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Tschad: Kultur- und Bildungspolitik Tschad

25.07.2019 - Artikel

Bildung

Die Verbesserung des Bildungssektors stellt - angesichts des hohen Bevölkerungswachstums von 3 Prozent (Schätzung Weltbank 2017) pro Jahr - eine der größten Herausforderungen für das Land dar.

Es ist in den vergangenen zwei Jahrzehnte eine Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen: Während 1995 nur 9 Prozent der Frauen und 26 Prozent der Männer in der Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren Alphabeten waren, lag ihr Anteil 2017 bei 22,4 bzw. 40,7 Prozent. Die Einschulungsquote stieg im selben Zeitraum von 38 auf 88 Prozent. Allerdings ist der Geschlechterunterschied weiterhin ausgeprägt. Im Sekundarbereich sinkt der Anteil der Schülerinnen und Schüler auf 23 Prozent eines Jahrgangs.

Nach Angaben von UNDP wurden 2017 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für den Bildungssektor verwendet, deutlich unter dem Durchschnitt von Subsahara-Afrika (4,9 %). Das Schulsystem basiert auf öffentlichen und privaten Schulen; beide Schultypen sind kostenpflichtig. In ländlichen Gebieten werden Schulen oft von „Elternkomitees“ gegründet und finanziert, um ein Minimum an Bildung zu gewährleisten.

Wenige Schulen in N'Djamena bieten sprachenorientierten Unterricht an (besonders Arabisch, Chinesisch, Englisch, Türkisch). Neben dem formellen Schulsektor existieren zahlreiche informelle „Koranschulen“ (Madrassen).

Auch im Hochschulsektor gibt es weiteren Entwicklungsbedarf, aber auch greifbare Entwicklungsanstrengungen. Neben der 1971 gegründeten Universität von N'Djamena, der größten Universität des Landes mit sieben Fakultäten, existieren heute fünf weitere Universitäten (Abéché, Ati, Doba, Moundou, Sarh) mit eingeschränktem Lehrangebot. Probleme im Hochschulsektor sind u.a. ein Mangel an Lehrkräften, unzureichende materielle Ausstattung und die Abwanderung qualifizierter Absolventen ins Ausland.

Seit Ende der Sommerferien 2016 leidet der Bildungssektor unter Streiks des Lehrpersonals wegen ausbleibender Gehaltszahlungen. Studierende protestieren gegen die Streichung von Stipendien, mit denen sie ihr Studium finanzieren.

Medien

Die Verfassung gewährleistet Meinungs- und Pressefreiheit; in der Praxis stoßen diese jedoch an Grenzen. Obwohl Gefängnisstrafen wegen „Diffamierung“ nach tschadischem Presserecht nicht mehr verhängt werden können, kommt es immer wieder zu Verurteilungen von Journalisten zu Geldbußen und Haftstrafen. Das am weitesten verbreitete Medium ist das Radio. Es gibt rund 30 Printmedien.

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