellschaft.

Menschenrechte

In den USA gewähren die Unabhängigkeitserklärung, die Verfassung und die Bill of Rights einen umfangreichen Schutz von Menschen- und Bürgerrechten.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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