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Tschad: Wirtschaft Tschad

25.07.2019 - Artikel

Wirtschaftslage und -struktur

Tschad ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Im UNDP-Index 2017 für menschliche Entwicklung (Human Development Index) liegt das Land auf Platz 186 von 189. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze (Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerung 630 US-Dollar (2017, Weltbank), nach Kaufkraftparität: 1.920 US-Dollar (2017, Weltbank). Lebensgrundlage für den überwiegenden Teil der Bevölkerung ist die Landwirtschaft mit einem Beschäftigungsumfang von etwa 80 Prozent. Der Großteil der Landwirtschaft ist substanzieller Eigenanbau.

Der tschadische Staatshaushalt ist durch eine starke Abhängigkeit zum Ölsektor gekennzeichnet (50 Prozent der Einnahmen, 2/3 des BIP). Der Ölpreisverfall ab Ende 2014 hat Tschad daher hart getroffen. Die Regierung musste drastische Ausgabenkürzungen vornehmen, deren Schwerpunkt in den Bereichen Bildung und Gesundheit lagen.

Die Wirtschaft leidet unter der mangelhaften Infrastruktur des Landes. Die Regierung plant einen Ausbau der Straßenanbindung an Kamerun. Der N'Djamena nächstgelegene Seehafen Douala (Kamerun), über den ein Großteil des Außenhandels abgewickelt wird, liegt 1.750 Kilometer entfernt.

Für den Elektrizitätssektor existieren ehrgeizige Entwicklungspläne. Während die Energiegewinnung heute weitgehend auf fossilen Brennstoffen beruht (Diesel-Generatoren, Holz für den heimischen Verbrauch), setzt der Staat zunehmend auf erneuerbare Energien, insbesondere Photovoltaik. Der Neubau von Überlandleitungen ist in Planung.

Über 80 Prozent der Berufstätigen sind selbstständig oder im informellen Sektor tätig. Aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums streben jährlich immer neue junge Menschen auf den Arbeitsmarkt, der keine neuen Beschäftigungsmöglichkeiten bietet.

Wichtigste Handelspartner

Wichtigster ausländischer Investor ist China. Neben der Erschließung neuer Erdölfelder betreiben chinesische Staatsfirmen eine Pipeline und eine Raffinerie im Norden von N'Djamena (Djermaya). China betreibt außerdem ein neues Kraftwerk zur Versorgung der Hauptstadt mit Elektrizität und eine Zementfabrik im Süden des Landes.

Weitere Wirtschaftspartner sind Frankreich, Südafrika, Türkei, Kanada, Brasilien, Indien und die Golfstaaten.

Umwelt

In der Sahara und der sich südlich anschließender Sahelzone schreitet der Prozess der Desertifikation voran und zwingt Herdenbesitzer dazu in den Süden zu immigrieren und ihre Herden mitzunehmen. Dadurch kommt es zu Konflikten mit Bauern, deren Felder oft noch nicht abgeerntet sind. Im fruchtbareren Süden baut sich erheblicher Ressourcendruck auf als Ergebnis der wachsenden Bevölkerung.

Der Tschad-See an der Grenze zu Kamerun, Nigeria und Niger ist Lebensgrundlage für etwa 30 Millionen Menschen. Daher gelten dem Erhalt seines Ökosystems intensive Anstrengungen, unter anderem durch die multilaterale Tschadseebeckenkommission (CBLT), die von der Bundesregierung gefördert wird.

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