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Steinmeier und Kerry gedenken des Mauerfalls USA

22.10.2014 - Artikel

Außenminister Steinmeier und sein US-amerikanischer Kollege Kerry haben am Mittwoch (22.10.) des Falls der Berliner Mauer vor 25 Jahren gedacht.

Fast auf den Tag 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer besuchte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch (22.10.) gemeinsam mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen John Kerry die Gedenkstätte Berliner Mauer. Gemeinsam erinnerten die beiden Außenminister an die friedliche Revolution und gedachten der Opfer der Teilung Deutschlands.

Steinmeier und Kerry an der Mauer
Steinmeier und Kerry an der Mauer© Photothek / Imo

Es war ein besonderer Berlin-Besuch für US-Außenminister John Kerry: Denn als kleiner Junge hatte er die Teilung der Stadt und die Mauer noch selbst erlebt. Vor mehr als 50 Jahren hatte er als 11jähriger einige Zeit in Berlin gelebt und die Teilung der Stadt hautnah gespürt.

Einmal hatte er sich sogar ganz allein mit seinem Fahrrad und ausgestattet einzig mit einem amerikanischen Diplomatenausweis auf den Weg nach Ost-Berlin gemacht. Der Ausflug dauerte nur kurz; der junge John Kerry empfand die Stimmung in Ostberlin bedrückend und kehrte schnell wieder um. Die Erfahrung der Teilung prägte den kleinen Jungen aber nachhaltig.

Berlin: Brennglas des Kalten Kriegs

Außenminister Steinmeier begrüßte seinen Kollegen daher bei dessen Ankunft in der Mauergedenkstätte mit „Welcome back“ - willkommen zurück in Berlin. Steinmeier erinnerte in einer gemeinsamen Pressekonferenz daran, dass Berlin über mehrere Jahrzehnte „das Brennglas des Kalten Krieges war“ und würdigte den amerikanischen Einsatz für die Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas: „Das wäre ohne die bedingungslose Unterstützung der USA nicht denkbar und nicht möglich gewesen.“ Deutschland werde dies den Amerikanern nicht vergessen, so der deutsche Außenminister weiter.

Steinmeier und Kerry gedenken der Opfer der Berliner Mauer
Steinmeier und Kerry gedenken der Opfer der Berliner Mauer© Photothek / Imo

John Kerry wandte sich sogar in Deutsch an die Journalisten und sagte: „Amerika und Deutschland teilen eine lange Geschichte der Zusammenarbeit für die Freiheit, den Frieden und den Wohlstand. Ich freue mich sehr, heute hier zu sein, und unser tiefes Bekenntnis zu unseren Beziehungen mit Deutschland erneut zu bekräftigen und diese lange Geschichte weiter auszubauen.“

Gedenken an Maueropfer und friedliche Revolution

Bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Gedenkstätte Berliner Mauer erinnerten beide Außenminister an die Teilung Berlins, Deutschlands und Europas. Am „Fenster des Gedenkens“, einem Denkmal für die Opfer der deutschen Teilung, hielten die Steinmeier und Kerry trotz des strömenden Regens inne und gedachten gemeinsam mit Zeitzeugen der Maueropfer.

Steinmeier und Kerry im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern aus Berlin
Steinmeier und Kerry im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern aus Berlin© Photothek / Imo

Bereits zuvor hatten die beiden Außenpolitiker bei einem kurzen Zusammentreffen mit 12 Schülerinnen und Schülern von verschiedenen deutsch-amerikanischen Schulen in Berlin über die friedliche Revolution in der damaligen DDR und die Wiedervereinigung Deutschlands diskutiert.

In der Pressekonferenz erinnerte Steinmeier daran, dass es eine „gemeinsame Verantwortung“ sei, einer jüngeren Generation die Erfahrung der Teilung und ihrer friedlichen Überwindung zu vermitteln: „Einer Generation“, so Steinmeier, „die sich heute gar nicht mehr vorstellen kann, dass noch vor 25 Jahren diese Mauer nicht nur Berlin zerschnitten hat, sondern Freunde voneinander getrennt und Familien zerrissen hat.“

Enge Partnerschaft bei der Bewältigung internationaler Krisen

Steinmeier und Kerry auf dem Weg zu ihren politischen Gesprächen in der Villa Borsig
Steinmeier und Kerry auf dem Weg zu ihren politischen Gesprächen in der Villa Borsig© Photothek / Trutschel

Neben dem Gedenken an den Fall der Mauer spielten auch aktuelle außenpolitische Themen bei dem Besuch eine Rolle. Bereits am Dienstagabend waren Steinmeier und Kerry in der Villa Borsig, dem Gästehaus des Auswärtigen Amts in Berlin-Tegel, zu politischen Konsultationen zusammen gekommen. Auf ihrer Pressekonferenz knüpften die beiden Außenminister hieran an. Kerry würdigte die führende Rolle Deutschlands bei der Lösung internationaler Krisen wie dem Ukraine-Konflikt, dem Kampf gegen die Terrormiliz ISIS oder dem deutschen Engagement zur Eindämmung der Ebola-Krise. Die USA seien dankbar für die enge Partnerschaft mit Deutschland.

Neue Spaltung Europas verhindern

Steinmeier warnte seinerseits, der Ukrainekonflikt berge „noch immer genug Zündstoff“, um die Friedensordnung in Europa zu bedrohen. „Unsere Aufgabe ist es, zu verhindern, dass Europa jemals wieder gespalten wird.“ Kerry forderte ein Ende der „russischen Aggression“ in der Ukraine. Beide Außenminister riefen dazu auf, die Minsker Vereinbarung über den Waffenstillstand in der Ostukraine nun endlich vollständig umzusetzen.

Weitere Themen waren die Lage in Irak und Syrien angesichts des Vormarsches der Terrormiliz ISIS, der Nahost-Friedensprozess, die Nuklearverhandlungen mit Iran , Nordkorea sowie die transatlantischen Beziehungen.

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