Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Warum gute Beziehungen zur Türkei wichtig sind Türkei

Zu kaum einem Land hat Deutschland so enge Verbindungen wie zur Türkei.

Zu kaum einem Land hat Deutschland so enge Verbindungen wie zur Türkei., © Inga Kjer/photothek.net

27.09.2018 - Artikel

In den letzten Monaten gab es zwischen Deutschland und der Türkei viele offene Fragen. Trotzdem gibt es gute Gründe, warum die Bundesregierung weiterhin zum Dialog mit Ankara bereit ist.

„Unsere traditionell guten Beziehungen sind in den letzten Jahren zahlreichen harten Prüfungen unterzogen worden.“ Das sagte Außenminister Heiko Maas, bevor er Anfang September in die Türkei flog.

Tatsächlich hat die Bundesregierung immer wieder deutlich gemacht, dass sie sich über einige Entwicklungen in der Türkei Sorgen macht. Menschenrechte, Rechtstaat, Presse- und Meinungsfreiheit – diese Themen spricht nicht nur der Außenminister in seinen Gesprächen mit der Türkei offen an. Denn: „Um da etwas zu bewegen, muss man mehr miteinander reden“, so Heiko Maas.

Bei seinem Besuch in der Türkei trifft Außenminister Maas den türkischen Außenminister Çavuşoğlu.
Bei seinem Besuch in der Türkei trifft Außenminister Maas den türkischen Außenminister Çavuşoğlu.© Inga Kjer/photothek.net

Enge menschliche Verbindungen

Fest steht: Zu kaum einem Land hat Deutschland so enge Verbindungen wie zur Türkei. In Deutschland leben mehr als drei Millionen türkeistämmige Menschen. „Wir haben eine Verantwortung dafür, dass politische Spannungen diese menschlichen Beziehungen nicht belasten“, sagt der Außenminister.

Wirtschaftliche Beziehungen

Wirtschaftlich sind Deutschland und die Türkei eng verflochten: Über 7200 Unternehmen mit deutscher Beteiligung sind auf dem türkischen Markt vertreten. Sie beschäftigen zehntausende Mitarbeiter. Gleichzeitig ist Deutschland für die Türkei der wichtigste Exportkunde. Auch deswegen ist eine stabile Türkei für Deutschland wichtig.

Internationale Partner

International teilen Deutschland und die Türkei viele Interessen. Beide Länder arbeiten seit 63 Jahren eng in der Nato zusammen. Die Türkei ist in der OSZE und im Europarat vertreten.

Vor allem ist die Türkei ein wichtiger Partner für die Zusammenarbeit in der Region. Um eine politische Lösung für den Konflikt in Syrien zu finden, ist die Einbindung der Türkei unerlässlich. Dass Moskau und Ankara Mitte September die Einrichtung einer demilitarisierten Zone in Idlib besprochen haben, war ein wichtiges Signal. Auch die Bundesregierung hatte in den Wochen zuvor intensiv für diese Verständigung geworben. Wenn die Vereinbarung eingehalten wird, kann sie dazu beitragen, eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.

Es gibt also gute Gründe, warum die Bundesregierung weiter den Dialog mit der Türkei sucht. Für Außenminister Maas ist klar: „Es ist für Deutschland von strategischem Interesse, dass wir unsere Beziehungen zur Türkei konstruktiv gestalten“. Und: „Wir müssen wieder mehr miteinander reden, statt nur übereinander.“

Schlagworte

nach oben