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Konsultationen mit Turkmenistan Turkmenistan

03.09.2015 - Artikel

Am 03.09. fanden die jährlichen politischen Konsultationen zwischen Deutschland und Turkmenistan in Berlin statt. Auf deutscher Seite saß der Zentralasienbeauftragte Peschke, Turkmenistan wurde von Vize-Außenminister Hajyyew vertreten.

Am Donnerstag (03.09.) fanden die jährlichen politischen Konsultationen zwischen Deutschland und Turkmenistan in Berlin statt. Auf deutscher Seite saß der Osteuropa- und Zentralasienbeauftragte Andreas Peschke, Turkmenistan wurde von Vize-Außenminister Wepa Hajyyew vertreten. Vorher hatte dieser auch ein Treffen mit Stephan Steinlein, Staatsekretär im Auswärtigen Amt.

Blick in die Beratungen
Blick in die Beratungen© AA

Beide Seiten betonten ihren Wunsch an einem verstärkten Handelsaustausch, der zur Zeit 400 Millionen Euro pro Jahr beträgt. Deutschland signalisierte Interesse an Fortschritten beim Bau einer Pipeline durch das Kaspische Meer, damit turkmenisches Gas über Aserbaidschan, Georgien und die Türkei nach Europa gelangen kann.

Dialog über bilaterale und regionale Themen

Regionale Fragen wurden umfangreich erörtert. Turkmenistan hat eine 750 km lange Grenze mit Afghanistan und ist auch Nachbar von Iran. In Afghanistan leben 2,5 Millionen und in Iran nach offiziellen Angaben rund 4,5 Millionen Menschen turkmenischer Abstammung. Ost- und Zentralasienbeauftragter Peschke erläuterte die jüngsten Ergebnisse der Verhandlungen zur friedlichen Beilegung des Streits um das iranische Atomprogramm, die Vize-Außenminister Hajyyew sehr begrüßte. Einig war man sich, dass Stabilität in Afghanistan ein gemeinsames Interesse sei und weiterer gemeinsamer Anstrengungen bedürfe.

Erörtert wurde auch Fragen von Demokratie, Gesellschaft und Freiheit, wobei die deutsche Seite nachdrücklich zu weiteren Anstrengungen in diesem Bereich ermutigte. In diesem Zusammenhang wurde auch besprochen, dass derzeit mit deutscher Unterstützung an sechs Schulen in Turkmenistan Deutsch unterrichtet wird und zwei Lektoren des DAAD in Turkmenistan tätig sind. Von deutscher Seite wurde über das Goethe Institut auch die Einrichtung eines Deutsch-Sprachlernzentrums und eines Lesesaals am Asadi-Institut für Weltsprachen in Aschgabat vorgeschlagen.

Zu mehr Demokratie und Freiheit ermutigen

Botschafter Peschke (Mitte) mit dem turkmenischen Vize-Außenminister Hajyyew sowie Botschafter Toyly Atajew
Botschafter Peschke (Mitte) mit dem turkmenischen Vize-Außenminister Hajyyew sowie Botschafter Toyly Atajew© AA

Beide Seiten waren sich einig, dass die Arbeit am großen gemeinsamen Kulturprojekt der Margiana-Ausstellung fortgesetzt werden muss. Hierbei geht es um eine bronzezeitliche Stadtanlage in Gonur Depe in der turkmenischen Region Margiana, an der sich seit 2010 auch das Deutsche Archäologische Institut beteiligt. Diese einzigartigen kulturellen und historischen Funde sollen in Deutschland präsentiert werden.

Im Anschluss an die Konsultationen sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Sommergespräch des Deutsch-Turkmenischen Forums eingeladen: Es ist dem Jubiläum von 20 Jahren offizieller Neutralität Turkmenistans gewidmet. Diese wichtige und einzigartige außenpolitische Weichenstellung Turkmenistans wird im Dezember dieses Jahres auch feierlich in der Hauptstadt Aschgabat mit zahlreichen Gästen aus aller Welt gewürdigt.

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