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Wirtschaft Tschechien

Artikel

Stand: März 2018

Aktuelle wirtschaftliche Lage

2017 konnte das Land sehr gute Wachstumsraten vorweisen. Im Jahresvergleich wuchs das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2017 um 4,7 Prozentgegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit war mit 2,3 Prozent so niedrig wie in keinem anderen EU-Land.  

Tschechien setzt seinen Kurs der Haushaltskonsolidierung weiter fort. 2017 betrug der Haushaltsüberschuss 0,7 Prozent des BIP

Außenwirtschaft

Das Außenhandelsvolumen steigt kontinuierlich an und übertrifft das Volumen des BIP um mehr als zwei Drittel. Das Land erzielt jedes Jahr hohe Exportüberschüsse von mehreren Milliarden Euro, mehr als 80 Prozent der Exporte gehen in die EU. Unter den Handelspartnern steht Deutschland weiterhin mit deutlichem Abstand an erster Stelle, Tschechien ist einer der wenigen Staaten, mit denen Deutschland einen negativen Handelssaldo hat. Der bilaterale Handel macht nahezu ein Drittel des tschechischen Außenhandels aus. 2017 stieg das Handelsvolumen gegenüber dem Vorjahr noch einmal um 6,3 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 2,35 Billionen Kronen an.

Tschechien strebt eine stärkere geographische Diversifizierung seiner Exporte durch Zuwächse auch auf Märkten außerhalb der EU an (z.B. China oder Indien) und hat mit China im letzten Jahr die Verbindungen leicht ausbauen können.

Die tschechische Wirtschaft ist stark auf die Industrie (über 37% Industrieanteil am BIP) und insbesondere auf die Automobilindustrie ausgerichtet.

Tschechien liegt noch vor Russland an 12. Stelle der deutschen Handelspartner.

Die Brexit-Diskussionen und die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten werden kritisch beobachtet. Als sehr offene Volkswirtschaft mit einer hohen Exportquote ist Tschechien stark abhängig von den Außenmärkten. Ein Ende des freien Warenverkehrs im Schengenraum würde zu höheren Kosten für die Export- und Importströme führen.

Umwelt- und Energiepolitik

Energiefragen genießen in Tschechien besondere Aufmerksamkeit. Das Land setzt weiterhin auf die Kernenergie. Die Regierung hat im Juni 2015 den Nationalen Aktionsplan zur Entwicklung der Kernenergie verabschiedet. Er ergänzt das Mitte Mai 2015 verabschiedete staatliche Energiekonzept bis 2040, das mit einem Anteil der Atomkraft am Bruttostromverbrauch von bis zu 56% rechnet. Um dieses zu erreichen soll das Atomkraftwerk Dukovany um einen Block erweitert werden.

Tschechien hat den EU-CO2-Reduzierungszielen und dem 20 Prozent-Ziel für erneuerbare Energien bis 2020 zugestimmt. Der Anteil erneuerbarer Energien im tschechischen Stromnetz soll bis 2020 bei 14% liegen. Tschechien unterstützt im Rahmen des Klima-Energie-Pakets 2030 der EU das Ziel, die Treibhausgase um 40 % gegenüber 1990 zu senken.

Seit Jahresbeginn 2014 werden neue Erneuerbare Energie-Anlagen, mit Ausnahme von kleinen Wasserkraftwerken, nicht mehr gefördert. Seitdem stagniert der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bei rd. 13%. Weiteres Potenzial wird von tschechischer Seite im Bereich der Biomasse und Wasserenergie gesehen.

Die enge und erfolgreiche deutsch-tschechische Umweltkooperation auf der Grundlage des Abkommens von 1996 konzentriert sich auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Naturschutz, bei Umweltverträglichkeitsprüfungen, Industrieunfällen, Luftreinhaltung und die Wasserwirtschaft. Auch mit den benachbarten Bundesländern Bayern und Sachsen arbeitet Tschechien in Umweltfragen eng zusammen. Im Rahmen des strategischen Dialogs unterzeichneten die Landwirtschaftsminister von Deutschland und Tschechien im Oktober 2016 die Prager Walderklärung über weitere Zusammenarbeit in den Bereichen nachhaltige Forstwirtschaft und biologische Vielfalt der Wälder.

Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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