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Europe United: Deutschland und Ungarn – enge Partner in Wirtschaft, Wissenschaft und Jugendaustausch Ungarn

Abendliches Budapest

Abendliches Budapest, © dpa/Picture Alliance - blickwinkel

30.10.2019 - Artikel

Immer mehr deutsche und ungarische junge Wissenschaftler kooperieren miteinander – ein starkes Signal für die engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern.  

Wirtschaft und Handel spielen in den deutsch-ungarischen Beziehungen schon seit langem eine zentrale Rolle: Dieses Jahr überholt Ungarn sogar Russland beim Handelsvolumen mit Deutschland, trotz seines relativ kleinen Marktes. Die alte Mär von Ungarn als der „Werkbank“ des Westens ist dabei schon längst überholt: Wissenschaftliche Kooperationen mit Ungarn sind beliebt, gerade in Verbindung mit  jungen Unternehmen, wie die Gründung des deutsch-ungarischen Exzellenzzentrums EPIC Innolabs zeigt. „Europe United“ bedeutet auch gemeinsam neue Arbeitsplätze zu schaffen, für  bestmögliche Bildung zu sorgen und neue Perspektiven für junge Menschen zu ermöglichen.

Forschungskooperation auf Augenhöhe

Dávid Gyulai ist Experte für industrielle Datenanalyse bei EPIC Innolabs in Budapest, einer gemeinsamen Unternehmensgründung der Fraunhofer-Gesellschaft und dem ungarischen Forschungsinstitut für Computertechnik und Automatisierung SZTAKI. Noch als Student beteiligte er sich 2010 an der Gründung eines Fraunhofer-Projektzentrums in Budapest. Seit dem Beginn seiner Arbeit bei SZTAKI ist er eines von vielen positiven Beispielen für gelungene Forschungszusammenarbeit zwischen Ungarn und Deutschland. Er sagt: „Die jungen Wissenschaftler kooperieren mit den deutschen Partnern auf Augenhöhe und ergänzen sich sehr gut in ihrer Arbeit.“ Zwischen ihnen gibt es einen regelmäßigen Austausch, beispielsweise im Rahmen von Projektworkshops in Ungarn oder in Deutschland.

Das gemeinsame Exzellenzzentrums EPIC zeigt auch, wie die EU für solche Kooperationen als Katalysator wirken kann: Die traditionell sehr enge Forschungskooperation zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft und SZTAKI wurde 2016 im Rahmen von Horizont 2020, dem Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation, ausgezeichnet. Nachdem die beiden Einrichtungen 2010 bereits ein Fraunhofer-Projektzentrum in Budapest gegründet hatten, erhielten sie zuletzt substantielle EU-Förderung in Höhe von 11 Millionen Euro zur Errichtung von EPIC.

Zukunftsthemen gemeinsam angehen

Dávid Gyulai von EPIC InnoLabs
Dávid Gyulai von EPIC InnoLabs© Deutsche Botschaft Budapest

 Deutschland und Ungarn wollen international anerkannte Forschungs- und Entwicklungsergebnisse für die Industrie in den Bereichen Produktion und Logistik nutzbar machen und ein regionales Zentrum für Industrielle Digitalisierung und Industrie 4.0 etablieren. Im Zusammenhang mit dem EPIC-Projekt gründeten über 40 Forschungsinstitute und Unternehmen nach deutschem Vorbild die ungarische Plattform Industrie 4.0. Gemeinsam wollen sie zum Beispiel Digitalisierungstechnologie weiter verbreiten, bei der Übernahme von Best Practices aus Europa, vorwiegend aus Deutschland, unterstützen sowie bei der Reform der ungarischen Fachausbildung beraten.

Deutschland wird in seiner Ratspräsidentschaft ab Juli 2020 auch einen Akzent auf Digitalisierung und Industrie 4.0 setzen, um so zu erreichen, dass es viel mehr junge Menschen wie Dávid Gyulai gibt, die in Europa vernetzte Spitzenforschung betreiben. Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Orban riefen gemeinsam eine „Arbeitsgruppe Innovation“ ins Leben, welche die Kooperation in diesem wichtigen Bereich noch verstärken soll. Wichtig ist ein Dialog gerade auch dort, wo Meinungsunterschiede bestehen. Deutschland ist überzeugt, dass eine freie Wissenschaft nicht nur Voraussetzung für Innovation, sondern integraler Bestandteil freiheitlicher Gesellschaften ist. Ungarn sieht sich nach dem Umzug eines großen Teils der Central European University von Budapest nach Wien in Folge eines ungarischen Gesetzes von 2017 und der Umstrukturierung der Akademie der Wissenschaften in diesem Jahr internationaler Kritik ausgesetzt.

Die Jugend redet nicht „nur“ mit – sie gestaltet

Junge Menschen aus Deutschland und Ungarn tauschen sich regelmäßig und engagiert aus.  So diskutierten mehr als 120 Jugendliche beider Nationen im vom Auswärtigen Amt, der Andrassy-Universität und dem Deutsch-Ungarischen Jugendwerk veranstalteten dritten Deutsch-Ungarischen Forum Mitte September dieses Jahres mit hochrangigen deutschen und ungarischen Politikern, Wirtschafts- und Arbeitnehmervertretern.

Die jungen Menschen debattierten darüber, wie modernes Arbeiten in einer vernetzten Welt aussehen kann, welche Rolle Europa dabei spielen sollte und wie Innovation und Klima voneinander profitieren können. Durch ihre Vernetzung können sich die Jugendlichen stärker einmischen, sie können schneller über rasche Veränderungen in Wirtschaft und Wissenschaft sprechen und selbst neue Ideen entwickeln. Damit sind sie Teil einer jungen, europäischen Bürgerkultur, die sich selbstverständlich über Landesgrenzen hinweg zu gemeinsamen Fragen austauscht.


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