Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Uganda: Wirtschaft Uganda

16.07.2019 - Artikel

Grundlinien der Wirtschaftspolitik

Seit Anfang der 1990er Jahre hat Uganda, dank enger Abstimmung mit der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und bilateralen Gebern, durch eine solide gesamtwirtschaftliche Steuerung seine wirtschaftliche und soziale Lage deutlich verbessern können. Die nationale Armutsrate wurde erheblich reduziert, von 56 Prozent (1992) auf unter 20 Prozent im Jahr 2015. Neuerdings steigt sie allerdings weiter, da die Bevölkerung in absoluten Zahlen stark wächst. Nach Berechnungen der Weltbank lag die Armutsquote 2016 bei ca. 35 Prozent.

Im gleichen Zeitraum öffnete sich allerdings die Schere zwischen Arm und Reich. Auch regional gibt es große Unterschiede. Im Norden und Nordosten herrscht sehr viel mehr Armut als im Südwesten und in den am Viktoriasee gelegenen Regionen. IWF, Weltbank und bilaterale Geber honorieren die entwicklungspolitischen Bemühungen Ugandas durch umfangreiche Neuzusagen, um das Land bei der Armutsbekämpfung zu unterstützen. Korruption bleibt jedoch ein Hindernis auf dem Weg zu mehr Wohlstand.

Wichtigste Geber sind multilateral Weltbank, Europäische Union und Afrikanische Entwicklungsbank sowie bilateral USA, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Niederlande, Norwegen, Irland, Japan und Deutschland.

Wirtschaftliche Lage

Ugandas Wirtschaft wächst seit der Jahrtausendwende um 5 bis 10 Prozent pro Jahr. 2018 betrug das Wachstum 5,9 Prozent und wird für 2019 mit 6,1 Prozent prognostiziert. Die Wachstumsrate ist allerdings vor dem Hintergrund eines anhaltend hohen Bevölkerungswachstums (3,3 Prozent) zu sehen, das sich wegen des Fehlens einer aktiven Bevölkerungspolitik auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Deshalb stagniert das Pro-Kopf-Einkommen. Die Inflation von zuletzt 3,8 Prozent (2018) wird von der Zentralbank gut beherrscht. Der Staatshaushalt ist zu rund 20 Prozent geberabhängig. Die öffentliche Verschuldung ist letzthin stark gewachsen. Die Quote liegt mittlerweile bei 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2018: 41 Prozent).

Wirtschaftssektoren

Über 70 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Da es sich vorwiegend um Subsistenzwirtschaft handelt, beträgt der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt jedoch nur rund 25 Prozent. Durch die anhaltende Dürre und strukturellen Problemen schrumpfte der Landwirtschaftssektor nach Jahren eines durchschnittlichen Wachstums von 2,8 Prozent 2016 erstmals.

Knapp über die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts wird im Dienstleistungssektor erwirtschaftet. Zweitgrößter Sektor ist das verarbeitende Gewerbe mit 26 Prozent. Die Landwirtschaft ist der größte Devisenbringer des Landes. Die informelle Wirtschaft, die den größten Sektor darstellt, bleibt in dieser Statistik unberücksichtigt.

Besondere Bedeutung für die Wirtschaft könnten in absehbarer Zukunft Erdöl-Funde entlang des Albert-Grabens haben. Deren Förderung könnte sich positiv auf die Reduzierung der hohen Staatsverschuldung und die Binnenwirtschaft auswirken. Ein Teil des Öls soll an Ort und Stelle für die nationalen und regionalen Märkte raffiniert werden. Der größere Teil soll als Rohöl durch eine 1400 km lange Pipeline durch Tansania zum Indischen Ozean fließen. Mit dem Beginn der kommerziellen Förderung ist nicht vor 2023 zu rechnen.

Außenhandel

Bei den Ausfuhrprodukten steht Kaffee (überwiegend Robusta) an erster Stelle, erstmals gefolgt von Gold und anderen landwirtschaftlichen Produkten wie Fisch, Blumenstecklinge, Tabak, Tee, Baumwolle sowie Obst und Gemüse.

2017 exportierte Uganda Waren im Wert von 3,4 Milliarden US-Dollar. Wichtigster Handelspartner mit einem Anteil von etwa 50 Prozent sind die COMESA-Staaten, gefolgt von der EU mit circa 20 Prozent.

Der Wert der Importe betrug im Jahr 2017 rund 5,0 Milliarden US-Dollar, davon über 40 Prozent aus Asien (vor allem China und Indien), 15 Prozent aus der EU und 14 Prozent aus COMESA-Staaten. Importe aus Asien, besonders aus China, sind in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen.

Innerhalb der EU ist Deutschland ein bedeutender Handelspartner mit einem Volumen von über 210 Millionen Euro (2017).

Uganda ist aktiv um Ausweitung des Außenhandels und die Einwerbung ausländischer Investitionen bemüht. Im Mittelpunkt steht dabei eine Verstärkung der Handelsbeziehungen innerhalb der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC). Uganda tritt in diesem Zusammenhang aktiv für die Abschaffung von Zollschranken ein.

Im November 2018 unterzeichnete Uganda das Afrikanische Freihandelsabkommen AfCFTA (African Continental Free Trade Area).

Weitere Informationen

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben