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Deutschland behandelt verletzte Ukrainer Ukraine

13.03.2014 - Artikel

Nach den gewaltsamen Protesten auf dem Maidan in Kiew sollen verletzte ukrainische Staatsbürger in Deutschland behandelt werden. 32 Patienten sind am 12.03. in Berlin eingetroffen.

Vorsichtige Verlegung der Verletzten aus dem MedEvac-Flugzeug der Bundeswehr
Vorsichtige Verlegung der Verletzten aus dem MedEvac-Flugzeug der Bundeswehr© photothek/Imo

Bei den gewaltsamen Protesten auf dem Maidan in Kiew am 18. und 20. Februar haben fast hundert Menschen ihr Leben verloren, zahlreiche wurden schwer verletzt. Die Bundesregierung hat der Ukraine ihre Unterstützung bei der Versorgung der Verletzten zugesagt: 32 Patienten sind am 12.03. in einem Flugzeug der Bundeswehr in Berlin eingetroffen. Dort wurden sie vom Menschenrechts-beauftragten der Bundesregierung, Christoph Strässer, begrüßt.

Der "MedEvac"-Airbus der Bundeswehr, quasi eine "fliegende Intensivstation", landete am Mittwochnachmittag auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Nachdem die Maschine auf dem Rollfeld zum Stillstand gekommen war, öffnete sich nicht nur eine Tür, sondern ein ganzer Teil des vorderen Flugzeugs, um die Verletzten aus dem Flugzeug tragen zu können. Behutsam wurden die Liegen vom medizinischen Personal der Bundeswehr mit einer Hebebühne auf das Rollfeld gesenkt und in die wartenden Krankenwagen getragen, die die Verletzten in die behandelnden Krankenhäuser Charité und Vivantes bringen. Ein Teil der 32 Patienten bleibt in Berlin, 12 von ihnen wurden im Anschluss weiter nach Ulm und Konstanz geflogen.

Gutes und wichtiges Signal

Menschenrechtsbeauftragter Christoph Strässer
Menschenrechtsbeauftragter Christoph Strässer© photothek/Imo

Strässer zeigte sich vor der Ankunft des MedEvacs in Berlin erfreut, dass es gelungen sei, die Behandlung von 32 Verletzten aus der Ukraine in deutschen Krankenhäusern zu veranlassen. Angesichts der politischen Dimension des Konflikts dürfe man die humanitäre Lage im Land nicht aus den Augen verlieren. Gegenüber den Journalisten und Fernsehkameras am Flughafen Tegel sagte Strässer:

Es ist ein starkes Signal, dass wir bereit sind, hier Verantwortung zu übernehmen und zu helfen, wo es möglich ist. Das löst den Konflikt in der Ukraine nicht, aber es ist ein wertvolles Zeichen, dass es nicht nur darum geht, große politische Fragen zu diskutieren und zu lösen, sondern auch den Menschen, die betroffen sind, zu helfen. Mein Dank hierfür gilt ganz besonders der Bundeswehr, aber auch den Einrichtungen hier in Deutschland, die die Pflege und die Behandlung der Betroffenen übernehmen.

Viele Teilnehmer der Proteste auf dem Maidan haben Schussverletzungen oder Verletzungen durch Granatsplitter erlangt, für die in hoch spezialisierten Krankenhäusern in Deutschland gute Behandlungschancen bestehen. Unter den Patienten befinden sich sowohl Aktivisten vom Maidan als auch schwer verletzte Polizisten.

Krankenwagen brachten die Verletzten direkt in Berliner Krankenhäuser
Krankenwagen brachten die Verletzten direkt in Berliner Krankenhäuser© photothek/Imo

Das humanitäre Engagement der Bundesregierung geht auf eine Bitte des ukrainischen Parlaments an die deutsche Botschaft in Kiew zurück, die Ukraine bei der Versorgung und Behandlung von Schwerverletzten der gewaltsamen Auseinandersetzungen zu unterstützen. Das Auswärtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium übernehmen einen Teil der Transport- und Behandlungskosten; ein weiterer Teil wird von der ukrainischen Pintschuk-Stiftung übernommen.

Solidarität ist Selbstverständlichkeit

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte bereits am Sonntag (09.03.) zur Aufnahme von Verletzten aus der Ukraine erklärt:

Die Ereignisse auf dem Maidan am 18. und 20. Februar sind tragisch. Fast hundert Menschen haben ihr Leben verloren, nahezu tausend wurden schwer verletzt, als Ukrainer auf dem Maidan in Kiew aufeinander geschossen haben. Was das für die Zukunft der Ukraine bedeutet, wissen wir noch nicht. Aber den Verletzten wollen wir helfen, wieder ein gutes und möglichst normales Leben führen zu können.

Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte, es sei eine Selbstverständlichkeit, dass Deutschland Solidarität mit den Menschen der Ukraine zeige und den Verwundeten vom Maidan helfe.

Humanitäres Engagement und diplomatische Bemühungen

Steinmeier am 11.02. in Riga
Steinmeier am 11.02. in Riga© Photothek / Imo

Das humanitäre Engagement der Bundesregierung für die Ukraine flankiert die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung der Krim-Krise. Außenminister Steinmeier warnte am Wochenende vor einer "neuen Spaltung Europas".

Durch intensive Reisediplomatie bemühte er sich in der letzten Woche, gemeinsam mit europäischen und internationalen Partnern einen Ausweg aus der jüngsten Eskalation des Konflikts zu finden.

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